Wie verändert sich etwas durch Hypnose?

Man könnte denken, dass man durch Hypnose alle Störungen einfach „weghypnotisieren“ kann. So einfach geht das natürlich nicht.

Manche mangelhaft ausgebildete Hypnotherapeuten machen es sich jedoch so einfach. Sie versetzen ihre Patienten mit Hilfe von immer gleichen Standardtechniken in Trance, suggerieren ihnen dann, dass ihre Störungen verschwinden und wecken sie wieder auf. Bei hoch suggestibler und Personen und relativ begrenzten Problematiken kann das einen spektakulären, wenn auch in der Regel nur vorübergehenden Erfolg haben.

In der modernen Hypnotherapie geht es uns aber nicht um Sensationen, sondern um nachhaltige Wirkungen, die in das psychodynamische und soziale System des Patienten eingebettet und daher langfristig wirksam sind.

Etwas vereinfacht ausgedrückt haben wir es in der Hypnotherapie immer mit einem als „Problem“ empfundenen Zustand zu tun, der auf ein „Ziel“ hin verändert werden soll.

  • Bei dem Problem kann es sich, um einige Beispiele zu nennen, um Nikotinabhängigkeit, Prüfungsängste, Migräne, Beziehungsverwicklungen oder um eine Desorientiertheit bezüglich der beruflichen Zukunft handeln.
  • Das Ziel würde dann darin bestehen, dass mit dem Problem einhergehende psychische Leid zu lindern, beispielsweise durch eine Neuorientierung der Lebensgestaltung, durch Veränderungen von Einstellungen oder Bewertungen oder durch Transformationen im emotionalen Bereich.

Obwohl das Problem für den Patienten mit psychischem Leid verbunden ist, ist er nicht unmittelbar in der Lage, durch bewusste Willensanstrengung zu dem angestrebten Ziel zu gelangen. Zwischen dem Problem und dem Ziel liegt eine „Blockade“ (d.h. eine Abwehrstruktur).

In der modernen Hypnotherapie gehen wir davon aus, dass solche Blockaden in einem veränderten Bewusstseinszustand (Trance) durchgearbeitet oder manchmal auch umgangen werden können, indem Ressourcen im unbewussten des Patienten zugänglich gemacht und aktiviert werden.

Bei diesen Ressourcen handelt es sich entweder um

  • latente Fähigkeiten, über die der Patient verfügt, ohne es zu wissen, oder ohne zu wissen, dass sie zur Bewältigung des Problems sinnvoll sind,
  • abgewehrte Anteile (z.B. verdrängte, abgespaltene Gefühle, Zustände oder Erinnerungen), die bewusst nicht zugänglich sind, aber für die Aufrechterhaltung des Problems verantwortlich sind.

In der Regel werden durch Hypnotherapie in Trance sowohl latente Fähigkeiten aktiviert als auch Abgewehrteanteile integriert. Wir arbeiten in der modernen Hypnose also gezielt mit dem unbewussten als „therapeutisches Agens“ (agens, lat. „das Tuende“, verursachende Kraft, aktives, handelndes Element).

Werner Eberwein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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