Wie sollten Selbsthypnose- und Imaginationsübungen für Krebspatienten aufgebaut sein?

Krebspatienten in einer medizinischen Behandlungsphase (direkt vor oder unmittelbar nach einer Operation, während oder unmittelbar nach einer Radio- oder Chemotherapie) sind für jede Form der Unterstützung, so auch für Methoden der Selbsthypnose, Meditation und Imagination, in der Regel überaus offen und dankbar. Es ist ihnen sehr bewusst, dass sie sich in einer Situation der existenziellen Bedrohung befinden, in der es um Leben oder Tod oder zumindest um die Gefahr einer massiven Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität geht. Krebspatienten sind für Imaginationsarbeit hoch motiviert, sie haben für solche Übungen in der Regel viel Zeit, weil sie für einige Zeit aus ihren alltäglichen Verpflichtungen herausfallen, aber sie haben nicht viel Kraft. Das Befundtrauma, die körperlichen und psychischen Auswirkungen der Operation, von Bestrahlung und Chemotherapie oder die körperlichen und psychischen Folgen einer fortgeschrittenen Krebserkrankung können die Kraft und Vitalität des Patienten massiv schwächen. Daher sollten imaginative Übungen für Krebspatienten sein:

  1. kurz – d.h. sie sollten nach Möglichkeit nur einige Minuten dauern, können dann aber mehrmals am Tag wiederholt werden,
  2. einfach, d.h. sie sollten am besten nur aus einer einzigen oder einigen wenigen einfachen, leicht zu merkenden Vorstellungen oder leicht zu praktizierenden Übungen bestehen,
  3. unmittelbar wohltuend, d.h. die psychische und psychosomatische Kraft, Stabilität und Lebensfreude stärken, und
  4. intensiv, d.h. mit großer emotionaler Beteiligung und unter Beteiligung möglichst aller Sinnessysteme durchgeführt werden.

Eine Ausnahme sind Selbsthypnoseübungen mit Hilfe von Trance-CDs, denn dabei muss der Patient nichts tun. Er legt die CD lediglich in das Abspielgerät, legt sich bequem hin und lässt sich in die Trance hinein, durch sie hindurch und wieder heraus führen. Selbsthypnose-CDs für Krebspatienten können also ruhig lange und komplex sein, weil sie vom Patienten keine Eigenaktivität erfordern.

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Werner Eberwein

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