Was ist mein gegenwärtiger therapeutischer Stil?

Mein gegenwärtiger therapeutischer Stil ist stark von Personzentrierte Psychotherapie, Focusing, der Gewaltfreien Kommunikation, von einer humanistischen Variante der Hypnose, von der Gestalttherapie bzw. dem Psychodrama und von der NLP-Timeline-Arbeit beeinflusst.

Personzentrierte Psychotherapie (Gesprächspsychotherapie)

Der Begründer des Personzentrierten Ansatzes war der amerikanische Psychologieprofessor Carl Rogers (1901-1987). Rogers wollte den autoritären, auf vermeintlich erforderliches Fachwissen des Therapeuten begründeten und von ihm als repressiv empfundenen Tendenzen der damaligen Psychotherapie entgegensteuern, indem er die Grundprinzipien einer gewährenden, förderlichen Beziehungen beschrieb, innerhalb derer sich der Patient so sicher fühlen konnte, dass er sich öffnen und in einem Prozess der Selbsterkundung sich seiner selbst mehr und mehr bewusst werden, und aus seinem Inneren heraus authentische individuelle Lösungen für seine Probleme suchen konnte.

Für Rogers stand das emotionale Erleben im Hier und Jetzt, die gefühlsmäßige Wechselwirkung zwischen Patient und Therapeut, die Möglichkeit, korrigierende Beziehungserfahrungen mit dem Therapeuten als realem, personalen Gegenüber zu machen, sowie die Ablehnung standardisierter Techniken und autoritären Deutungswissens seitens des Psychotherapeuten im Vordergrund seiner Arbeit. Die nach Kräften humanistisch gestaltete und gepflegte Beziehung des Psychotherapeuten zum Patienten galt Rogers also als zentraler, ja als einziger Wirkungsfaktor der Personzentrierten Psychotherapie. Der Patient als Mensch wurde dabei primär als kreatives und schöpferisches, soziales und wahlfreies Wesen gesehen.

Rogers geht von einer Beziehungsangewiesenheit des Menschen aus, insbesondere von einem Bedürfnis nach positiver Beachtung. Insofern ist bei ihm ein individualistischer und ein relationaler Begriff der Person, sowie ein Konzept der Selbstentwicklung versus sozialer Bedürftigkeit dialektisch miteinander verschränkt.

Rogers lehnte statisch festschreibende diagnostische Etikettierungenen strikt ab und betonte eine dynamische Sichtweise der Einzigartigkeit dieses Individuums sowie den Prozesscharakter des Erlebens in ständiger Veränderung. Für Rogers war der therapeutische Prozess selbst eine Prozessdiagnose, die im Dialog zwischen dem Therapeuten und dem Patienten stattfand.

Das Grundkonzept der Personzentrierten Psychotherapie ist die Annahme einer „Aktualisierungstendenz“ in jedem Menschen. Darunter ist eine Lebenskraft, eine Selbsterhaltungs- und Entwicklungsmotivation, also eine Tendenz zur sozialen Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung, zur Entfaltung von Ressourcen, zum sozial konstruktiven psychischen Wachstum und zur Entfaltung subjektiver Wertorientierungen im Rahmen von Beziehungsnetzen zu verstehen, die im Psychotherapeuten und im Klienten gleichermaßen als vorhandene und wirksam vorausgesetzt wird.

Auf dieser Basis werden auf einer relativ abstrakten Ebene Grundeinstellungen auf Seiten des Psychotherapeuten formuliert, die vorhanden sein müssen, damit ein fruchtbarer psychotherapeutischer Prozess stattfindet:

  • Die Kongruenz des Therapeuten, also die Übereinstimmung zwischen dem, was er sagt und ausdrückt und dem, wie er sich fühlt, ist für Roger die entscheidende Voraussetzung eines fruchtbaren psychotherapeutischen Prozesses.
  • Auf dieser Basis bemüht sich der Psychotherapeut um eine Haltung unbedingter, also vorraussetzungsreier Wertschätzung für den Patienten als ganze Person, sowie um
  • das empathische (emotionale und kognitive) Verstehen des Patienten im ständig sich wandelnden Fluss von dessen Erfahrungen und innerhalb von dessen eigenem Bezugsrahmen (Rogers: „… als ob man die andere Person wäre, jedoch ohne jemals die Als-Ob-Position aufzugeben …“).

Auf Seiten des Patienten geht die Personzentrierte Psychotherapie davon aus, dass sein Zustand von psychischem Leid durch Inkongruenz bedingt ist: Das emotionale und körperliche Erleben eines Menschen kann z.B. aufgrund erlebter Abwertung oder mangelnder bedingungsloser Wertschätzung (vor allem durch die primären Bezugspersonen in der Kindheit) in Konflikt mit seiner Vorstellung von sich selbst (seinem „Selbstkonzept“) geraten mit der Folge, dass unmittelbare Erfahrungen, die nicht mit seinem Selbstkonzept übereinstimmen, nicht oder nur verzerrt im Bewusstsein repräsentiert werden. Um das Selbstkonzept (z.B. „Ich bin ein friedfertiger Mensch“) aufrecht zu erhalten, werden Gefühle, Fantasien und Impulse (z.B. Hass- oder Vernichtungsimpulse) dem Gewahrsein teilweise oder vollständig entzogen oder soweit innerlich verändert („verzerrt“), dass sie mit dem Selbstkonzept nicht mehr in Konflikt stehen.

Inkongruenz bedeutet also, dass der Patient seine eigenen Erfahrungen nicht zutreffend „symbolisiert“ (versteht). Er erlebt sich selbst und die Welt emotional, kognitiv und körperlich auf eine Weise, die mit seiner Vorstellung von sich selbst nicht übereinstimmt. Dies führt zu einer generellen Irritierbarkeit, Verunsicherung, Verletzlichkeit und Angst und wird in der personzentrierten Psychotherapie als Quelle jeder Form von psychischem Leid (psychopathologischer Symptome) verstanden.

Die Aufgabe des Personzentrierten Psychotherapeuten ist, dem Patienten eine Halt und Sicherheit gebende, förderliche Beziehung anzubieten, innerhalb derer der Patient sein aktuelles Erleben (und auch die Beziehung zum Psychotherapeuten) erkunden und immer zutreffender symbolisieren kann. Darüber hinaus muss es für einen fruchtbaren psychotherapeutischen Prozess ein Minimum an psychischem Kontakt zwischen Patient und Therapeut geben, und der Patient muss in der Lage sein, das Beziehungsangebot des Therapeuten wahrzunehmen und in gewissem Umfang anzunehmen.

Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation ist ein von Marshall Rosenberg entwickeltes Konzept zur De-Eskalation von Konflikten und zur Herstellung oder Wiederherstellung eines empathischen, liebevollen Kontakts zwischen im Konflikt befindlichen Personen oder Gruppen. Nach Rosenberg geht es in der Gewaltfreien Kommunikation nicht darum, den anderen dazu zu bringen, zu tun, was man selbst will. Ziel ist es vielmehr, die Anliegen aller beteiligten Parteien zu erkunden, zu berücksichtigen, wertzuschätzen und zu erfüllen.

Persönliche Vorbemerkung: Niemand kann ein „Meister“ in Gewaltfreier Kommunikation sein. Ich bin kein Meister und auch Marshall Rosenberg war kein Meister (wenn er z.B. ein „Wolfsgeheul“ gemacht hat in den Demo-Sitzungen, dann war das eigentlich eine Abwertung von dem, was die Teilnehmer erzählt haben). Man kann gewaltfreie Kommunikation nur lernen und immer wieder neu lernen (im Sinne von „Anfängergeist“).

Die Entscheidung zur Gewaltfreiheit

Gewaltfreie Kommunikation ist, kurz gesagt, keine Technik, sondern eine Haltung. Sie besteht aus Empathie und Selbstempathie auf Basis von Mitgefühl. Empathie (Einfühlung) ist das respektvolle Annehmen der Erfahrungen anderer Menschen.

Gewalt ist ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.

Das Bedürfnis, friedlich zusammen zu leben entspricht der Natur eines jeden Menschen.

Um aus einer Eskalationsspirale herauszufinden, ist zunächst eine Grundsatzentscheidung erforderlich, nämlich, sich an der Gewaltfreiheit als ethischem Prinzip auch im Angesicht von Gewalt zu orientieren, also Frieden und empathische Verbindung mit aller Kraft zu wollen, auch mit einem Menschen, der sich in diesem Moment vielleicht gewaltsam verhält.

Das setzt voraus, den Anderen nicht als zu überwältigenden oder zu meidenden Feind (als Feindbild) zu betrachten, sondern als Menschen, als Person. Wenn man sich dem ethischen Prinzip der Gewaltfreiheit verpflichtet, so resultiert daraus radikale Eigenverantwortung nicht nur für das eigene Verhalten, sondern, so Rosenberg, auch für die eigenen Gefühle. Nach Rosenberg sind Gefühle, also emotionale Bewertungen, durch Einstellungen geprägt.

Wer Gewalt ausgesetzt sei, müsse nicht gewalttätig antworten.

Er könne lernen, seine Bedürfnisse konsequent auf gewaltfreie Weise zu vertreten, was kein leichter Weg sei, aber die Wahrscheinlichkeit erheblich erhöhe, dass sowohl die eigenen Bedürfnisse, als auch die des Anderen, befriedigt würden.

Wenn Menschen sich gewalttätig verhalten, ist, wenn sie am meisten Empathie brauchen.

Empathie (oder Einfühlung) ist das teilnehmende, wertfreie Beobachten und Nachvollziehen der Gefühle einen anderen Menschen. Empathie ist etwas anderes als Mitleid: Erst durch die Tatsache, dass es um die Gefühle eines anderen geht, wird echte Empathie erst möglich. Empathie führt zum Nachlassen der Anspannung in beiden und ermöglicht beiden tieferes Fühlen ihrer selbst. Der andere erscheint nicht mehr als „Monster“, sondern als menschliches Wesen, mit (frustrierten) Bedürfnissen.

Die Tonlage ist entscheidend: „Verstehe ich dich … wirklich?“ Die ethische Herausforderung ist, im eigenen Leid, das Leid des anderen zu erfassen. Es ist ein ewiger Kreislauf: Kränkung <=> Wut <=> Rückzug <=> Kränkung <=> usw. Was immer wir tun, kommt aus der Bereitschaft, einen Beitrag zum Wohlgefühl, zur Zufriedenheit und Glück der anderen Person zu leisten, aus der Freude heraus unser eigenes Leben und das Leben der anderen Person zu bereichern.

Dass die Interessen differieren (unlösbare Konflikte), was zum Kampf führt, sind nur Schein. In Wirklichkeit sind das alte Filme mit verschränkten Eltern-Übertragungen (sage ich, Rosenberg sieht das nicht): „Was du nicht verstehst, kommt aus der Kindheit!“ Das Ziel ist emotionalen Austausch und eine liebevolle Verbindung zu schaffen.

Mit Gewaltfreier Kommunikation kann sehr man viel Zeit sparen,
weil das die Alternative ist, für endlose Konfliktgespräche.

  • Zuerst hält die Person inne und konzentriert sich auf sich selbst: Er gibt sich selbst Empathie.
  • Dann identifiziert er den konkreten Auslöser, der zu dem Konflikt geführt hat.
  • Dann beobachtet er das „Wolfstheater“ in seinem Kopf.
  • Dann fragt er sich „Was fühle ich?“.
  • Dann fragt er sich „Welches meiner Bedürfnisse wurde nicht erfüllt?“.
  • Dann gibt er der anderen Person Empathie für ihre Gefühle und Bedürfnisse in Frageform:
    „Bist du <… Gefühl …> weil du <… Bedürfnis …> brauchst?,“ z.B.:
    „Bist du frustriert und traurig, weil du Liebe und Verständnis brauchst?“ oder
    „Bist du enttäuscht und einsam, weil du Sicherheit und Harmonie brauchst?“

Wenn der andere Mensch schweigt, dann stimmt man sich ein auf sein Schweigen und versucht, die Gefühle und Bedürfnisse dahinter zu erfassen.

Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

  1. Konkreten Auslöser beobachten
    Die erste Aufgabe ist es, den konkreten Auslöser zu identifizieren, auf den sie oder er verärgert, zurückgezogen oder verwirrt reagiert hat, und diesen Auslöser dem anderen faktisch und konkret und ohne Interpretation zu benennen.
    Das kann man, indem man sich auf das beschränkt, was mit den (sensorischen) Sinnen erfasst werden kann. Zuerst beschreibt man also diejenigen Worte oder Handlungen (oder fehlenden Worte/Handlungen) der anderen Person sachlich (!), die ihren oder seinen Ärger, seine Verletztheit oder Verwirrtheit ausgelöst haben. Dabei bewertet, interpretiert oder verallgemeinert das Verhalten der anderen Person nicht, sondern benennt konkrete Beobachtungen, die auch eine Videokamera aufzeichnen könnte.
  2. Weiche Ich-Gefühle
    Im zweiten Schritt der Gewaltfreien Kommunikation benennt man in Form von Ich-Botschaften (statt Anklagen oder Projizieren) die weichen Gefühle, die durch das im ersten Schritt beschriebene Verhalten der anderen Person ausgelöst wurden.
    Man spürt tiefer in sich hinein, um die unangenehmen weichen Gefühle wahrzunehmen, die unter ihrer oder seiner Wut, ihrem oder seinem Rückzug oder ihrem oder seiner Verwirrung verborgen sind (z.B. von Besorgtsein, Ängstlichsein, Frustration, Traurigkeit, Schmerz, Einsamkeit oder Verzweiflung). Diese unangenehmen Gefühle teilt die Person der anderen Person in Form einer Ich-Aussage mit.
    Wenn das angenehme Gefühle sind (z.B. von Glück, Fröhlichkeit, Begeisterung, Hingerissensein usw.) dann signalisiert das: „Alles in Ordnung, die Welt ist gerade so, wie ich sie mir wünsche.“
    Die Handlungen anderer können ein Auslöser für die eigenen Gefühle sein, aber nicht deren Ursache. Ursache von Ärger, Wut und Rückzug oder Gewalt ist das Anspruchs-/Schuld-Denken (die Verurteilung anderer).
    Ist man selbst ärgerlich oder verletzt, ist das eine gute Gelegenheit zur Selbstempathie. Wenn man wütend ist, dann fragt man sich selbst: „Ich bin wütend, weil ich … brauche … … … ich fühle ganz tief in mein Herz … was gibt es da zu fühlen?“
    Wenn man ärgerlich oder wütend ist oder sich zurückzieht, dann zeigt das, dass sie oder er mit ihren oder seinen Bedürfnissen nicht in Kontakt ist, und dass sie oder er stattdessen denkt, was verkehrt an der anderen Person ist.
    Wenn man ärgerlich oder wütend ist oder sich zurückzieht dann heißt das, dass sie oder er im Geist mit einem „sollte“ oder „zu“ (zu laut, zu leise, zu penetrant, zu zurückhaltend, zu aggressiv usw.) beschäftigt ist. Rosenberg sagt: „Wenn ein Ärger in unserem Herzen ist, dann ist ein ’sollte‘ oder ein ‚zu‘ in unserem Kopf – oder eine tausendfache Variation des ’sollte‘ oder ‚zu‘.“ Wenn ich Ärger oder Wut, Depression, Schuld oder Scham fühle, dann ist es notwendig, dass ich mich mit meinen Grundbedürfnissen verbinde und nicht beurteile, was mit der anderen Person nicht stimmt.
    Ärger, Wut oder Rückzug zielt nicht eigentlich auf eine Verhaltensänderung der anderen Person (selbst wenn es so scheint), sondern auf ein Verstandenwerden: Der andere soll mein Leid/meine Gefühle wirklich hören.
  3. Grundbedürfnisse
    Dann benennt man diejenigen ihrer oder seiner Grundbedürfnisse, die frustriert oder nicht beachtet wurden, was ihren oder seinen derzeitigen, leidvollen Zustand bewirkt hat.
    Wenn der Klient wirklich ein Grundbedürfnis mitteilt, dann spürt die andere Person unmittelbar, dass sie oder er dieses Bedürfnis im Grunde auch hat. Dies führt potentiell zu einer solidarischen Verbundenheit zwischen beiden in dem Gefühl, dass eigentlich beide dasselbe wollen und, was ihre Grundbedürfnisse betrifft, keine Interessendifferenzen haben.
    Wenn Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden, dann führt das zu Frustration.
    Häufig benennen wir Normierungen („… das sollte doch selbstverständlich so sein …“) anstelle von Grundbedürfnissen.
    Häufig benennen wir Strategien anstelle von Grundbedürfnissen. Grundbedürfnisse sind abstrakt, universell, wertfrei und positiv formuliert (z.B. nach Harmonie, Austausch, Liebe, Erholung, Verbundenheit, Verständnis, Akzeptanz, Selbstbestimmung, Sicherheit, Nähe, Verlässlichkeit, Freiheit, Bewegung, Inspiration, Leichtigkeit, Kontakt usw.). Alle Menschen kennen alle Grundbedürfnisse, unabhängig von Geschlecht, Kultur, Status, Alter oder Religion. Sie können über viele unterschiedliche Strategien erfüllt werden (z.B. Arbeiten, Kommunizieren, Sport treiben, uns politisch Engagieren, Streicheln, ins Kino gehen, schlafen, Sex haben, Streiten usw.). Konflikte entstehen, wenn Menschen an bestimmten Strategien festhalten und nicht Grundbedürfnisse benennen.
    Oft unterscheiden wir nicht Grundbedürfnisse von Bitten. Wir sagen z.B.: „Ich habe das Bedürfnis, dass du mich verstehst.“ Das ist kein Grundbedürfnis, sondern eine Bitte, die gerichtet ist an eine Person. Ein Grundbedürfnis ist nicht gerichtet an eine Person (das wäre in diesem Fall: „Ich habe ein Bedürfnis nach Verständnis“).
    Ungeliebt, gemaßregelt, unverstanden, beschämt usw. – das sind eigentlich Verben die den anderen betreffen („projektive“ Verben: „X liebt mich nicht“ usw.) und nicht einen selbst. Wenn das um Gefühle geht, dann wäre der angemessene Ausdruck etwa „traurig“ oder „betroffen“.
    Das Bedürfnis, „Recht zu haben“, ist ein Dominanzverhalten, was nicht zum Glück in Beziehungen beiträgt.
    Wenn der eine Partner die Bedürfnisse des anderen Partners nicht erfüllen will, dann kann sich dieser Partner eine andere Person aussuchen, die seine Bedürfnisse befriedigt.
    Geben ist auch ein Bedürfnis.
  4. Konkrete Bitte
    Der vierte Schritt in der Gewaltfreien Kommunikation besteht darin, dass man an die andere Person eine konkrete Bitte richtet, die geeignet ist, ihre oder seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, also zu der gemeinsamen Lebensqualität beizutragen.
    Die Bitte zielt auf „mitfühlendes Geben“. Die Bitte ist nicht negativ formuliert. Sie bezieht sich stets auf ein konkretes Verhalten der anderen Person: Dem anderen wird mitgeteilt, was er tun kann, um die Frustration des Klienten zu beenden.
    Die Bitte sollte im Hier und Jetzt formuliert sein, um dem anderen die Möglichkeit zu geben, die Bitte zu verstehen und – wenn er das möchte – zu erfüllen.
    Die Bitte, die am ehesten geeignet ist, aus dem Konflikt herauszuführen, ist nach Rosenberg eine Bitte um Feedback. Sie kann in der einfachsten Form die Bitte an den anderen sein, zu wiederholen, was er gerade gehört hat: „Kannst du mir sagen – aber du musst das nicht sagen! – was ich gerade gesagt habe/was du gerade gehört hast?“
    Oft erwarten wir, dass die andere Person ihre oder seine Bitte erfüllen muss oder sollte. Das übt einen Druck auf die andere Person aus: Sie oder er hört eine Forderung, statt eine Bitte. Das hat meistens zur Folge, dass er oder sie die Bitte nicht erfüllt. Ein Nein des anderen kann akzeptiert werden, ohne es als Zurückweisung zu empfinden. Die Bitte wird ausgesprochen unabhängig davon ob der andere sie erfüllt. Das erhöht wesentlich die Wahrscheinlichkeit, dass der andere sie erfüllten wird.
    Oft, wenn wir eine Bitte formulieren, dann hört die andere Person eine Forderung eine Kritik oder ein „sollte“ oder „zu“ und verweigert die Bitte dann („du willst immer nur …“). Dann ist eine aussichtsreiche Erwiderung: „Danke, dass du mir mitteilst was du gehört hast. Ich kann sehen, dass ich mich nicht verständlich ausgedrückt habe. Ich versuche nicht, dir zu sagen, was du tun solltest. Ich versuche nicht dich zu kritisieren. Ich habe ein dringendes Bedürfnis, dass du verstehst, was für ein Grundbedürfnis nicht erfüllt wird, wenn du das tust. Lass mich mein Grundbedürfnis noch einmal sagen … <Grundbedürfnis> … Kannst du mir sagen, was du mich hast sagen hören?“
    Es kann auch ein Bitte sein, zu erfassen, was der andere für ein Gefühl hat, wenn er eine Äußerung hört: „Wie fühlst du dich, wenn du das hörst“.

Eine wesentliche Frage ist: Wie komme ich von der „Palme“ runter, wenn ich voll mit Stresshormonen einem Feindbild gegenüberstehe? Wenn das so ist, dann wäre es hilfreich, innerlich, zu sich selbst zu sagen: „Tu zuerst nichts! Sag zuerst nichts! Denn wenn du etwas tust oder sagst dann wird schlimmer es kommen.“

Man hat die alleinige Kontrolle über seine Gefühle und – man hat die Wahl:
welche Gefühle man spüren will – und welche nicht …

… wenn das auch überaus schwer zu akzeptieren ist.

Respekt bedeutet nicht immer Zustimmung sondern Akzeptanz: „So ist das für den anderen.“

Gewaltfreie Kommunikation als Einstellung

Gewaltfreie Kommunikation ist (relativ) einfach zu verstehen, aber sehr viel schwerer umzusetzen. Aber: Es ist die einzige Möglichkeit, Frieden in eine konfliktreiche Beziehung zu bringen.

Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation sind nicht als schematische Vorgaben zu verstehen, die stets rituell in genau vier aufeinander folgenden und genau so zu formulierenden Sätzen abgehandelt werden müssen. Es ist schwer möglich, die alltäglichen Kommunikation in das „Viererschema“ der Gewaltfreien Kommunikation zu übertragen. Vielmehr handelt es sich um eine konfliktpräventive und de-eskalierende Kommunikationsweise auf der Basis einer gewaltfreien, Humanistischen Einstellung, wobei jeder einzelne Schritt für sich bereits ein Weg heraus aus dem Konflikt und hin zu einer solidarischen Verbundenheit sein kann.

Die Voraussetzungen für Gewaltfreie Kommunikation sind:

– Den anderen als Person sehen und nicht als Feindbild.
– Die empathische Verbindung wollen, statt gewinnenden wollen, den andere anzugreifen oder sich zurückzuziehen.
– Das Problem faktisch beschreiben, statt zu Abstraktionen oder Interpretationen Zuflucht zu nehmen.
– Fühlen, was unter der eigenen Wut steckt, statt die Wut auszuagieren.
Nur Gefühle und Bedürfnisse hören, statt Anklagen und Forderungen.
Tiefenempathie geben, statt an der Oberfläche zu bleiben und Pappkameraden (eine Karikatur, eine Witzfigur usw.) zu „besiegen“.
Weiche Ich-Gefühle mitteilen, statt zu projizieren oder anzuklagen.
– Dem andern seine Grundbedürfnisse mitteilen, statt Strategien oder Pseudobedürfnisse zu benennen.
Konkrete Wünsche benennen, statt Negationen oder Forderungen.

Wut, Hass, Schärfe, Rückzug und Dominanz sind „Steinzeitreaktionen“.

Die 10 Beziehungs-Grundgesetze (die sind von mir …)

  1. Du kannst sie/ihn nicht ändern.
  2. Rede von Dir.
  3. Sag auch, was gut ist.
  4. Jede/r hat ihre/seine eigene Wirklichkeit.
  5. Unter Stress gibt es nur noch die eigene Wirklichkeit.
  6. Unter Stress werden die Schatten aktiviert.
  7. Wenn man wütend wird, dann ist eine empfindliche Stelle getroffen.
  8. Wut ist eine ungelenke Art, Bedürfnisse auszudrücken.
  9. Mache deine Gürtellinie deutlich.
  10. Was du nicht verstehst, kommt aus der Kindheit.

Humanistische Hypnotherapie

Humanistische Hypnotherapie ist eine spezielle Anwendung von therapeutischer Hypnose im Rahmen der Humanistischen Psychotherapie.

Im Folgenden ist die Rede von „dem Patienten“, das kann sowohl eine Frau als auch ein Mann als auch ein/e Transgender sein.
Im Folgendem ist die Rede von „dem Thema“ des Klienten, das kann sowohl ein Symptom als auch ein Problem oder eine Frage oder ein Trauma des Klienten sein.

Vorbereitung

Kognitive Vorbereitung

Die kognitive Vorbereitung dient der Aufklärung des Klienten über Hypnose (manche Klienten haben unrealistische oder übertriebene Vorstellungen von Hypnose). Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose müssen benannt werden und der Hypnotherapeut muss dem Klienten ein Gefühl für Sicherheit geben (z. B. indem er benennt, dass er eine qualifizierte hypnotherapeutische Ausbildung hat).

Vorgeschichte erfragen

Der Hypnotherapeut fragt (kurz oder lang) die Vorgeschichte des Thema des Klienten ab.

Thema fokussieren

Der Hypnotherapeut fokussiert das Thema (bspw. „Worum geht es?).

Ziel erfragen

Der Hypnotherapeut erfragt das Ziel (z.B. „Was soll bei der Hypnose herauskommen? Was könnte das Ergebnis günstigenfalls/zur Not sein?“).

Setting

„Darüberreden“ stoppen

Die meisten Klienten reden am Anfang zu viel und zu schnell. Der Hypnotherapeut begünstigt das Verlangsamen der Äußerungen des Klienten bis zum Innehalten.

Analog Markieren

In die Trance können suggestive Hinweise eingebettet werden, die durch subtile Veränderungen der Stimmlage gegenüber dem Unbewussten des Patienten hervorgehoben werden. Erickson beschreibt die Technik des „analogen Markierens“ durch Stimmveränderungen im Fallbericht eines krebskranken jungen Gärtners, dem er einen endlosen Sermon über Tomatenpflanzen und Anbaumethoden erzählte. In diesen Sermon streute Erickson die zu vermittelnden Suggestionen (z.B. „ruhen“, „lebendig“, „Wohlgefühl“ usw.) ein. Wann immer in seinem hypnotischen Monolog die zu vermittelnden Suggestionen vorkamen, ließ er seine Stimme etwas ruhiger, tiefer und weicher werden, um die Worte an das Unbewusste des Patienten zu adressieren.

Im aktuellen Erleben absorbieren

Der Hypnotherapeut lädt den Klienten ein, sich auf das zu fokussieren, was im Moment im Zentrum seiner Aufmerksamkeit steht, z. B. ein Druck in der Brust, einem Thema (was er visuell, akustisch, kinästhetisch und olfaktorisch erlebt), eine optische Fantasie u.s.w. Er lädt den Klienten dazu ein, sich tief auf diese Wahrnehmungen einzulassen.

Passive Haltung
Damit verhält der Hypnotherapeut sich passiv gegenüber den Inhalten, die der Klient bringt: Der Klient führt, der Hypnotherapeut folgt.

Seeding

Der Hypnotherapeut benutzt Worte, die in der Induktion vorkommen, zum Beispiel „Ruhe“, „loslassen“, Wärme“ usw.

Atempacing

Der Hypnotherapeut wählt seine Worte so, dass sie mit dem Atemrhythmus des Klienten übereinstimmen.

Pacing und Leading

Der Hypnotherapeut sagt zum einen Dinge, die dem Pacing des Klienten dienen und dann sagt er Dinge, die den Leading dienen (z.B.: „Du kannst meine Stimme hören, du weißt, welche Tageszeit es ist [Pacing] … und du kannst dich entspannen [Leading] …“.

Spontantrancen erkennen

Der Hypnotherapeut erkennt Spontantrancen (z.B. wenn der Klient unverwandt in eine Richtung schaut, nicht blinzelt oder sitzt, ohne sich zu rühren usw.), und benutzt diese Wahrnehmungen (z.B. indem er sagt: „Du kannst auf diesen Punkt schauen … und dich entspannen“).

Prozess

Weiche direktive Suggestionen

Der Hypnotherapeut formuliert, was er suggerieren will, als eine „weiche“ Behauptung oder einen „weichen“ Befehl (z.B.: „Deine Arme können schwerer werden [weiche Behauptung] … du kannst dich entspannen [weichen Befehl] …)“.

Nun folgt die Schweresuggestionen. Sie werden langsam mit dem Ausatmen des Patienten gesprochen: „Deine Füße <usw.> werden schwerer“ (der Hypnotherapeut spricht alle Körperteile von unten nach oben an).

Es folgt die Suggestion: „Fühl mal, in welcher Region deines Körpers noch Spannungen vorhanden sind … und entspann auch diese … ein ganz klein wenig entspannen … das genügt.“

Die Wärmesuggestionen werden langsam mit dem Ausatmen des Patienten gesprochen: „Deine Füße <usw.> werden wärmer(der Hypnotherapeut spricht alle Körperteile von unten nach oben an außer den Kopf).

Die Stirnkühlesuggestion wird fünfmal beim Ausatmen des Patienten mit Pausen gesprochen: „Deine Stirn wird angenehm kühl.“

Optionale Suggestionen zur Vertiefung, z.B.: „dein Herz wird ruhig und warm“, „es atmet dich“, „du kannst immer tiefer in Trance gehen“ usw.

Jetzt kann der Hypnotherapeut suggerieren: „Die Geräusche sind ganz gleichgültig“ (… wenn es welche gibt).

Der Hypnotherapeut benennt in einem oder zwei Sätzen das Thema des Klienten.

Der Hypnotherapeut suggeriert, dass der Patient sprechen kann (das wissen nämlich einige nicht): „Du kannst sprechen.“

Nun kann der Hypnotherapeut fragen:

„Was fühlst du in deinem Herzen?“
„Was fühlst du in deinem Bauch?“
„Was fühlst du in deinem Kopf?“

„Wenn du eine Löwin/ein Löwe wärst, was würdest du dann tun?“
„Stell dir vor, es würde ein Wunder geschehen … was genau wäre passiert?“

„Wie würde der andere Mensch/würden die anderen Menschen darauf reagieren?“
„Was bräuchte du dazu?“

„Was würdest du in Zukunft anders machen?“

Jetzt ist die Trance voraussichtlich am tiefsten – jetzt kann er die vorher vereinbarte Posthypnose geben: „Nach der Trance wirst du …“ Die posthypnotische Suggestion wird dreimal mit Pausen wiederholt. Danach macht der Hypnotherapeut eine Minute Pause.

Die Rehypnose ist eine posthypnotische Suggestion zur Erleichterung der nächsten Trance-Induktion: „In der nächsten Trance wirst du … sehr schnell, sehr tief in Trance gehen.“

Reorientierung: „Du kannst jetzt langsam zurück kommen … deine Füße <usw.> werden frisch und wach“ (der Hypnotherapeut spricht nacheinander alle Körperteile von unten nach oben und die psychischen Funktionen an). „Atme 3, 4 mal tief ein und aus … reck dich und streck dich … offne die Augen … du bist hellwach.“

Wenn der Klient seinen Fokus (das Thema) verliert, dann macht das gar nichts: Der Hypnotherapeuten ermutigt ihn dann, mit der gegenwärtigen Assoziation weiterzugehen.

Das Thema im Körper spüren

Körperritual

Der Hypnotherapeut suggeriert, dass beispielsweise der Klient mit der linken Hand sein Thema körperlich ausdrücken soll und mit der rechten Hand einen rudimentären Hinweis aus dem Unbewussten, das zu einer Lösung des Themas beitragen könnte.

Haltgebend berühren („Holding“)

Der Hypnotherapeut berührt einen Körperteil des Klienten (z.B. seine Schultern), um ihm Halt zu geben (außer im Intimbereich, das ist ungefähr wo ein Bikini/eine Badehose sitzt).

Den „Hotspot“ berühren

Da, wo der Klient in seinen Körper etwas spürt („Hotspot“), berührt ihn der Hypnotherapeut (außer im Intimbereich, das ist ungefähr wo ein Bikini/eine Badehose sitzt).

Den „Hotspot“ mobilisierend bewegen

Der Hypnotherapeut bewegt den Hotspot beispielsweise aufwärts (um die Energie zu mobilisieren) oder abwärts (zum beruhigen) oder zu den Seiten (zum verteilen).

„Heiße“ Themen analog begleiten

Wenn der Patient ein Thema äußert, von dem der Therapeut denkt, dass es für ihn emotional bedeutet ist, dann macht der Therapeut „mhm“, „aha“ oder Ähnliches (das wirkt vertiefend).

„Heiße“ Themen ausdrücklich begleiten

Wenn der Patient ein Thema äußert, von dem der Therapeut denkt, dass es für ihn emotional bedeuten ist, und in dem nächsten Satz von dem Thema ablenkt, dann kann der Therapeut sagen: „Bleib da!“.

Psychodynamik

Selbsterkundung anleiten

Der Hypnotherapeut leitet den Klienten an, durch freundliche Aufmerksamkeit (vor allem auf seine Gefühle und sein Verhalten), sich eine Selbsterkundung zu erlauben.

Gefühle erspüren/erfragen

Der Hypnotherapeut richtet die Aufmerksamkeit des Klienten auf das Erspüren seine Gefühle (z.B. kann er ganz direkt fragen: „Was fühlst du?“).

Gefühle verbalisieren

Er ermutigt Klienten, seine Gefühle zu verbalisieren oder zu malen.

Fantasiebilder

Der Hypnotherapeut ermutigt den Klienten, Fantasiebilder über sein Thema entstehen zu lassen.

Das Erleben verstehen

Der Hypnotherapeut ermutigt den Klienten, sein Thema kognitiv zu verstehen und auszusprechen (zu verbalisieren).

Die Funktion des Themas verstehen

Der Hypnotherapeut ermutigt den Klienten, die Funktion seines Themas zu verstehen und zu verbalisieren.

Die Psychodynamik verstehen

Der Hypnotherapeut ermutigt den Klienten, Hypothesen über die psychodynamischen Zusammenhänge seines Themas zu formulieren.

Perspektivenwechsel

Es gibt vier Wahrnehmungspositionen:

Position 1 oder „Ich-Position“: Auf dieser Position betrachte ich die Situation assoziiert. Das Erleben findet aus der eigenen Innen-Perspektive mit allen dazugehörigen eigenen Gefühlen und Gedanken statt.

Position 2 oder „Du-Position“: Auf dieser Position betrachte ich die Situation aus Sicht eines oder des anderen Beteiligten. Ich versetze mich in die andere Person hinein und betrachte die Welt und die Situation aus der Warte dieser Person. Durch die bewusste Distanzierung von meiner bisherigen Position zu dem Thema, erhalte ich weitere Hinweise.

Position 3 oder „Beobachter-Position“: Diese Position ist die eines unbeteiligten Dritten, der die vorhandene Situation aus seiner Perspektive wahrnimmt und beschreibt. Hier bin ich von meinen eigenen Emotionen und den Emotionen des/der Anderen vorübergehend dissoziiert. Aus dieser Distanz kann ich die Interaktion beziehungsweise Situation zwischen mir und dem/der Beteiligten erkunden und Ideen für eine Lösung erarbeiten. Aus dieser Position heraus kann ich, nach der Einnahme aller Positionen, der ersten Position Tipps und Ideen zur Lösung anbieten.

Position 4 oder „Meta-Position“: In dieser Position wird aus der Sicht des Großen und Ganzen die vorhandene Situation betrachtet. Ich nehme also Abstand zum Abstand, aus dem ich die vorhandene Situation betrachte.

Altersregression und -progression

Altersregression

Ein Verfahren der Hypnose, welches eine real wirkende Zeitreise in die Vergangenheit suggeriert. Dabei können Erwachsenenfähigkeiten zurücktreten und kindliche Verhaltensweisen an den Tag kommen. Das ist wie eine mentale Zeitreise durch Suggestionen in Trance oder Hypnose, in die ein Zurückversetzen der Vergangenheit stattfinden kann.

Zeitprogression

Eine Zeitprogression, das ist eine zeitliche Orientierung in die Zukunft, zum Beispiel zum Ziel.

Cutting-Imagination

Einen Weg von Problem zum Ziel wird metaphorisch imaginiert (z.B. durch einen „materiellen“ Weg, eine Linie, ein Faden o. ä.) und dann wird die Imagination durchtrennt (z.B. durchschnitten).

Dialog

Der Hypnotherapeut moderiert einen inneren Dialog. Der kann zum Beispiel sein:

Dialog mit/von Teilen der Persönlichkeit

Der Hypnotherapeut moderiert einen Dialog mit oder von Anteilen der Persönlichkeit (z.B. dem aggressiveren Teil, dem Weichling, dem männlichen/weiblichen Teil o. ä.).

Dialog mit Mentoren

Der Hypnotherapeut moderiert einen Dialog mit einem Lehrer („Mentor“) des Klienten.

Dialog mit dem Körper

Der Hypnotherapeut moderiert einen Dialog mit dem Körper (bspw. mit der Lunge eines Sportlers).

Dialog mit einem erkrankten Organ

Der Hypnotherapeut moderiert einen Dialog mit einem Organ, das erkrankt ist (z.B. – wenn der Klient Kopfschmerzen hat, mit dem Kopf des Klienten).

Dialog mit anderen Personen

Der Hypnotherapeut moderiert ein Dialog mit anderen Personen (z.B. mit dem Mann/der Frau des Klienten, dem Chef, einem Kollegen o. ä.).

Dialog mit dem Unbewussten

Ein Dialog mit dem Unbewussten ist z.B. möglich als Dialog mit dem „weißen Wesen“ (z.B. „der ist ein weißes Wesen … du kannst das befragen …“). Das Unbewusste kann auch direkt befragt werden (z.B. „frag mal dein Unbewusstes …“) oder der Klient kann sich vom Unbewussten „coachen“ lassen.

Ressourcenarbeit

Vorhandene Ressourcen würdigen

Der Therapeut würdigt vorhandene Ressourcen (z.B. indem er die Ressourcen suggestiv bekräftigt).

Aktivierbare Ressourcen identifizieren

Der Hypnotherapeut identifiziert aktivierbare Ressourcen (z.B. in dem der Therapeut einen Mentor suggeriert, der dem Klienten Tipps gibt).

Aktivierbare Ressourcen identifizieren durch Introjektion des Therapeuten

Der Hypnotherapeut identifiziert aktivierbare Ressourcen durch Introjektion des Therapeuten (z.B. kann der Klient in Trance in den Therapeuten hineinschlüpfen und die Ressourcen realisieren, die der Therapeut hat).

Ressourcen nutzen

Der Hypnotherapeut suggeriert Situationen, in denen der Klient in die Lage kommt, seine Ressourcen zu nutzen (bspw. in anderen, weniger gefährlichen Situationen).

Mangelnden Ressourcen identifizieren

Der Hypnotherapeut identifiziert mangelnde Ressourcen (das passiert in der Regel still, im Kopf des Therapeuten).

Posthypnose

Posthypnotisch einladen

Der Hypnotherapeut suggeriert, dass der Klient im Wachzustand die Fähigkeiten zur Verfügung hat, die in die er in der Hypnose hatte, entweder direkt oder indirekt.

Posthypnotisch eine Verhaltensänderung einladen

Der Hypnotherapeut suggeriert eine Situation, wo ein anderes Verhalten sinnvoll wäre.

Posthypnotisch eine Einstellungsänderung einladen

Der Hypnotherapeut suggeriert eine Situation, wo eine andere Einstellung sinnvoll wäre.

Posthypnotisch eine kreative Lösung einladen

Der Hypnotherapeut suggeriert eine Situation, wo eine kreative Lösung für das Thema wahrscheinlich ist.

Ziel imaginieren

Der Hypnotherapeut suggeriert eine Zielsituation, in der der Klient seine Ressourcen zur Verfügung hat. Das kann sowohl real als auch symbolisch (zum Beispiel durch eine metaphorische Gestalt, oder einen Gegenstand) geschehen. Die Zielsituation kann auch „geankert“ werden (z.B., wenn der Klient morgens in den Spiegel schaut und dann seine Ressourcen zur Verfügung hat).

Reorientierung

Autogene Reorientierung

Der Hypnotherapeut achtet auf Signale des Klienten, die auf Wieder-Erwachen schließen lassen (bspw. eine Drehung des Kopfes, eine vertiefte Atmung, schnelle Handbewegungen usw.).

Amnesie anbieten

Der Hypnotherapeut kann Amnesie anbieten, die suggerierten Inhalte wirken und unbewusst weiter (z.B. direkt: „… und diese Worte können hinter dir versinken wie Wasser auf guter Gartenerde …“, oder indirekt: „… das Wasser kann auf deine Tomatenpflanzen fließen … und unterschwellig die Wurzeln erreichen … und dafür sorgen dass die Tomaten richtig rot werden …“).

Hilfreiches mitbringen und erinnern

Der Hypnotherapeut leitet den Klienten an, Hilfreiches mitzubringen und zu erinnern (bspw. „… du kannst alles mitbringen und erinnern, was hilfreich war … du kannst das hinterher aufschreiben oder aufmalen …“).

Reorientieren

Der Hypnotherapeut reorientiert den Klienten sanft und gründlich („… die Füße … sind frisch und wach …“).

Gestalttherapie/Psychodrama

Der Psychotherapeut fordert den Klienten auf, „Teile“ seiner Person, anderen Personen oder anderen einflussreichen Faktoren zu repräsentieren, beispielsweise als Personen, Tiere, Gegenstände oder Naturkräfte (Wind, Wärme, einen Wolke usw.). Dann agiert der Klient, unterstützt von Therapeuten, mit diesen Teilen.

Beispiel: Ein Klient sagte, dass er immer, wenn eine Frau im nahekommt, dazu neigt, sie zu kritisieren, aber das wolle er nicht, damit habe er zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Ich sagte zu ihm „Kannst du dir den Teil von dir, der zum Kritisieren neigt, als Person, als Tier, als Gegenstand oder eine Naturkraft vorstellen?“ Er imaginierte den Teil, der zum Kritisieren neigt, als einen kleinen, roten Plastikball. Er sagte: „Das macht Spaß, mit dem Ball zu spielen … aber das ist eine große Zeitverschwendung“.

Der Therapeut kann den Klienten auffordern, sich in einen „Teil“ (eine andere Person, ein Tier, ein Gegenstand oder eine Naturkraft) hineinzuversetzen und die Ressourcen, die in den Teil stecken. zu aktualisieren.

Ich sagte mal zu einem Klienten: „Stell dir vor, du bist ein Baum … mit Wurzeln bis zum Mittelpunkt der Erde … und du hättest einen Wipfel, der bis zum Himmel reicht … spüre das Verankertsein in der Erde … und im Himmel …“

NLP-Timeline Arbeit

Der Psychotherapeut kann den Patienten auffordern, sich z.B. mit dem Rücken ein eine Wand zu stellen. Jetzt fordert er ihn auf, z.B. zwei (oder drei, oder vier) alternative „Wege“ vor sich zu sehen, wie er seinen Lebensweg künftig sieht. Nun kann der Psychotherapeut vorschlagen, dass der Patient langsam auf einen nach dem anderen „Wege“ geht, und dabei sich konzentriert auf das, was dabei in Wirklichkeit passieren würde („Timeline in die Zukunft„).

Auf ähnliche Weise kann das auch als „Timeline in die Vergangenheit“ gemacht werden, indem der Patient aufgefordert wird sich z.B. mit dem Gesichts zur Wand zu stellen und hinter ihm die „Timeline“ z.B. bis zur Geburt zu sehen. Er kann dann langsam rückwärts gehen bis zu einen neuralgischen Punkt und das erfahren, was es da zu erfahren gibt.

 

Werner Eberwein