Was ist eine schizoide Persönlichkeitsstörung, und wie wird sie behandelt?

Bei der schizoiden Persönlichkeit handelt es sich um eine Kontaktstörung in Bezug auf die emotionalen Beziehungen zu anderen Menschen, zur Umwelt und zum eigenen Körper. Die schizoide Persönlichkeitsstörung (von griechisch schizo = „abgespalten“) darf nicht mit Schizophrenie verwechselt werden.

Kennzeichen

Kennzeichen einer schizoiden Persönlichkeit (ICD10 F60.1) sind:

  • eine starke und anhaltende Tendenz zum Rückzug von gefühlsmäßigen und sozialen Kontakten zu anderen Menschen,
  • trotz einem starken (oft überstarken) Sehnsucht nach inniger Gemeinsamkeit, ja Verschmelzung mit anderen ist die Fähigkeit zum Ausdrücken von Emotionen und zur Aufnahme emotionaler Kontakte vermindert,
  • eine einzelgängerische Lebensweise und in sich gekehrte emotionale Zurückhaltung bis Blockiertheit,
  • ein begrenztes Vermögen, durch Worte oder mimische Ausdruck Gefühle auszudrücken,
  • eine Vorliebe für abstrakte Fantasien und theoretische Wissenschaften,
  • Schwierigkeiten mit Augenkontakt bei gleichzeitiger intensiver Erreichbarkeit durch körperlichen Kontakt,
  • in der Regel sind soziale Alltagskontakte und tiefe Beziehungen nur in geringem Umfang vorhanden,
  • es fällt ihnen schwer, Wärme für andere zu vermitteln,
  • sie wirken introvertiert, in sich gekehrt und ungesellig,
  • die emotionale Erlebnis- und Mitschwingungsfähigkeit, sowie die emotionale Ansprechbarkeit ist vermindert.
  • schizoide Menschen erscheinen oft starr, hölzern und befremdlich,
  • ihr Verhalten ist oft für andere schwer nachvollziehbar,
  • gelegentlich zeigen sie unvermittelte Gefühlsausbrüche im Wechsel mit unerwarteten, plötzlichen Rückzügen,
  • im geselligen Umgang erscheinen schizoide Menschen unzugänglich,
  • schizoide Persönlichkeiten zeichnen sich oft durch einen hohes Maß an intellektueller Differenziertheit, großen Fantasiereichtum, geistige Stimuliertheit sowie soziale Unabhängigkeit und Ungebundenheit aus,
  • aufgrund ihres sozial befremdlichen Verhaltens werden sie oft sozial ignoriert oder ausgegrenzt und ziehen Spott und Hänseleien auf sich,
  • Schizoide haben oft einen deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Konventionen oder Normen und neigen daher dazu, diese nicht wahrzunehmen oder zu ignorieren,
  • im sozialen Kontakt stoßen sie andere oft vor den Kopf, wirken scheu und verschrobenen,
  • sie sind sehr empfindlich und ertragen Nähe und Intimität schwer, obwohl sie sich gleichzeitig sehr danach sehnen,
  • Schizoide sind überaus empfindlich gegenüber Zurückweisung und Herabsetzung,
  • oft können sie Kontaktwünsche nicht richtig dosieren, daher wechseln distanzlose Annäherungsversuche mit abrupten Rückzügen einander ab,
  • oft können Sie die Gefühle anderer Menschen nicht sicher einschätzen oder einordnen,
  • gleichzeitig haben sie oft eine große Fähigkeit zum intuitiven Erfassen komplexer Zusammenhänge und auch emotionaler Befindlichkeiten anderer.

Entstehung

  • Besonders anfällig für die Entstehung einer schizoiden Struktur sind Menschen, die als Kinder von ihrem Temperament her hochgradig sensibel und irritierbar waren.
  • Oft handelt es sich um unerwünschte Kinder, denen das „Strahlen in den Augen der Mutter“ gefehlt hat.
  • Oft wuchsen sie unter Bedingungen emotionaler Vernachlässigung oder in chaotischen sozialen Verhältnissen auf, in denen die Eltern nicht ausreichend in der Lage waren, das Kind zu verstehen oder sich ihm liebevoll zuzuwenden.
  • Auch über brüske, ruppige und grenzüberschreitende, raue Formen der Fürsorge wird berichtet.

Behandlung

Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist (im Vergleich beispielsweise zur narzisstischen oder Borderline-Persönlichkeitsstörung) wissenschaftlich relativ wenig untersucht. Aktuelle differenzierte Konzepte zur psychotherapeutischen Behandlung schizoider Störungen sind kaum entwickelt. Hypnotherapeutische Konzepte zur Arbeit mit schizoiden Struktueren (und zur Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen überhaupt) sind selten und wenig bekannt.

In der Psychotherapie bei einer schizoiden Struktur ist kurzzeittherapeutisch (beispielsweise durch Hypnose als Kurzzeittherapie) nicht viel zu erreichen. Es muss vielmehr mit einem längeren Psychotherapieprozess gerechnet werden, in dem der behutsame, allmähliche Aufbau und das Aufrechterhalten einer vertrauensvollen Beziehung zum Psychotherapeuten bei angemessener Distanz im Zentrum des psychotherapeutischen Prozesses steht (d.h. die „Chemie“ zwischen beiden muss stimmen). Mit welchen Verfahren der Psychotherapeut dabei arbeitet, ist demgegenüber weniger entscheidend.

Werner Eberwein

97 Antworten
  1. helmut dietz
    helmut dietz says:

    ja, ich vermute, eine frau mit einer schizoiden persönlichkeitsstruktur kennengelernt zu haben . nein, keine liebesgeschichte. sie hat nur 8 monate bei mir gewohnt und wir hatten ein angenehmes verhältnis ohne besondere tiefe. ich fühlte mich allerdings verantworetlich, weil sie in einer notsituation war.
    seit 1 halben jahr wohnt sie in einem kleinen fachwerkhaus, das ich gekauft und ihr vermietet habe. seither sind die kontakte auf ein minimum reduziert und das macht mir viel aus, weil es sich bei dieser frau um einen differenzierten und interessanten menschen handelt. die naheliegenden erklärungen einer anderweitigen beziehung, die ihr zu wünschen wäre, trifft nicht zu. eine reihe von freundschaften, zunächst idealisiert, sind in der kurzen zeit unsrer bekanntschaft verblaßt oder zerbrochen.
    auch ich bin mit dem versuch, eine nicht nur belanglose freundschaftliche beziehung herzustellen ganz offensichtlich gescheitert. damit könnte man zur tagesordnung übergehen – aber es macht mir sehr viel aus und beherrscht mein denken und empfinden. wie wird man damit fertig?

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    • Ella Master
      Ella Master says:

      sei gegrüßt helmut,
      deine worte, die beim lesen eine tiefe in mir erreichen, zwingen mich, dir zu antworten.
      ……wenn du wirkliches interesse an dieser frau hast, dann würde sie sich m. e. über eine nachricht von dir freuen. natürlich nicht zu “ intim “ eher locker…
      ich denke, sie braucht zeit…viel zeit, um nähe zu zulassen. nähe, die sie sich sicher wünscht.
      viel glück!

      Fröhliche grüße

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  2. Gisela Kunert
    Gisela Kunert says:

    Sehr geehrter Herr Dietz,

    auch wir haben ein Problemfall mit einer schizoiden Persönlichkeitstrukter, der Sohn meines Mannes. Jahrelang (6 Jahre) tun wir schon herum, wir haben bis jetzt noch keine Hilfe für den Sohn bekommen, da er auch nicht bereit ist, Hilfe anzunehmen. Es müßte ein Leidensdruck da sein und den empfinden diese Leute nicht. Bitte gehen Sie auf die Internetseiten, die dieses Problem bearbeiten. Selbst müßte man in eine Therapie gehen um sich sagen zu lassen, wie man mit diesen Menschen umgeht. Unser Leidensdruck ist ähnlich wie bei Ihnen. Fertig wird man nur dadurch, dass man ganz langsam, ganz allmählich mit Ihnen Kontakt aufnimmt ohne Aufdringlich zu sein, und nicht immer in die gleiche Kerbe hauen. Mit Engelszungen reden und nicht zu lange. Vielleicht selbst zur Therapie gehen. Mein Mann und ich sind schon ganz verzweifelt. Wir müssen uns auch beraten lassen. Alles Gute ich kann Ihnen so sehr nachfühlen, weil wir in der gleichen Situation stecken. Sie müssen das Denken Ihrer Freundin verstehen, deshalb mein Internethinweis, da steht alles drin. Alles Gute, und hoffen, dass man irgendwann zu diesen Personen Kontakt bekommt. Doch wie nur ganz langsam und nicht aufdringlich.

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  3. Jana
    Jana says:

    Hallo,

    ich bin 25 Jahre alt und seit ein paar Jahren Studentin. Ich wurde adoptiert als ich 3 war und kam erst dann nach Österreich. Alle Kriterien – die schwere Vernachlässigung, Eltern sind unfähig sich um ihr Kind zu kümmern usw – treffen bei mir vollends zu und auch bis zum 17-ten Lebensalter erfuhr ich viel Gewalt und psychische Misshandlung durch meinen Adoptivvater.

    Mein Mitadoptierter Bruder ist nur ein Jahr älter als ich und kann sein Leben nicht leben, auch unter Sachwalterschaft tut er sich sehr schwer.

    Mit 17 kam ich in die Klinik aufgrund vieler Suizidversuche. Ich erhielt drei prägende Diagnosen: 1) Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), 2) schwere Depression reaktiv und 3) schizoide Persönlichkeitsstörung

    Die schizoide PS erhielt ich mit 25, als ich im Februar psychotisch war und unbedingt wissen wollte, was bei mir abgeht. Ich wusste nicht und auch heute nicht (aber heute arbeite ich an mir) wer ich bin und habe so das Verhalten anderer Menschen nachgeahmt, um zu erfahren oder wenigstens nachzuempfinden, wie sich Normalos fühlen, also wie sich „Normal Neuros“ fühlen 😉

    Ich höre den ganzen Tag immer die gleiche Musik, das kann bis zu 8 Stunden gehen oder auch die ganze Nacht, wenn ich durchmache. Ich weiß, dass ich mit 15 und auch mit 19 – weil ich vor großen Veränderungen meines Lebens stand – nur noch dahinvegetierte, ich musste Musik hören, unbedingt, sonst hielt ich die Realität nicht aus, die Realitätsflucht half mir irgendwie Zeiten zu überbrücken.

    Ich kriege auf der Uni alles 2-er, habe eine schwierige lateinische Vorlesung als einzige Studentin in nur einem Semester geschafft, da war ich aber voll manisch, psychotisch und narzisstisch persönlichkeitsgestört drauf.

    Meine neue Diagnose, nämlich die schizoide PS hat mir im Feb. nichts zugesagt. Ich hörte nur „schizoid“. Ich hatte Panik, weinte viel, aber dann vergaß ich es, schlitterte in meine negativen Schemen zurück und brach die Thera ab. Aber die Thera ließ mich nicht im Stich, sie meldete sich in gesunden Abständen unter dem Vorwand „Lassen Sie uns wenigstens darüber reden! Dann können Sie ja immer noch entscheiden!“ – so lief das Spielchen immer ab. Doch ich war noch so chaotisch und desorganisiert im Kopf und in meiner Gefühlswelt, dass ich das alles gar nicht begriff. Auch die vielen Therastunden zu Beginn waren Chaos. Heute wurde die Therapie zu einer therapeutischen Beziehungsgestaltung und die Thera lässt mich so wie ich bin, sie möchte, dass es mir gut geht.

    Was ich sagen möchte: Leute, lasst euch nicht unterkriegen von Diagnosen!
    Ihr seid gut, so wie ihr seid!
    Man ist dennoch ein wertvoller, liebenswerter, toller Mensch! Eben weil man so ist, wie man ist!

    Ich lese viele Selbsthilfebücher und diese geben mir Trost, weil ich immer mehr lerne, mir zu verzeihen.

    Meine Mama sagte gestern: „Egal welche Diagnosen du hast, du passt mir am liebsten so wie du bist!“

    Ich muss sagen, dass ich ihr bis heute nicht von der Persönlichkeitsstörung erzählt habe – aber ich habe ihr alles gesagt, nur das ich das Kind nicht beim Namen nenne 😉

    Ich bin sehr intelligent, was mir leider die Möglichkeit bietet, mir selber immens im Weg zu stehen.
    Auf der Uni, in den Vorlesungen, bei den Prüfungen bin ich ein Star. Aber ich könnte nie und niemals jetzt Tutorin sein – 1) ich traue mir das nicht zu (nicht aufgrund meines Intelligenzgrades) 2) ich bin zu schüchtern und 3) ich habe große Selbstzweifel.

    Unter den Menschen bin ich sehr charismatisch, auch beliebt, „gefürchtet“ (jemand meinte, sie habe Ehrfurcht vor mir) redegewandt, redegesellig.

    Nach außen hin wirke ich verdammt selbstbewusst, so als hätte ich keine Probleme, als wäre ich nie selbstunsicher, nie Selbstzweifel usw.

    Eine meinte, ich sei ein „gentle spirit“…

    Ich bin ein Mensch, dem Autonomie das wichtigste ist, aber auch Gerechtigkeit, Solidarität, fester Zusammenhalt, Gemeinschaft und für einander da sein, Ehrlichkeit, das Gute im Menschen – all das bedeutet mir mehr als mein eigenes Leben.

    Schaut auf euch, lasst euch nicht unterkriegen und arbeitet an euch und ihr seid gut so wie ihr seid, weil jeder ist anders und etwas Besonderes!!

    Liebe Grüße,

    Jana

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    • Cornelia Weigel
      Cornelia Weigel says:

      Hallo Jana,

      ich habe genau die gleichen Symptome wie Du.

      Habe mich in den letzen Jahren desöfteren gefragt was mit mir los sei, denn mir gings immer immer schlechter. Ich traute mich einfach nicht, mit jemandem darüber zu reden. Nun habe ich einiges gelesen und herausgefunden, dass bei mir diese Persönlichkeitsstörung vorliegt. Ich bin 32 Jahre. Ich würde mich sehr gerne mit jemandem austauschen dem es genau so geht.

      Gruß Cornelia

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  4. BobHope
    BobHope says:

    Hai …

    schizoide Persönlichkeit …

    kaum eine Diagnose ist schwererer zu treffen wie diese … die Natur und ihre Erscheinungsformen der Erkrankung sind ebenso selten wie bizarr. Das berühmte Kafka Zitat googelt ihr bitte selbst…

    Es hat nichts mit Autismus oder Bindungsängsten zu tun, tatsächlich können SPSer durchaus mit ihrer Umwelt agieren, nur wollen sie dies nicht, bzw. haben sie die dafür nötige Empathie nicht und lassen es lieber!

    Es ist für einen SPS-Betroffenen sehr schwer nachvollziehbar, wie gefühlsgesteuerte Menschen, ihre Umwelt und Mitmenschen wahrnehmen!
    Diese Störung hinterlässt ein grundsätzliches Misstrauen, missverstehen und letztendlich Isolierung von den Mitmenschen nach sich.
    Es ist damit keine Paranoia gemeint – der schizoide ist weit davon entfernt sich zu fürchten – aber er wird immer nach den Sinn und Notwendigkeit einer Zusammenarbeit – ganz weit gefasst – fragen!

    Was macht nun aber eine Diagnose so schwer: Kafka-Zitat bitte verinnerlichen … Diagnosen, meist in klinischer Umgebung (stationäre Aufenthalten haben bei mir nur die übelsten Charaktereigenschaften zu Tage gebracht – stationär, zusammen mit anderen behinderten Menschen -> Chaos).

    Ein jeder erwachsener SPSer hat Methoden, bzw angelerntes Verhalten, das ihm ermöglicht mit seiner Umwelt angemessen zu agieren … bis dieses jedoch von seiner Umwelt als angemessenes Verhalten toleriert wird, ist ein langer Weg voll Leiden…

    Alles Gute

    Björn

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    • 280714
      280714 says:

      Es hat weniger mit ’nur wollen sie das nicht‘ zu tun, ist meine Meinung. Ich stimme zu dass sie sehr gut dazu in der Lage wären mit ihrer Umwelt zu agieren, doch sind sie meistens mit dem beobachten und verstehen der Umwelt beschäftigt was sie wiederrum einschüchtert oder verwirrt. Ich bin selbst davon betroffen.
      Ich selbst habe einen überdurchschnittlich nachgewiesenen Empathie-Wert, doch die Gesellschaft zu verstehen macht es meiner Meinung nach schwieriger mit Ihnen zu interagieren.

      Antworten
  5. Stefan
    Stefan says:

    hallo!
    mein name ist stefan und bin 23 jahre alt.

    Ich bin psychisch schwer krank, darunter ptbs, schwere depressionen und mehr.

    Das einzige was mir noch nicht diagnostiziert wurde ist eine persönlichkeitsstörung, bis jetzt.
    Ich selbst gehe davon aus das ich auch eine schizioide persönlichkeitsstörung habe, da alle kriterien auf mich zutreffen.
    Zudem beschäftige ich mich nach meinem ersten selbstmordversuch(2010) intensiv mit psychologie.
    Dies tat und tue ich in so einem hohen maß das selbst psychiater und psychologen erstaunt sind und annehmen das ich dieses fach studiert habe. ich will nicht angeben keineswegs nur deutlich machen das ich weiß wovon ich schreibe!

    Ich suche einen menschen mit einer schizioiden persönlichkeitsstörung. Ich würde mich gerne mit ihm austauschen, gedankengut teilen.
    Wer interesse hat kann mir gerne schreiben. Email: tienes,mi.corazon@gmx,de

    Bitte schreibt mir bei interesse! danke

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  6. Shareen
    Shareen says:

    Ich habe mich in einen Mann mit schizoider PS verliebt, nachdem er sich sehr um mich bemüht hatte. Sobald ich ihm meine Verliebtheit gestand, schrieb er, soviel Nähe möchte er nicht. Kurz darauf fing ich an e-mails an ihn zu schreiben und erklärte ihm das mit den 1000 und einer Nacht Geschichten. Ich erzählte ihm aus meinem Leben, allgemeine Dinge, stellte keine Fragen und versuchte locker zu bleiben, obwohl ich nach ca. 300 mails schon ziemlich frustriert war. Gelegentlich schickte ich ihm ein Buch oder eine CD, die thematisch irgendwie zu unserer Beziehung passten. Er bat, keine Bücher oder sontige Geschenke zu schicken, die mails verbat er sich aber nicht. Vor einer Woche habe ich das Schreiben unterbrochen, weil mir ein Psychiater geraten hat, das zu tun, denn schizoide Menschen sind u.U. sogar süchtig auf diesen einseitigen Kontakt und sobald dieser wegfällt, merken sie erst, dass ihnen diese Zuwendung gut getan hat und jetzt fehlt. Meine Frage, könnte es sein, dass dies ein Schritt nach vorne für ihn sein wird, dass er endlich wieder die Person wird, die ich einmal kennengelernt habe. Wielange soll ich mit dem Schreiben aussetzen. Ich möchte nicht, dass er sich im Stich gelassen fühlt, sondern nur dass er anfängt die mails zu vermissen.
    Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand seine Erfahrung mit einem intensiven Briefverkehr, bzw. vorübergehendem Abbruch des Kontakts und Wiederaufnahme schreiben würde. Danke, im voraus!

    Antworten
    • Lisa
      Lisa says:

      Hallo Shareen,

      falls du hier noch einmal schauen solltest, würde ich mich freuen von dir zu lesen! Dein Text hätte nämlich von mir sein können 🙂 Wie sieht es im Moment bei dir/ euch aus??

      LG, Lisa

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  7. Ellenor
    Ellenor says:

    Vor einiger Zeit schrieb mir eine Bekannte, dass ihr mein Verhalten stark an eine schizoide Persönlichkeit erinnert und seitdem habe ich ein wenig im Internet gelesen und so auch diesen Artikel gefunden.

    Das Erste was mir auffällt, ist, dass man nicht generell sagen kann ein schizoider Mensch ist so und so, oder verhält sich nur so und nicht anders.
    Die meisten Dinge treffen z.b. auf mich zu, allerdings gibt es oft Abweichungen. Ich habe einige Artikel gelesen die genau gegensätzliche Dinge behaupten. Man kann Vieles davon einfach nicht verallgemeinern.
    Allerdings stimmt die Grundaussage durchaus.

    Ich passe wohl ziemlich ins Profil, wobei bei mir keine schlimme Kindheit vorhanden ist. Ich wurde weder misshandelt, noch missachtet. Meine Familie ist nicht Arm, aber auch nicht reich.
    Trotzdem hatte ich schon als Kind keinen Bezug zu anderen Menschen entwickeln können und konnte nie eine Beziehung zu meiner Familie aufbauen.
    Mir bedeutet Familie nichts. Ich habe Bekannte, aber niemanden den ich als Freund bezeichnen würde, oder dem ich vertraue. Damit sich meine Familie nicht sorgt, bezeichne ich meine Bekannten trotzdem als Freunde, einfach weil ich gelernt habe, dass andere es befremdlich finden, wenn man wenige bis gar keine sozialen Kontakte hat.
    Mit alldem habe ich selbst keine Probleme, nur meine Familie kommt mit diesem Verhalten nicht zurecht. Ich glaube, sie denken ich bin einfach depressiv. Oft habe ich sie schon angelogen, habe ihnen z.b. gesagt, dass ich Sylvester mit Freunden verbringe, wobei ich in Wirklichkeit lieber zu Hause saß.

    Ich bin sehr kreativ veranlagt. Ich schreibe, lese und zeichne gern. Ich verliere mich oft in Phantastereien und eigenen Vorstellungen, und liebe Dinge, die für mich logisch sind. Mit Enttäuschung und Zurückweisung kann ich nicht umgehen, offen gezeigte Gefühle von Menschen überfordern mich komplett, und ich hasse es von anderen nicht ernst genommen zu werden. Andere bezeichnen mich gerne als Träumerin…
    Wenn mich etwas interessiert, bin ich regelrecht davon besessen. Dann gehe ich darin auf wie z.b. wenn ich gut in meinem Job bin. Ich erbringe gute Leistungen und werde dadurch auch schnell befördert.
    Im Gegensatz zeige ich einen extrem ablehnenden Trotz, wenn mich etwas nicht begeistert.

    In einigen Artikeln habe ich gelesen, dass Schizoide keine Gefühle hätten, wurden sogar als Gefühlsarm bezeichnet.
    Entweder habe ich eine andere Form davon, oder ich bin nicht schizoid, denn ich habe Gefühle, viel zu viele sogar. Nur ich kann mit ihnen nicht umgehen und verdränge sie. Gefühle offen zeigen und zulassen kann ich einfach nicht, egal ob es Freude, Dankbarkeit, Trauer oder Scham ist.
    Ich bin extrem sensibel, kann dies aber nicht vor anderen Menschen offenbaren. Ich hasse es regelrecht. Als Kind habe ich schnell geweint, wenn ich zurückgewiesen wurde und ich habe es gehasst, dass alle sehen konnten, wie ich mich fühle. Ich hasse das Gefühl von Schuld und Peinlichkeit und versuche dies zu vermeiden und zu verdrängen.

    Mir fällt es schwer andere Menschen einzuschätzen. Als Kind habe ich Verhalten von anderen Kindern oft fehlinterpretiert und wurde schief angesehen, weil ich wohl ‚falsch‘ reagiert habe. Ein Grund weshalb ich öfter erst die Situation kritisch betrachte, bevor ich mich entscheide, wie ich mich verhalten soll. Dinge, die andere Leute instinktiv machen.

    Oft breche ich den Kontakt zu meinen Bekannten und meiner Familie ab, manchmal über mehrere Monate und um so mehr jemand mich bedrängt, um so stärker ziehe ich mich zurück, fliehe zur Not aus meiner Wohnung.
    Deshalb kann ich nur den Tipp geben einen Schizoiden nicht zu bedrängen, geht es vorsichtig an. Langsam.
    Meine Privatsphäre ist das absolut Wichtigste in meinem Leben. Wenn jemand dies nicht beachtet macht mich das rasend und nervös.
    Wenn sich jemand zurückzieht, dann geht nicht unangemeldet zu diesem und klingelt einfach an der Tür. Das ist das Schlimmste, was ihr machen könnt, denn dann wird derjenige sich sehr wahrscheinlich nur noch mehr verkriechen und fliehen wollen. Wir wollen bewusst keinen Kontakt und wollen auch selbst entscheiden, wann wir diesen haben wollen.
    Ein Grund weshalb ich Telefone hasse. Ich will nicht ständig erreichbar sein. Ich will selbst entscheiden wann ich jemanden erreichen möchte. Deshalbe meide ich Handys.

    An sich habe ich selbst kein Probem damit, keine engen sozialen Kontakte zu haben. Ich bin gerne allein. Es kommt nur dadurch zu Problemen, weil es für andere nicht normal ist und dann entstehen Konfrontationen, weil diese sich mir dann aufdrängen. Ich will selbst keinen Partner und auch keine Familie und das stößt immer auf Unverständnis bei den Leuten. Gerade andere Frauen können überhaupt nicht nachvollziehen, warum es für mich so eine Horrorvorstellung ist, eigene Kinder zu haben, oder einen Mann.
    Für mich ist es eine schöne Vorstellung, später, wenn ich alt bin, alleine zu sein. Ich will keine Kinder und Enkelkinder die sich um mich kümmern. Soziale Verpflichtungen sind einfach schrecklich für mich.

    Ich weiß nicht, ob andere ähnlich wie ich empfinden, aber vielleicht hilft mein Text ja dabei, Menschen wie mich zu verstehen.

    Antworten
    • Velvetdoll
      Velvetdoll says:

      Wow! Fast alles was du geschrieben hast könnte von mir sein. Ich empfinde in den meisten Sachen genauso wie du. Soziale Verpflichtungen finde ich schrecklich, fühle mich dadurch ausgelaugt, brauche danach ewig zum Entspannen. Ich breche auch Kontakte ab, wenn es mir zu eng wird, vermisse sie dann auch keine Sekunde. Telefone hasse ich auch. Ich will einfach nur meine Ruhe, und das ist für „normale“ Leute schwer zu verstehen und nicht nachvollziehbar. Mir gefällt mein Leben, warum kann man mich nicht so akzeptieren wie ich nun mal bin?? Meine Kindheit war nicht doll, aber auch nicht so schlimm (glaub ich zumindest), allerdings war schon öfter Alkohol und Gewalt im Spiel. Und wenn ich weinte, dann hieß es „stell dich nicht so an“, meine Gefühle wurden sehr oft missverstanden oder nicht akzeptiert, vielleicht spielt das ja auch eine Rolle.

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    • Lara
      Lara says:

      deine Beschreibung trifft ebenfalls auf mich zu, bis auf wenige Ausnahmen.
      Ich bin auch sehr sensibel, kann aber Gefühle oft nicht zuordnen in gut oder schlecht und zeigen erst recht nicht. Entweder bin ich lt. meiner Mitmenschen eiskalt und desinteressiert oder ich bin zu gut drauf, oder egoistisch. Aus dem nichts beende ich Kontakte und bin plötzlich für niemanden erreichbar. Bei manchen für immer, bei manchen nur Phasenweise.
      So wie jetzt, mein Handy ist seit Tagen aus und das ist auch gut so. Im Normalfall ist mein Handy generell auf Lautlos und ohne Vibration, da ich nur erreichbar sein will, wenn ich möchte.
      Das klingt für „normale“ depressiv, aber nein ich sitze nicht traurig zu hause…. ich bin dann eher neutral oder sogar erleichtert. Als wäre ich eine Last los. und endlich wieder für mich. Alleine ist es ja doch am schönsten.
      Ich kann mich gut in Menschen hineinversetzen, aber ich kann oft nicht nachvollziehen wie sie etwas so extrem mitnehmen kann. Klar hab auch ich manchmal ein negatives Erlebnis oder Gefühl, aber Morgen ist das ganze wieder uninteressant. Freunde verstehen nicht, wie ich Menschen so schnell „Fallen lassen“ kann.
      Auch ich hatte noch nie eine Ernsthafte Beziehung, habe eine extreme Abneigung gegen dieses Gesellschaftsdenken Heiraten und Kinder. Dafür habe ich Affären über einen Zeitraum. Entweder mit Menschen die nicht mal annähernd zu mir und meinem Lebensstil passen. Spießer. Ich mag es dieses „doppelleben“. Jetzt habe ich jedoch einen der auch eine kleine Störung hat, wir ähneln uns zu sehr. Anfangs angenehm und plötzlich muss ich mich wieder komplett zurückziehen. Verhalte mich Ihm gegenüber komisch, kann es aber wie gesagt nicht kontrollieren und denke mir auch nichts dabei.
      Früher konnte ich diese Schizoiden Züge über längeren Zeitraum oder bei Oberflächlichen Kontakten durch „normale“ Züge ersetzen. Jetzt fällt mir das deutlich schwerer, bzw. ich bin einfach so gerne ich! Für viele und selbst für mich sind manche Reaktionen von mir unerklärlich. 0815 Menschen finden das ziemlich „krank“… interessante Menschen, findens komisch aber mich als Menschen interessant. Meine Freunde und Familie kommen damit klar, und wissen das ich es nicht böse meine.
      Meine Kindheit, nunja ich war schon im Kindergarten eher nachdenklich. Wenig Bindung zu meiner Mutter, und meine Bezugsperson starb dann auch leider sehr früh.
      Nichtsdestotrotz habe ich innerlich so viele Gefühle, nur kann ich sie nicht ausleben, zeigen, zuordnen, wirklich ernstnehmen. Auch meine Mimik habe ich nicht mehr unter Kontrolle, meine Augen (meine Blicke) sprechen wohl Bände.

      Antworten
      • Jasmin
        Jasmin says:

        Wow! Ich bin nicht allein! Es ist beruhigend, dass ich nicht so ein Exot bin, wie ich immer dachte, es gibt tatsächlich auch noch andere, denen es genauso geht! Macht es nicht einfache, aber es beruhigt!

        Antworten
    • Dietmar
      Dietmar says:

      Das ist das erste Mal, dass ich so etwas mache … etwas im Internet von mir zu schreiben. Aber Deine Schilderung der Schizoidie sprach mich mehr an, als ich geplant hatte, als ich diese Seite öffnete. Ich bin mitterweile über 50 Jahre alt, habe Frau und zwei Kinder, arbeite in einem Sozialberuf (!) und frage mich dennoch seit einiger Zeit, ob ich nicht doch schizoid bin.
      Von meiner Frau lebe ich seit 16 Jahren getrennt. Sie und meine z.T. erwachsenen Kinder treffen sich diese Tage und laden mich ein dazuzustoßen, und ich mag nicht kommen. Ich habe ein sehr schleches Gewissen, aber es ist so fürchterlich anstrengend für mich, Kontakte ohne festen Rahmen (wie es z.B. in meinem Beruf möglich ist) wahrzunehmen. Ich genieße diese geselligen Zusammenkünfte nur eher selten als oft, sie sind Pflichten, keine Belohnungen für mich. Eine Freundin oder dergleichen hatte ich zwar, aber seit über 10 Jahren jetzt nicht mehr. So etwas ist zu nervenaufreibend, unbefriedigend und letztlich lästig für mich. So gut wie jeden beendeten Kontakt habe ich als Befreiung und Entlastung erlebt.
      Manchmal denke ich, ich bin für meine Mitmenschen eine Zumutung und sollte keine Beziehungen eingehen. Ich habe bis auf eine alle Freundschaften abgebrochen, und diese eine Frendschaft gestalte ich am liebsten per Telefon; häufiges Treffen muß für mich wirklich nicht sein. Außer durch schlechtes Gewissen leide ich aber nicht spürbar durch das so entstandene Alleinsein, im Gegenteil: Ich habe eine rege Phantasie, die für mich besser als jede Realität bisher war. Ich sehe fern und träume mich in Fantasyrollenspielwelten hinein und brauche kaum mehr. Oft mache ich mir Sorgen um den Zustand der Welt im allgemeinen und den sorglosen Umgang der Menschen mit ihr und denke (auch misanthropisch motiviert), ich sollte einer Umweltschutzorganisation beitreten, wenn das nur nicht so mit so viel Psychostress verbunden wäre!
      Ich habe mir viele Gedanken zu meinem „psychischen Werdegang“ gemacht, ohne dass mir das aber „geholfen“ hätte: Ich erinnere mich, als Jugendlicher ein Außenseiter gewesen zu sein, der von seinen Mitschülern „Erfinder“ oder, weit weniger löblich, „Catweazle“ genannt wurde. (Catweazle war der Name einer Fernsehserie vor vielen Jahrzehnten, in denen ein sehr exzentrischer, mittelalterlicher Magier dieses Namens durch Versehen in die Jetztzeit versetzt wurde und mit absonderlichen Vorstellungen, und eigentlich hilflos, sich die modernen technischen Apparate zu erklären versuchte.) Ob sie das noch heute noch tun, weiß ich nicht, da ich alle Einladungen zu Klassentreffen geflissentlich ignoriere. Ich erinnere mich auch, keine der Hobbys der andern gehabt zu haben, mich und mein Äußeres in der Schule als peinlich empfunden und mich geschickt hinter Intellektualität und Witzigkeit verstecken gekonnt zu haben. Noch heute kann ich problemlos Vorträge auch vor großem Publikum halten und dies sogar genießen, da mir letztlich das Publikum egal ist, aber ein anschließendes geselliges Beisammensein hasse ich wie Pest. Ohne engen Regelrahmen oder sehr große Vertrautheit genieße ich Geselligkeit nicht, und wenn, dann auch nur wenige Stunden.
      Gehe ich weiter zurück in meine Kindheit, fällt mir auf, dass ich maximal einen Freund zu einer Zeit hatte, zu dem dann enger Kontakt bestand. Durch Schulwechsel brachen die Kontakte (vor allem von meiner Seite) abrupt und vollständig ab. Zu meinen Eltern bestand auch kaum eine Beziehung: Meinen Vater sehe ich heute als Alkoholiker und ausgeprägten Narzißt, meine Mutter bezeichnete sich selbst als hospitalisiert, d.h., obwohl sie bei ihrer Mutter aufwuchs, zeigte sie Vernachlässigungssymptome wie Heimkinder (Oberkörperschaukeln). Ich selbst soll im Krabbelalter viel die Treppe runtergefallen sein; außerdem hätte ich oft hinter der Wohnungstür gelegen, als meine Eltern von der Kneipe nachts nach Hause zurückgekehrt seien. Einen Babysitter hatten sie anscheinend nicht bestellt. Abgesehen davon, dass Kleinkinder unbeaufsichtigt zu lassen, wahrscheinlich illegal ist, denke ich, dass ich durch das Runterfallen eventuell die einzige Möglichkeit hatte, von meiner Mutter Aufmerksamkeit zu bekommen. Meine Kinder wurden übrigens im ersten Lebensjahr nie alleinegelassen und fielen auch keine Treppen hinunter, obwohl wir in Hochhäusern mit ausgiebigen Treppenanlagen wohnten …
      Meine Großmutter mütterlicherseits habe ich übrigens auch als emotional fern erlebt, auch die Eltern meines Vaters. Mein Großvater mütterlicherseits war Säufer, der väterlicherseits von der eigenen Mutter verlassen, bei prügelnden Pflegeeltern aufgewachsen, Nazi, Sprengmeister der Artillerie im 2. Weltkrieg, berichtete von Bündnisverrat, tausenden Toten und Hungerlagern und konnte trotzdem überhaupt nicht verstehen, warum ich vaterlandsloser Geselle nun partout den Kriegsdienst verweigern wollte … Also summa summarum, eine familiäre Vorgeschichte voll von emotionaler Nonempathie und Vernachlässigung über Generationen! Übrigens habe ich neben einem Bruder und einem Cousin 7 Cousinen. Von diesen 7 Cousinen sind quasi schon eine geschieden und andere, obwohl fast alle höheren Alters, 5 „unbemannt“ und kinderlos; ich frage mich, ob das noch Zufall ist. Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie habe ich nur zu Weihnachten und sonst über ein bis zwei Telefonate im Jahr, also mehr als genug.
      Menschen und Familie empfinde ich allgemein als unzuverlässig, oft auch brutal und allgemein unangenehm. Ich selbst sehe mich nicht viel besser, aber Geselligkeit ist bis auf wenige Ausnahmen eher eine Zumutung als ein Gewinn für mich. Dies mag unobjektiv, frustwutmotiviert, exaltiert oder sonst etwas sein, aber es ist meine Wahrheit. Daher kann ich das, was Du von Dir berichtest, so was von nachvollziehen; ich wünschte nur, ich wäre so konsequent Einzelgänger geblieben, wie es anscheinend bei Dir der Fall gewesen ist, so dass ich nicht so viele Mitmenschen in Mitleidenschaft gezogen hätte. Ich weiß nicht, ob du mit meiner Geschichte hier etwas anfangen kannst, aber Dein Verhalten bezüglich Kontakt suchenden Leuten finde ich „für Unsereiner vollnormal“ und vernünftig. Telefonieren hasse ich übrigens auch, aber mittlerweile gibt es kaum noch Privatanrufer, Gottseidank!

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  8. Layer
    Layer says:

    Ich schreibe hier jetzt einfach mal was mir in den Kopf kommt.
    Ich bin zurzeit 16 und glaube schizoid zu sein, weil fast alle Symptome perfekt zu mir passen. Es gibt natürlich auch Abweichungen aber die gibt es ja immer.
    In der Schule habe ich Probleme mit anderen zu reden, weil ich mich über total banale Dinge einfach nicht unterhalten kann.Ich frage mich oft wie sich andere stundenlang über die kleinsten Sachen in ihrem Leben unterhalten können oder diese interessant finden. Wenn ich mit anderen rede dann gebe ich meistens nur ein paar ironische Witze von mir, die meistens auch gut ankommen. Aber mir selber komme ich danach immer fremd vor.
    Ich habe auch nur einen Freund, falls man das überhaupt Freund nennen kann, weil ich außerhalb der Schule nur über das Internet mit ihm Kontakt habe. Ich denke ich komme auch nur mit ihm klar, weil wir ähnliche Interessen haben.
    Mir macht es generell nichts aus alleine zu sein und keine engen Freunde zu haben. Mich stört es aber wenn andere sehen das ich alleine bin, weshalb ich in der Schule mit ein paar Leuten ein wenig Kontakt habe. Wobei die Gespräche aber auch durchgehend mit Ironie meinerseits gefüllt sind ^^.
    Vor etwa einem Jahr wurde dann ein Mädchen neben mich gesetzt, das auf mich zugegangen ist aber auch selbst psychische Probleme hat.
    Weil sie nett war und ich eigentlich generell anderen weiter helfe habe ich mir dann immer ihre Sorgen usw. angehört und meine Ratschläge dazu gegeben, weil ich mich recht gut in andere Menschen hineinversetzen kann. Als es aber dann darum ging ob wir uns mal außerhalb der Schule treffen und was unternehmen usw. habe ich mich innerlich sehr zurückgezogen und hatte große Selbstzweifel, mich durchgehend gefragt warum sie überhaupt was mit mir zutun haben will.
    Dadurch dachte sie ( Weil sie auch sehr wenig Selbstbewusstsein hat), dass es an ihr liegt. Ich habe ihr natürlich gesagt, dass es nicht ihre Schuld ist, dass ich sowenig Kontakt mit ihr habe sondern an mir liegt ( War eine freundschaftliche Beziehung ). Naja es ist also mehr oder weniger eine auswegslose Situation. Ich weiß nicht was ich machen soll, weil ich sobald ich jemandem Nahe komme sofort depressionen durch Selbstzweifel bekomme und es einfach nur noch unglaublich anstrengend wird was mit anderen Personen zu unternehmen. Es ist generell sehr anstrengend für mich jeden Morgen aufzustehen, weil ich mir wirklich über alles und jeden Gedanken mache und schon nach der Schule völlig erschöpft bin. In der Schule selber Träume ich meistens nur vor mich hin und schwebe in Gedanken, weil ich mich oft nicht länger als 10 minuten auf den Unterricht konzentrieren kann.
    Mir macht es eigentlich nichts aus keine engen Freunde zu haben aber ich schätze, dass ich mich schon nach mindestens einer Person sehne die mich so liebt wie ich bin. Aber weil ich mich nicht mal selber mag ist das ganze ziemlich zwecklos. Ich kann mir noch so oft sagen, dass ich okay bin wie ich bin und das jeder besonders ist aber ich stelle mich trotzdem immer unter andere Personen, obwohl ich mich eigentlich für moralisch betrachtet als deutlich besser als die meisten Menschen halte.

    Wenn mich zum Beispiel jemand fragt ob ich ins Kino will, oder wie es mir geht, dann muss ich sagen „weiß ich nicht“, weil ich es wirklich nicht weiß.
    Ich habe keine Besonderen Interessen oder Dinge von denen ich sagen kann, dass ich es liebe es zu tun. Es gibt Sachen von denen ich sagen kann, dass ich sie mag z.b. Musik, Animes, Tiere.
    Soziale Verpflichtungen hasse ich auch und Hausaufgaben oder sonstige Dinge die gemacht werden müssen, verschiebe ich bis zur letzten Sekunde oder mache sie gar nicht, weil sie eigentlich nur für mich selbst gemacht werden müssen und somit keine Bedeutung haben.
    Ich verbringe also meine meiste Zeit im Internet mit Videospielen, Musik hören, Serien gucken oder eben auf solche Seiten zu stoßen, weil ich einfach keine Interessen habe bei denen ich sagen könnte „Das macht mir super Spaß“. Ich schaue mir gerne Zeichnungen an und höre Musik, wenn es aber dann darum geht selber etwas zu zeichnen oder Musik zu machen habe ich daran keinen Spaß, weil ich mich ständig frage was andere davon denken würden und es in dem Moment zu einer Last wird.
    Den Schrott hier liest zwar sowieso keiner aber ich hatte gerade nichts zutun und wollte auch mal was dazu schreiben.

    Antworten
    • Tirami Su
      Tirami Su says:

      Hey ihr,

      vielen Dank erst einmal für eure tollen Beiträge! 🙂

      Es gibt ein paar Punkte, die ich sehr gerne besser verstehen würde:

      @ Layer: Ich weiß nicht mehr, ob du hier noch mitliest, ist ja schon eine Weile her.
      Das Mädchen, was neben dich gesetzt wurde – ihr habt euch, wie ich das sehe, gut verstanden. Aber als es um die Frage ging, ob ihr euch mal außerhalb der Schule treffen konntet, hast du dich innerlich zurückgezogen und hattest Selbstzweifel.

      Warum? Kannst du deinen Gedankengang in dem Moment erklären?

      Außerdem schreibst du, du sehnst dich schon nach mindestens einem Menschen, der dich so liebt, wie du bist. Aber sobald dir jemand nahe kommt, bekommst du Depressionen durch Selbstzweifel.

      Ich versuche, das nachzuvollziehen – aber komme einfach immer wieder zu dem Schluss, dass es doch eher im Gegenteil resultieren müsste (man wird gemocht. Also ist man toll. Man müsste sich bestätigt fühlen).

      Ich wäre sehr dankbar, wenn du (oder wer auch immer das liest und das besser versteht als ich) mir auf die Sprünge helfen könntest 🙂

      Antworten
  9. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Liebe Leute!

    Schizoide Persönlichkeitsstörung. Das ist ein Schlagwort. Eine Diagnose. Ein Etikett. Dieses traf auf mich zu, gut, es war zumindest mal ein Anker, weil man eine Erklärung hatte.

    Aber anstatt das jetzt rauf und runter zu deklinieren, möchte ich folgende Fragen stellen:
    1. Seid ihr euch darüber klar, dass unsere Gesellschaft grundsätzlich krank ist? Unser Verhalten zueinander ist von Egoismus, von Idealen geprägt: Ich gebe vor, ideal zu sein, um gut da zu stehen. Wer wirklich Gefühl zeigt im öffentlichen Leben, muss dumm sein.

    2. Ich bin nicht schizoid, sondern ein Mensch.

    3. Wer hat einen Vorteil, uns im schizoid Loch zu halten? Alle, die daran rumdoktern wollen und uns „verstehen“, anstatt sich als Person auf mich einzulassen.

    4. Also: Es gibt nur eine Alternative: Lasst den Scheiß hinter euch und stellt euch euren Gefühlen. Ihr würdet verletzt, und eure Reaktion darauf War die schizoide Abspaltung. Die Heilmittel heißen Sensibilität, gesunde Selbstbehauptung, reden, tun, sich wenden, Kontakt, sich Fehler zugestehen und Geduld.
    Ich weiß, dass hinter der „Störung“ das Licht wartet. Es gibt keinen Grund, schizoid zu bleiben.Ihr habt das Zeug zu Liebe und einer besseren Gesellschaft. Werdet andere Menschen, werdet ihr selbst!

    Antworten
  10. asdfasdf
    asdfasdf says:

    @Layer, ich hoffe du liest das evtl noch. Ich fand es super was du geschrieben hast, mir ging es in vielen Punkten sehr sehr änhlich wie dir. Jetzt bin ich ein paar Jahre älter, aber viele Dinge habe ich in der Schulzeit genauso wahrgenommen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Ironie.

    Weiß du was ich glaube? Dass du auch viel Angst hast etwas zu machen, genauso wie du den Text geschrieben hast, und zum Schluss schreibst dass es eh keiner lesen wird. Du hälst du Erwartung ganz niedrig um auch ja nicht enttäuscht zu werden. Das ist bei mir doch arg der Fall. Und ich habe jetzt erst langsam gemerkt, dass man sich dadurch auch sterk selbst behindert. Ich weiß nur nicht woher genau das kommt und welchen Grund das hat, bzw. wie genau ich damit umgehen soll.

    Auf jeden Fall danke ich dir für die Mühe die du dir mit dem text gemacht hast. Falls du mal wieder denkst ob du so einen Text verfassen sollst oder nicht, dann entscheide dich dafür 🙂

    Auch an alle anderen, es tut gut hier mal Dinge zu lesen, von welchen man dachte man wäre damit ganz allein.

    Antworten
  11. prittiwummen
    prittiwummen says:

    Liebe Forum Mitglieder hier, Lieber Herr Eberwein !

    In meiner Verzweiflung wende ich mich an Euch / Sie, verbunden mit der Hoffnung, dass mir hier jemand einen Rat geben.
    Ich wurde vor 4 Wochen völlig abrupt – ohne für mich erkennbare Anzeichen oder Signale vorher – von meinem Partner nach 15 Monaten Beziehung verlassen. Und das per Email !
    Da ich gerne wieder mit ihm zusammen sein möchte, – den Kontakt zu ihm aufnehmen möchte und ratlos bin, in welcher Form und mit welchem Inhalt, bitte ich Euch / Sie um Rat.
    Damit Ihr Euch / Sie sich ein Bild der Situation machen könnt / können, möchte ich den Beziehungsverlauf und die Ereignisse skizzieren.
    Ich bin 46 und mein Ex-Partner 49 Jahre jung. Wir haben uns im Internet kennengelernt. Zwischen uns liegen geographisch 270 km. Während unserer Beziehung haben wir nahezu jedes Wochenende und 3 Urlaube zusammen verbracht.
    Direkt nach unserem ersten persönlichen Kennenlernen hatte mir mein Ex-Freund per Email geschrieben, dass er ein Problem hätte, das er als sexuelle Unlust bezeichnete.
    Ich habe mich trotzdem auf ihn eingelassen, da ich davon ausging, das ein Mann, der so ein Thema so offen „anspricht“ (naja – per Email) sich mit diesem Thema auch auseinander setzt und daran etwas ändern möchte.
    In den ungefähr ersten 3-4 Monaten haben wir Intimitäten ausgetauscht, wobei wir nur 1 Mal „richtigen“ Geschlechtsverkehr hatten. Sonst orale Befriedigung. Von Beginn an hatte ich allerdings immer das Gefühl, dass ihn der Austausch von Intimität irgendwie „anstrengt“. Der Austausch von Intimitäten wurde immer weniger, genauso wie die Körperlichkeit allgemein. Ich vermisste vieles. Z.B. Emotionalität (egal ob verbal oder non-verbal). Irgendwie wirkte er auf mich unsicher.und komplett anders – manchmal regelrecht befremdlich. Nach den ersten 4 Monaten fand überhaupt gar keine Intimität mehr zwischen uns statt was mich zunehmend und enorm belastet hat ! Ich habe ich als Frau gar nicht begeht, ja sogar körperlich abgelehnt gefühlt. Das hat mich immer mehr verunsichert und an meinem Selbstwertgefühl genagt. Auch ein liebevoller Umgang, Anerkennung oder Komplimente haben mir gefehlt. Dennoch wollte er jedes Wochenende mit mir zusammen sein. Er thematisierte sogar mehrfach ein Zusammenziehen mit mir (ich habe mich in diesen Momenten immer zurück gehalten, da ich ihn erst einmal besser kennenlernen wollte). Irgendwann einmal sagte er mir, ich müsste bei ihm auf die „Gesten“ achten. Heute – rückblickend – wünschte ich, ich hätte das getan ! Denn er hat mir auf „sachlicher Ebene“ durch vielfältigste Weise zum Ausdruck gebracht, dass ich ihm wichtig bin ! Er war ausser Stande, es mir auf der emotionalen Ebene zu vermitteln, denke ich heute !
    Obwohl ich ihn von ganzem Herzen liebte (und noch immer liebe), ging es mir immer schlechter. Mir fehlten Emotionalität & Körperlichkeit. Ich wurde immer unglücklicher, fühlte mich als Frau abgelehnt und manchmal war ich regelrecht unausgeglichen mit leicht agressiven Zügen ihm gegenüber, was mir heute unendlich leid tut.
    Erschwerdend kam hinzu, dass ich beruflich enorm angespannt, gestresst und überfordert war. Gesundheitliche Beschwerden kamen dazu, die nach Auffassung meiner Ärzte alle somatisch bedingt waren. Im November 2013 wurde bei mir eine Erschöpfungsdepression (Burnout) diagnostiziert.
    Mein ex-Freund hat viel Rücksicht und Verständnis für mich gezeigt, obwohl er zunehmend genervt reagierte, wenn ich (zugegebenermaßen häufig) über berufliche Themen gesprochen habe, die mich belasteten. Ich lassen mir seit Novemver durch eine Psychotherapeutin im Breich des Arbeitscoaching helfen, was mein Ex-Freund natürlich auch wusste.
    In den letzten Monaten fehlte mir immer häufiger die Motivation, am Wochenende zu ihm zu fahren und das, obwohl ich in liebte. Grund : unsere Beziehung kam mir aufgrund der fehlenden Körperlichkeit & Emotionalität eher vor wie eine Freundschaft statt wie eine Partnerschaft. Wie sehr hatte ich mich nach Körperlichkeit gesehnt und jedes Wochenende hatte ich gehofft, dass wir uns berühren, – Intimität austauschen. Doch die Wochenenden gestalteten sich meistens so, dass er am liebsten von morgends bis abends auf der Couch vor dem TV verbringen wollte. Es war schwer, ihn für Aktivitäten & Bewegung allgemein zu motivieren (einige Male ist es mir gelungen). Egal, was wir unternommen haben, ich habe immer irgendeinen Ausdruck von Freude bei ihm vermisst. Genauso verhielt es sich bei Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken. Es hatte für mich immer den Anschein, dass er Freude nicht wirklich richtig zeigen kann.
    Auch hat es mich sehr früh unserer Beziehung gewundert, dass er extrem wenige soziale Kontakte hat / pflegt und jeden Abend nach der Arbeit immer (!) zu Hause war / ist. Das einzige, was er unternommen hat war im Sommer, nach der Arbeit, alleine Motorrad fahren.
    Ich hingegen bin ein emotionaler Mensch, der aktiv ist, gerne Sport treibt, einen Freundeskreis hat und kommunikativ ist. Immer, wenn ich einmal viel zu erzählen hatte, bemerkte ich, das mein Ex-Freund sehr schnell „abgeschaltet“ hat, was das Zuhören anbelangt. Er selbst hatte – so schien es – selten etwas zu erzählen. Und wenn, dann waren das sachbezogene Themen die in ausschließlich rationaler Form von ihm geäussert wurde.
    Was mich oft verletzt hat war seine manchmal schroffe Art. Heute denke ich, dass es alles andere als seine Absicht war, mich zu verletzen. Ich war manchmal so verletzt, dass ich genauso schroff ihm gegenüber wurde.
    Letzten Sommer habe ich ihn einmal behutsam auf das Thema sexuelle Unlust angesprochen, da mich das immer mehr belastet hat. Er versuchte mir zu erklären, dass sich bei ihm kein Bedürfnis nach Sexualität einstellen würde, dass sich bei ihm kein Puls beim sich-näher-kommen erhöhen würde wie das eigentlich üblich wäre und dann sagte er zu mir, „das es ja wohl eine Frage der Zeit wäre bis ich ihn deswegen verlassen würde“ und das er das sogar verstehen könnte, wenn ich ihn verlassen würde, weil Intimität ja nun zu einer Beziehung dazu gehören würde.
    Im Spätsommer dann kaufte er für seinen Balkon mir zu Liebe Balkonmöbel, da ich bei schönem Wetter gerne im Freien bin (er verbringt den Sommer lieber bei geschlossen Fenstern vor dem TV). Kurz vor dem Bezahlen der Möbel an der Kasse sagte er zu mir : „aber nicht, dass Du mich morgen verlässt“. Über diese Aussage war ich damals sehr verwundert. Ich glaube, er lebte permanent mit der Angst / Befürchtung, ich würde ihn verlassen.
    Seit Januar diesen Jahres etwa war ich mit den Nerven komplett „durch“, d.h. kaum noch belastbar was meinen Job betrifft. Doch auch die Beziehung hat mich belastet, da ich mir die Frage gestellt habe, ob zwischen ihm und mir jemals wieder Körperlichkeit & Intimität statt finden wird. Offen gestanden war ich ihm gegenüber manchmal sehr gereitzt und wohl dann auch lieblos. Es war die pure HILFLOSIGKEIT meinerseits ! Denn ich liebte und liebe ihn ja. aus welchen Gründen ich ihn liebe ? Nun, er hat durchaus viele für mich positive Eigenschaften und für mich war er immer ein Ruhepol. Bei ihm habe ich mich sicher gefühlt.
    Zum letzten Valentinstag hat er mir noch wunderschöne Blumen geschenkt und 10 Tage später haben wir gemeinsam unseren Skiurlaub gebucht (er ist Ski Anfänger). Am 15. März sollte es los gehen.
    Eineinhalb Wochen vor Urlaubsbeginn haben wir – wie immer unter der Woche – abends telefoniert und noch Details zum skiurlaub (Bezahlung etc…) besprochen. In diesem Telefonat fragte er mich, wie mein Tag denn gewesen wäre. Ich begann, von meinem Arbeitstag zu erzählen – ich hatte an diesem Tag 3 Meetings in der Firma (ich bin im Vertrieb Aussendienst tätig). Während ich erzählte bemerkte ich, dass er regelrecht genervt war, dass ich mal wieder vom Job erzählte (von was soll ich denn sonst erzählen wenn mein Tag nunmal aus arbeit / Job bestand ?) Ich fragte ihn, ob es sein kann, dass er gerade genervt sei. Und er polterte schroff ins Telefon so etwas wie „ich höre immer nur Job, Job, Arbeit….“ Da ist bei mir die Sicherung durchgebrannt (sorry – war und ist noch immer sehr dünnhäutig, – ich nehme seit Dezember ein Antideprissiva wegen dem ganzen Stress, was er auch wusste). Ich wurde genauso schroff und habe ihm im in unserem Telefonat daraufhin gesagt „am besten ich erzähle Dir gar nichts mehr – Gute Nacht“ und habe einfach aufgelegt.
    Am nächsten Morgen erhielt ich eine Email von ihm mit folgendem Inhalt :
    „Liebe …., nach langen Überlegungen in den letzten Stunden komme ich immer wieder zu dem Entschluss, dass wir sehr unterschiedlich sind. Ich sehe kein Vorankommen in unserer Beziehung und sehe uns auch nicht in der Zukunft. Wenn wir ehrlich sind ist es offensichtlich, dass ich nicht zu Dir passe und Du nicht zu mir. Ich muss jetzt auch mal an mich denken und möchte die Beziehung gerne beenden. Ich denke für beide seiten ist es die richtige Entscheidung. In ein paar Wochen werden wir über die Dinge lachen und erkennen das das der richtige Schritt war. Bitte akzeptiere meine Entscheidung, denn ich bin mir sicher das dieser Schritt sein muss. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute für die Zukunft“

    Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie ich mich fühlte !!!!
    4 Tage vorher planen und buchten wir noch unseren gemeinsamen Skiurlaub (der natürlich storniert wurde) und kauften noch zusammen für ihn eine neue Skijacke, da er mich unbedingt beim kauf dabei haben wollte, da sie mir gefallen sollte ! 10 Tage vorher werde ich von ihm zu Valentinstag mit Blumen beschenkt ! Und zu Weihnachten hat er mich mehr als reich beschenkt !

    Wie passt das alles zusammen ??? aus meiner Sicht SPRICHT man doch Miteinander, wenn einen etwas stört. Konflikte versucht man aus meiner Sicht doch erst einmal gemeinsam zu lösen ! Und ja – man darf auch mal – mit einer vernünftigen Streitkultur – streiten, oder ?
    Leider ist er schon immer in unserer Beziehung jedem Konflikt aus dem Weg gegangen. Nach dem Motto : Kommunikation, die unangenehm sein könnte – nix wie weg…..

    Was ist in diesem Menschen wohl vorgegangen ???
    Es kommt mir vor wie eine KURZSCHLUSSREAKTION von ihm.
    Ich habe ihm einen sehr langen, liebevollen und respektvollen Brief geschrieben und habe ihn darin auch behutsam und respektvoll auf das Thema SPS angesprochen – aber er reagierte darauf nur in Form einer WhatsApp Nachricht, in der er sich für meine ehrlichen Worte bedanke und das er der meinung sei, „es wäre der richtige Schritt“.

    Ich hatte ihm auch nochmal 10 Tage später eine Postkarte geschickt, auf der ich ihm zu verstehen gab, dass er der Mann ist, mit dem ich gerne meine Zeit verbringe.
    Fehlanzeige.
    Er hat komplett dicht gemacht, – ist wie vom Erdboden verschluckt. Als hätte es mich nie gegeben – als würde er nichts für mich empfinden !
    Die Trennung ist jetzt 4 Wochen her und ich fühle mich leer, verzweifelt – mein Leben fühlt sich an wie ein Trümmerfeld.

    Ich habe sehr engen Kontakt mit der engsten Freundin meines Ex-freundes (sie kennen sich seit 17 Jahren). Sie sagte, dass mein ex-Freund sich im Moment total zurück ziehen und einigeln würde. Sie hat ihn seit unserer Trennung 2 x gesehen und sagte, er wäre verschlossener denn je und völlig emotionslos. Sie sagte mir auch, dass die Beziehung mit mir seine längste Beziehung in seinem Leben gewesen wäre (krass, oder ? Er ist 49 Jahre alt und wir waren nur 15 Monate zusammen).

    Kann mir hier bitte jemand einen Rat geben ? Ich bin überzeugt davon, dass mein Ex-Partner ein Betroffener der SPS ist, denn jede der oben aufgeführten Merkmale trifft zu 100% auf ihn zu. Die langjährige Bekannte meines Ex-Partners stimmt mir da zu.

    Ist es besser, meinen Ex-Partner im Moment ganz in Ruhe zu lassen ? Wenn ich Kontakt aufnehmen möchte, was sollte ich da beachten ? Können SPS Betroffene ihre einmal getroffenen Entscheidung, die Beziehung (wie vorstehend geschildert) zu beenden, bereuen ? Können Sie den Partner vermissen und können sie in der Lage sein, den Kontakt zum Ex-Partner wieder aufzunehmen ? Oder sehen sie nur die negativen Aspekte (schwarz/weiss denken) ???
    ich würde ihm gerne einen Ostergruß schicken – aber wie ? Und was schreibe ich, damit ich ihn „erreiche“ ?
    ich bin dankbar für jeden Rat, – für jede Empfehlung von Euch – und wenn ihr mir nur schreibt, wie ihr die Situation beurteilt.
    Liebe Grüsse
    prittiwummen
    P.S. : Ich weiß, dass ich jetzt dafür sorgen muss, dass es mir wieder gut geht und das versuche ich auch !

    Antworten
  12. shareen
    shareen says:

    Liebe prittiwummen,
    das Verhalten Deines Freundes ist auf alle Fälle gestört, ob Asperger oder Schizoid sei dahingestellt. Sie wollen Nähe, können sie aber nicht ertragen. Der geplante Urlaub, das längere, tägliche Zusammensein, hat ihm offensichtlich Angst gemacht. Es gibt da immer so kritische Situationen. Zusammenziehen, Verlobung, Ehe, Geburt eines Kindes. Alles was normaler Weise einem enger zusammenschweisst, macht diesen Menschen Angst und sie ziehen sich abrupt zurück und sind nicht mehr zu erreichen. Ich habe gelesen, dass so ein Verhalten auch eine Prüfung sein kann, ob Du ihn trotz seines abweisenden Verhaltens immer noch liebst, ob Du ihm das verzeihen kannst usw. Sie brauchen oft sehr lange bis sie Vertrauen gewinnen können. Sie haben immer Angst wegen ihres schroffen Verhaltens verlassen zu werden und kommen deswegen dem Verlassen werden zuvor und machen selbst Schluss.
    Ich habe ähnliches schon zweimal erlebt und habe einfach fortgefahren mit liebvollen Briefen/mails in der Hoffnung, dass es so verstanden wird, wie es geschrieben und empfunden war. Als ich diesen Rückzug zum ersten Mal erlebte und das war genauso wie bei Dir, er hat sich nicht nur von mir zurückgezogen, sondern hat seinen Job gekündigt,ging ins Ausland, hat jeglichen Kontakt mit seiner Familie abgebrochen und war nicht mehr zu erreichen, hat auch auf meine mails nie geantwortet. Ich habe erst aufgehört zu schreiben, als ich mich neu verliebt habe – nach 12 Jahren. Dieser Mann erschien mir von Anfang an sehr distanziert, ein Einzelgänger. Er taute sichtlich auf, verjüngte sich im Aussehen und Wesen, schenkte mir rote Rosen und als ich ihm sagte, dass ich mich in ihn verliebt habe, zog er sich spontan zurück, sagte soviel Nähe könne er nicht ertragen. Ich schreibe jetzt schon zwei Jahre, einfach tagebuchartige mails, hin und wieder versuche ich ihm auch meine Verletzung durchblicken zu lassen, aber bisher ohne Erfolg. Auch dieser Mann hat sich nach dem anfänglichen Aufleben, Rückkehr ins Leben, wieder ganz in die Einsamkeit zurückgezogen. Was mich weiterhin schreiben lässt, ist die Meinung verschiedener Psychologen aus den Foren, die der Meinung sind, dass ihm meine Zuwendung gut tut, dass er diese einseitige Beziehung leben kann und vielleicht fehlt ihm mit der Zeit doch wieder ein Gespräch ein Treffen. Eine Zigeunerin, die mich vor kurzem bat, mir aus der Hand lesen zu dürfen, sagte mir, dieser Mann weist Dich immer wieder zurück, aber eines Tages kommt er von selbst auf Dich zu. Auf diesen Tag warte ich.
    Mein Rat an Dich, schreibe ihm, damit kannst Du Dich auch selbst abreagieren, schreibe so, wie Du mit ihm reden würdest, was immer Dir durch den Kopf geht, habe keine Scheu, dass Du Dich blamierst, dass Du Dich zu sehr outest in Deinen Gefühlen für ihn. Entweder haben Deine Worte Wirkung, dann war es gut, wenn nicht, ist er einfach unheilbar und so sehr es jetzt auch schmerzt, solltest Du froh sein, dass nichts Ernstes daraus geworden ist. Je länger Du mit diesem Mann zusammen wärst umso vertrauter Du würdest umso mehr wird Dich auch seine eingehaltene Distanz traurig machen. Hin und wieder habe ich Hoffnung, dass sich ein denkender Mensch ändern müsste, nachdem er merkt, wie sehr er geliebt wird, wenn ich dann aber wieder die Schilderung eines Schizoiden lese, habe ich keine Hoffnung.
    Mehr kann ich Dir nicht sagen, ob es Dir hilft weiss ich nicht. Mir hat das aktiv sein, das Schreiben geholfen und die Hoffnung auf Änderung der Situation ist immer noch da.

    Antworten
  13. prittiwummen
    prittiwummen says:

    Liebe shareen,
    ich danke Dir für Deine ausführlichen Zeilen.
    Der Gedanke, dass er mir mit dem „schluss machen“ zuvor kommen wollte, kam mir auch schon. Und auch die langjährige Bekannte von ihm mit der ich in Kontakt stehe hatte diese Vermutung.
    Wen dem so wäre, frage ich mich, wie er auf die Idee kam, ich wollte schluss machen. Ich war lediglich verärgert und habe das Telefonat einfach abgebrochen (ich gebe zu, das war von mir alles andere als respektvoll von mir !)
    Mein Exfreund war sogar noch am nächsten Morgen, bevor er auf die Arbeit fuhr (ist immer in etwa die gleiche Uhrzeit) in WhatsApp online, was so gänzlich gegen seine Gewohnheiten ist. Auch hier vermute ich, dass er morgends schauen wollte, ob da eine Entschuldigung oder irgendetwas dergleichen von mir ist.
    Seit dem Ende unserer Beziehung (ist jetzt etwa knapp 4 Wochen her) habe ich ihm 4 Mal etwas geschrieben. Auf 2 Nachrichten hat er via WhatsApp reagiert. Er schreibt dabei immer freundlich, bleibt aber bei seinem Standpunkt, das „sein Schritt“ der richtige war. Seine Nachrichten klingen für mich Stino (Stinknormale) irgendwie ambivalent. Einerseits sind sie fast liebevoll, – er wünscht mir „alles Glück der Welt“ – er wünscht mir „einen Mann der wirklich zu mir passt“ und solche Dinge.
    Was mich auch sehr wundert : am vergangenen Wochenende war er in WhatApp daueronline ! Jedes Mal, wenn ich online war, war er es auch…….ob er vielleicht nochmal einige Nachrichten liest, die ich ihm geschrieben habe ?
    Er hat am Wochenende sogar wieder in seinem WhatsApp Profil ein Foto eingestellt, auf dem er meine Brille auf der Nase hat und das ich fotografiert habe. Dieses hatte er nach seiner „Kurzschlussreaktion“ aus WhatsApp entfernt. Mir kam der Gedanke, ob er sich gewünscht hat, dass ich ihm via WhatsApp etwas schreibe wie „Tolle Brille – ist die Neu ? ;-)“. auch dieses dauer-online-sein…..hatte er vielleicht gehofft, dass ich ihn kontaktiere weil er selbst es nicht schafft ???
    gestern Abend war es wieder das gleiche. Er ist ständig online gewesen (er weiss, wann ich montags abends vom Sport zurück bin)
    Ich würde ihm so gerne schreiben, habe aber Angst, dass ich mir wieder „eine blutige Nase“ hole. Und das tut dann nur wieder weh…..
    Spätestens zu Ostern wird er von mir einen kleinen süssen Ostergruß per Post bekommen (er nascht gerne Schokolade). Ich möchte ihm damit signalisieren, dass ich offen für ihn bin.
    Mit dem heutigen Tag hat er nun 16 Tage nichts mehr von mir gehört und ich frage mich, ob sich bei ihm ein Gefühl des Vermissens eingestellt hat…..

    Sollte es hier im Forum ein Mitglied geben, der selbst Betroffener so eines (oder ähnlichen) Persönlichkeitsmusters ist, würde ich mich ebenfalls über eine Einschätzung der Situation freuen.
    Vielen lieben hierDank an alle, die sich für mich die Zeit nehmen !!
    Einen schönen Tag wünscht prittiwummen

    Antworten
  14. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Hallo prittiwoman,

    ich kann die Reaktionen deines Ex-Freundes alle gut nachfühlen, ich bin selbst mit dem „Problem“ erwachsen geworden. Ich kann nur sagen, der SPS liegen existentielle Erfahrungsdimensionen zugrunde, von der ein „Normaler“ keine Vorstellung hat. Will sagen, SPS ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion eines zu sensiblen Menschen auf den ganzen Mist dieser Welt.
    Für meinen Teil habe ich wahnsinnig viel rein durch Beobachtung gelernt, bin so alltagstauglich geworden, aber es war wirklich nicht einfach. Die Gefühlswelt bleibt, aber die Robustheit ist jetzt da.
    Für deinen Fall: Ich fürchte, es ist, wie es ist. Man kann Entwicklung nicht von außen steuern, wir sind allein.

    Liebe Grüße.

    Antworten
    • prittiwummen
      prittiwummen says:

      Lieber marvingainsborough,

      ich habe noch eine kleine bzw. wohl eher grössere Bitte an Dich :
      Ich bin so ratlos in Bezug auf die verschiedenen Situationen, die ich in meinem Beitrag geschildert habe. Es sind so viele Fragen offen und ich komme damit im Moment so schlecht klar.
      Würde es Dir Umstände bereiten, einmal auf die einzelnen Situationen bzw. meine Fragen einzugehen ? Kannst Du mir bitte einmal eine Einschätzung (ist ja nur Deine Sicht, das ist mir bewusst) oder Erklärungen dazu geben. Zumindest aus Deiner persönlichen Sichtweise ?
      Es tut alles gerade so weh und meine Gedanken kreisen und kreisen…..
      Vielleicht kann mir die ein oder andere Einschätzung von Dir helfen, das Ganze irgendwie ansatzweise zu verarbeiten…..
      Vielen lieben Dank !!!!!
      sagt prittiwummen im voraus

      Antworten
      • marvingainsborough
        marvingainsborough says:

        Hallo prittiwummen,

        was mich ja mal interessieren würde, ist, warum er sich von dir überhaupt hat angeln lassen. Wollte er damals Nähe?

        Antworten
        • prittiwummen
          prittiwummen says:

          Hallo marvingainsborough,

          entschuldige, – ich hatte wohl gestern Abend Deine Frage übersehen !

          Ich war damals im Internet auf dieser Singelbörse und hatte mir sein Profil angeschaut. Er hat darauf hin mein Profil gesehen und mich angeschrieben !
          Es ist also vielmehr so, das er mich geangelt hat, denn ich hatte ihn ja nicht angeschrieben (konnte ich aufgrund meines Status damals auch gar nicht, wohin gegen er „zahlendes Premiummitglied“ war und somit pro aktiv andere anschreiben konnte)

          Zu Deiner Frage :
          ja, er wollte damals Nähe. Er konnte auch die ganze Beziehung über am Wochenende und im Urlaub gut in meiner Nähe sein. ich schrieb ja : er wollte mich jedes Wochenende in den 15 Monaten sehen. Allerdings war für ihn das Thema Körperlichkeit (Küssen, sich Anfassen, Intimität) schwierig. Ausser ganz zu Beginn in den ersten Wochen…..da hat er selbst die Initiative ergriffen, mit mir intim zu sein. Das hat jedoch rasant schnell abgenommen – bis hin zum Nullpunkt. Aber zusammen sein mit mir wollte er trotzdem immer an den Wochenenden !
          Ist für mich nur ganz schwer nachvollziehbar. kannst Du mich da verstehen ??

          Antworten
        • prittiwummen
          prittiwummen says:

          Nachtrag : wir haben uns Mitte November 2013 kennengelernt – waren von da an ein „Paar“. Ich habe Anfang Dezember Geburtstag. Da het er mir – nach nur knapp 4 Wochen Beziehung – ein gerahmtes Bild von sich zum Geburtstag geschenkt.
          Und er wiederum hatte kurz darauf ein Foto von mir entwickeln lassen und es gerahmt bei sich im Wohnzimmer aufgestellt.
          Er wünscht sich definitiv eine Partnerin, da bin ich mir sehr sicher. Sonst würde er sich ja nicht immer wieder auf Beziehungen einlassen, oder ?
          Und ich war seine bisher längste Beziehung (15 Monate).

          Ich denke, ich war für ihn durch meine beruflichen Themen und dem damit verbundenen Burnout sowie den gesundheitlichen Theman anstrengend geworden. Vielleicht hat er auch gespürt, dass ich unter der fehlenden Intimität gelitten habe.

          Er hat eben einfach Probleme, Emotionen nicht richtig zeigen zu können, dann das Thema „sexuelle Unlust“ – damit verbunden Körperlichkeit (sich anfassen, streicheln, küssen).
          Was er kann ist, mich in den Arm zu nehmen, mir ein Küsschen zu geben, mit mir Arm in Arm beim TV schauen auf der Couch zu liegen. Er mochte es, glaube ich, wenn ich in seiner Nähe war.

          Antworten
  15. prittiwummen
    prittiwummen says:

    Hallo marvingainsborough,
    vielen lieben Dank, dass Du geschrieben hast. Wenngleich Deine Worte für mich ernüchternd sind, so ist es für mich interessant erfahren zu dürfen, dass es Menschen gibt, die die Reaktionen meines Exfreundes nachvollziehen bzw. wie Du sogar nachfühlen können !
    Ich habe das Gefühl, dass er mich auf seine eben besondere Weise sehr geliebt hat und vielleicht sogar noch liebt. Und eines möchte ich sagen : für mich ist SPS alles andere als eine „Krankheit“ !
    Mein Exfreund hat zu seiner Bekannten (mit der ich in Kontakt stehe) vor 2 Wochen gesagt, dass er mit seiner Lebenssituation und mit dem Verlauf seines Lebens unzufrieden wäre, das es aber für ihn schwer wäre, aus diesem Kreislauf raus zu kommen. Anlass des Gespräches war, das sie ihn darauf ansprach, dass sie das Gefühl hätte, seine Emotionen wären nahe dem Nullpunkt und dass sie ihn vor 17 Jahren anders kennengelernt hätte.
    Hast Du wirklich überhaupt keinen Rat für mich, in welcher Art und Weise ich einmal den Versuch unternehmen könnte, einen kleinen Schritt auf ihn zuzugehen ?????
    Liebe Grüsse & Danke vorab, dass Du Dir die Zeit nimmst / genommen hast, zu schreiben.
    Alles in mir tut gerade so weh……………..
    Kann es sich in einem „SPS-ler“ eigentlich auch richtig schmerzhaft anfühlen ?

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    • shareen
      shareen says:

      Liebe prittiwummen,
      ich habe genau wie Du überall Hilfe gesucht, wollte von Betroffenen wissen, wie sie empfinden, sie man sie wieder erreichen kann etc. Inzwischen ist mir klar geworden, dass es kein Rezept gibt. Es kann durchaus sein, dass er sich irgendwann einmal wieder meldet. Ich habe mir sagen lassen, dass es einem Schizoiden gar nicht bewusst ist, welches Leid er angerichtet hat. Sie kommen zurück als wäre nichts gewesen – oder sie kommen nie mehr zurück. Es liegt ganz alleine bei ihm, wie er mit seinen Gefühlen – der Angst vor Nähe – umgehen kann. Ob wir Betroffenen uns ganz ruhig verhalten, abwarten oder schreiben, lieb oder böse sind, es ändert in dem Zustand seines Rückzugs nicht. Eigentlich bräuchte ein Schizoider eine gute Therapie mit einem ihm angenehmen Therapeuten. Dazu sind diese Menschen aber nicht bereit, weil sie sich nicht für krank halten. Wenn Du zu sehr drängst, schaltet er vielleicht völlig ab, lass den Kontakt aber nicht ganz abbrechen, er soll wissen, dass Du da bist, wenn er wieder für einen engeren Kontakt bereit ist.
      Mehr kann ich Dir auch nicht sagen. Auch der Rat von Schizoiden selbst passt nicht immer genau auf die Person um die es sich dreht. Sie sind in ihrem Verhalten genauso unterschiedlich wie wir „Normalos“. Was dem einen gut tut, empfindet ein Anderer als aufdringlich. Ein Rückzug bedeutet Überforderung der Gefühle und erscheint mir als Beweis, dass tiefe Gefühle da waren. Von einem Menschen, der ihm eher gleichgültig ist, müsste er sich nicht zurückziehen. Wenn Du Dir das vor Augen hältst, macht Dich das vielleicht auch ein bisschen glücklich!
      Ich wünsche Dir, dass Dein Gedankenkarussel zur Ruhe kommt. Ich kann gut nachfühlen wie sehr Du leidest!

      Antworten
      • prittiwummen
        prittiwummen says:

        Liebe shareen,
        ich danke Dir für Deine Zeilen. Deine Empathie tut mir gerade gut.
        Du hast sicher recht wenn Du schreibst, dass jeder Mensch in seinem Verhalten anders ist, – Worte unterschiedlich aufgefasst werden !
        Ein Patentrezept gibt es ganz sicher nicht !
        Er wird definitiv vor Ostern ein kleines Oster-Nasch-Päckchen von mir per Post bekommen. Ich habe eine humorvolle Osterpostkarte ausgewählt und werde ihm darauf mit knappen Worten subtil zu verstehen geben, dass ich offen für ihn bin.
        Natürlich muss ich mich darauf einstellen, mir eventuell wieder „eine blutige Nase“ abzuholen. Ich befürchte, seine Angst, mir nicht das geben zu können, was mir in unserer Beziehung gefehlt hat – nämlich Körperichkeit & Intimität – wird ihn so beherrschen, dass er bei seinem Rückzug – ei seinem „NEIN“ zu einer Beziehung mit mir bleibt.
        Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.
        Die gute Bekannte meines Exfreundes findet die Idee mit dem Ostergruß gut. Sie meinte – jetzt, mit ein wenig Abstand, ist er vielleicht wieder zugänglich…..
        Er fehlt mir.

        Antworten
  16. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Liebe Leute,

    mal vorweg: ÜBER einen Schizoiden zu reden heißt eigentlich genau seine Verletzung aufrechtzuerhalten. Denn gerade um das einander begegnen geht es, auch wenn die Reaktionen kühl, unnahbar, schroff sind: Alles nur Schutz. Nicht vergessen – auch ihr habt Unzulänglichkeiten, die der schizoid Veranlagte sofort spürt – nur dass er eben kein Gefühl dafür entwickelt hat, dass Beziehung ein Geben und Nehmen ist. Ich rede von mir, und der subjektive Ansatz ist ja der einzig mögliche.
    Ich jedenfalls HABE starke Gefühle, weiß aber, wie verletzend ich sein konnte. Ich sehe darin aber keinen Charakterzug, vielmehr einen Schutz, den ich aufgeben kann, wenn ich „ich“ sagen kann. Nicht vergessen: Ihr könnt ich sagen und könnt euch die Angst vor Ausgeliefert-Sein nicht vorstellen. Ich weiß jetzt nicht, ob alle schizoid Veranlagten Leidensdruck verspüren, ich jedenfalls wollte immer dazugehören und habe mich immer an meiner Angst gerieben. Ich sehe das Ideal in der mir möglichen Erlebnistiefe, die sich aber erst zeigen kann, wenn die Angst weg ist. Das wiederum ist keine Sache der Bemühung, sondern des Verständnisses. Natürlich muss ich Verhalten auch üben, aber nur so wie jeder auch. Kurz: Runter vom hohen Ross und hin zum Du.
    Ich hör jetzt mal auf, und das Posting ist mir Grad auch eher eine Entwicklungsbeschreibung geraten mehr als einer Hilfestellung, aber mir gibt es auch was, das alles mal sagen zu können.
    Liebe Grüße

    Antworten
    • prittiwummen
      prittiwummen says:

      Lieber marvingainsborough,
      ich zolle Dir grössten Respekt und Anerkennung.
      Deine Worte, Deine Hinweise sind für mich eine echte Berreicherung, helfen sie mir doch, ein wenig zu begreifen, was wohl in einem Menschen vorgehen könnte, der aus einer Art Schutzmechanismus heraus nicht zum Ausdruck bringen kann, was in ihm vorgeht.
      Ich bin überzeugt davon, dass mein Exfreund viele tiefe Gefühle hat ! Es würde den Rahmen hier sprengen, um aufzuzählen, WAS er alles für mich getan hat. Es war und ist seine Art der Vermittlung. Damit hätte ich auch gut umgehen können – doch die fehlende Intimität / Körperlichkeit war ein echtes Problem für mich. In 15 Monaten jedes Wochenende (Fr- So. Abend) und 3 Urlaube miteinander zu verbringen, – das war schon viel Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Seine Unsicherheit war allerdings immer gegenwärtig. Ich habe sie immer gespürt !
      Ich hoffe sehr, dass er irgendwann bereit dazu ist, sich so wie Du mit sich selbst auseinander zu setzen.
      SELBST DER LÄNGSTE WEG BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT !
      Ein lieber Gruss !

      Antworten
  17. prittiwummen
    prittiwummen says:

    Hallo marvingainsborough,

    sie oben. Habe Dir 2 Nachrichten zu Deiner gestrigen Frage, die ich leider übersehen hatte, geschickt.

    Liebe Grüsse

    Antworten
  18. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Es gibt für mich keine schizoide Störung! Nenne man es besser seine eigene adäquate Reaktion auf die Zumutungen der Welt. Ich weigere mich, in eine Schublade gesteckt zu werden. Denn das verhindert das einzig Heilende – für Jedermann: Eine Beziehung auf Augenhöhe ohne therapierende Hintergedanken. Ja, ich war verletzend. Ja, ich hatte Angst vor anderen. Ja, ich habe Leute verachtet. Ja, ich wollte immer der Beste, einzigartig sein. Aber warum? Weil mir früh beigebracht wurde, mich nicht ernst zu nehmen. Und für meinen Geschmack ist die Welt sehr oberflächlich und versteht nicht das Wesentliche, was Leben ausmacht: Die Einheit vom Beobachter und dem Beobachteten. Diese Trennung durchzieht die ganze Gesellschaft und macht ehrliches Leben unmöglich. Wollt ihr überhaupt ehrlich leben? Nö, das musste ich erst mal akzeptieren lernen. Aber jetzt können wir gemeinsam leben – ich fahre meine Krallen auf Null runter, öffne mich, und ihr dürft so mittelmäßig bleiben und ich mag euch trotzdem. Gemeinsam geht’s! In Wahrheit sind wir auch keine Individuen, sondern lediglich ein Sandkorn des Ganzen, das bloß durch seine Gedanken Kontinuität erhält – und Gedanken sind nun wirklich völlig instabil., wie wir.

    Antworten
  19. unfinished_sympathy
    unfinished_sympathy says:

    Hallo allerseits!

    Erst einmal – vielen Dank für eure interessanten Beiträge!

    Ich habe SPS und konnte mich in Vielem, von dem hier berichtet wurde, wiedererkennen.
    Oft bin ich überfordert von meinen eigenen Gefühlen und Gedanken – ich nehme so viel wahr, dass es mich schnell überanstrengt, mich z.B. mit Menschen zu unterhalten. Deshalb brauche ich viel Zeit für mich allein, wo ich träumen und einfach in Ruhe nachdenken kann.

    Als ich zur Schule gegangen bin, war ich sehr auf das Lernen konzentriert und an den Leuten um mich herum nur wenig interessiert – ich wollte keine Freunde und habe mich darum auch nie um andere bemüht. Ich war also immer viel alleine; dementsprechend waren meine sozialen Fertigkeiten wenig ausgebildet.

    Als ich dann mit der Schule fertig wurde stand ich komplett vor dem Nichts – ich hatte keine Freunde, kaum Hobbies, eigentlich fast keine Berührungspunkte mit der Welt um mich herum. Dementsprechend hatte ich auch keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ich beschloss dann, einen freiwilligen sozialen Dienst im Ausland zu absolvieren. Also ging ich für ein halbes Jahr nach Rumänien, wo ich mit anderen jungen Leuten aus aller Welt zusammen wohnte und in einem Kindergarten für Roma-Kinder arbeitete. Das war eine extrem lehrreiche Zeit für mich, praktisch eine Art Crash-Curs in sozialer Interaktion. Ich musste mich selbst und meine eigenen Muster ganz massiv hinterfragen. Gleichzeitig lernte ich, offener auf Menschen zuzugehen, von mir zu erzählen und den Austausch mit anderen zu genießen.

    Inzwischen bin ich 22, lebe wieder in meiner Heimatstadt und studiere. Ich habe mich seit der Zeit in Rumänien intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt und fühle mich auf ganz neue Weise verbunden mit mir und den Menschen um mich. Ich tendiere immer noch dazu, mich zu isolieren und viel Zeit alleine zu verbringen, aber ich kann das Zusammensein mit anderen viel mehr schätzen als früher. Ich sehe die SPS inzwischen eher als ein starkes Muster an emotionalen Blockaden denn als fixe „Persönlichkeitseigenschaft“.

    In meinem Fall war es so, dass ich mich deshalb sozial isoliert habe, weil es mir persönlich schlecht gegangen ist und ich mich selbst gar nicht mochte (beginnend mit ca. 11 Jahren). Das wurde dann zu einer generalisierten Lebenseinstellung, die ich irgendwann gar nicht mehr hinterfragt habe. Ich wollte von niemandem berührt werden und niemanden berühren, ich wollte nur in Ruhe gelassen werden und in meiner Gedankenwelt vor mich hin vegetieren. So konnte ich es vermeiden, den Schmerz zu konfrontieren, der in mir war.

    Fraglich ist natürlich, warum jemand auf eigenen Schmerz überhaupt mit solch umfassendem sozialem Rückzug reagiert. Genau darin sehe ich eigentlich das Problem. Denn wie ich persönlich gelernt habe, ist das einzige, was wirklich dauerhaft gegen Selbstzweifel und Schmerzen hilft, sich positiv mit anderen auszutauschen, gesunde Beziehungen zu pflegen, sich trotz des Schmerzes als wertvolle und interessante Person zu erleben. Ich glaube, dieser Impuls fehlt vielen schizoiden Menschen womöglich.

    Natürlich sollte man auch nicht vergessen, die guten Seiten der SPS zu erwähnen (ja, die gibt es!). Ich habe eine sehr lebhafte Phantasie und kann mich selbst hervorragend unterhalten. Ich brauche eigentlich kaum Stimuli von außen, bin sehr reflektiert und habe Freude an abstrakten Theorien und Denkgebäuden. Außerdem kann ich mich eigentlich gut in Menschen hineinversetzen, nur traue ich mich selten, das zu zeigen. Inzwischen merke ich auch, dass ich anderen Leuten so sympathisch bin, wie ich eben bin, ohne dass ich vorgeben müsste, anders zu sein.

    Was meint ihr dazu?

    Liebe Grüße!

    Antworten
  20. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Hallo unfinished_sympathy,

    zwei deiner Punkte sind wirklich entscheidend:
    keine Berührungspunkte zu haben führt unweigerlich dazu, den Kontakt zu Freunden, dem Leben etc. zu verlieren – weil..Leben nun mal Beziehung IST. Ich kann nur bestätigen, dass das sich einlassen auf Beziehung das einzig richtige ist.
    Und da kommen wir gleich zum zweiten Punkt: Warum reagiert jemand überhaupt auf Schmerz mit umfassendem sozialen Rückzug?
    Für mich liegt genau hier der Grund, warum ich es ablehne, bei SMS (ich nehme jetzt mal den Begriff, damit das Kind einen Namen hat) von einer Krankheit zu reden: der Rückzug mit allen sattsam bekannten negativen Konsequenzen wird in Kauf genommen, weil bzw. solange die Kraft nicht da ist, das soziale Umfeld NACH DER MIR EIGENEN ART zu durchdringen. Das macht jeder, aber was der Betroffenene, wahrnimmt, ist auf einer Viel tieferen Ebene angesiedelt und müsste daher auch zu anderen Kontakten führen, als in unserer Gesellschaft üblich. Hier kommt jetzt auch eine Dimension hinein, die weit über das Persönliche hinausgeht und auf den kranken Zustand unserer Gesellschaft verweist (nicht verallgemeinern, aber grundsätzlich. ..). Für mich hat das zu tun mit echter Begegnung, die im Alltag oft durch Ränkespiele und Konkurrenz ersetzt ist. Hat man noch nicht die Kraft, das persönlich auszuhalten, zu formen und dann gesteuert in seiner Form zu antworten, kommt es zum Rückzug.
    Wer das überwindet, ist eine Bereicherung des Lebens, weil er die Sensibilität mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen verbinden kann.

    Antworten
  21. unfinished_sympathy
    unfinished_sympathy says:

    Hallo marvingainsborough,

    ich finde du hast das sehr gut ausgedrückt – „das soziale Umfeld nach der mir eigenen Art durchdringen“ bringt auf den Punkt, was mir lange Jahre nicht gelungen ist bzw. womit ich angeeckt bin. Ich hatte oft das Gefühl, dass viele Leute mich zu direkt finden, dass ich manchmal, ohne es zu wollen, unangenehme Wahrheiten ausgesprochen habe, und dass ich meine persönlichen Eigenarten und Ideen nicht mitteilen konnte, ohne verlacht oder einfach für seltsam gehalten zu werden. In der Folge wurde ich sehr zurückhaltend und vorsichtig im Umgang mit anderen Menschen, was wiederum meine Isolation verstärkte, und so weiter und so fort…

    Inzwischen mache ich mir über diese Dinge weitaus weniger Sorgen, ich bin lockerer im Umgang mit Menschen und gleichzeitig (so hoffe ich) offener in meiner Wahrnehmung. Dadurch konnte ich auch immer wieder erleben, was du als „echte Begegnung“ bezeichnest.

    Im Übrigen stimme ich dir zu – ich sehe SPS auch nicht als „Krankheit“, eher vielleicht als eine besondere Art, die Welt zu sehen / zu empfinden / wahrzunehmen.

    Antworten
  22. Grubmah
    Grubmah says:

    Hallo ihr Lieben,
    ich habe eure Kommentare interessiert verfolgt und frage mich, wie ich als Mutter mit meinem Sohn umgehen soll. D.h. wir gehen gut miteinander um. Nur… er ist wieder dabei ein neues sich gesetztes Ziel einfach hinzuschmeißen und wieder zu verhindern, dass er auf eigene Füße kommt. Er ist 20 und lebt bei mir. Ich bin sehr verzweifelt, obwohl er ja der betroffenen ist. Die Diagnose kam erst letzten September, als er freiwillig für ein paar Wochen in einer Klinik war um sich helfen zu lassen. Ich fühl mich so allein und hilflos, dabei liebe ich ihn über alles und hab ihn nie vernachlässigt etc. Weiß nicht mal, woher das bei ihm gekommen sein soll. Weiß jemand Rat?
    lg Grubmah

    Antworten
    • Marie
      Marie says:

      Meine Nichte BELL ist erst mit 27 Jahren von zu Hause ausgezogen. Ihre Schwester MARAM bereits mit 18. Heute ist BELL Mutter von 2 Kindern, verheiratet und hat 2 Berufe und ist eine glückliche und stimmige Frau. Der erste Beruf der Mutter zuliebe, der zweite Beruf ihr eigener Wahlberuf, mit dem sie jetzt auch glücklich ist…. MIRI dagegen mit 18 von daheim weg hat eine Achterbahn hingelegt im Leben, Drogen, dauernd scheiternde Beziehungen zu Männern, keinen abgeschlossenen Beruf, Tabletten nehmend und Mutter von 3 Kindern, alleinerziehend und aktuell in einer lesbischen Beziehung.
      Du siehst, manche bleiben eben länger im Nest und brauchen es auch und entwickeln sich eben später, aber dann gut. Lass ihm doch Zeit und wenn er 30 wird. In machen Kulturen bleiben die Familien sowieso zusammen und die Kinder leben mit den Eltern zusammen bis sie heiraten. In Deutschland hat Familien -Zusammenhalt keine hohe Position…..

      Antworten
    • hlshls
      hlshls says:

      Liebe grubmah

      ich bin als 19 jähriger selbst in so einer Situation wie ihr Sohn und habe eine Mutter die daran verzweifelt , meine Verzweiflung zu sehen usw. Ich bin kein Pessimist und kein Optimist. Interessieren würde es mich allerdings sehr, mit Ihrem Sohn zu sprechen. Wir sind immerhin mit nur einem Jahr Altersunterschied in derselben Situatio. Hat er eine Mail Adresse. ? Oder schreiben sie mir noch etwas über ihren Sohn? Das wäre wirklich sehr schön.

      Antworten
  23. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Liebe Grubmah,

    es ist ganz einfach: du kannst NICHTS machen.
    Ich spreche aus ureigenen Erfahrung. Die Einmischung meiner Mutter war völlig umsonst. Es geht darum loszulassen. Auch wenn es mit Leiden für mich verbunden ist….aber entscheidend ist der eigene Weg. Der lässt sich nicht abkürzen.
    Liebe Grüße
    Marvin

    Antworten
    • Grubmah
      Grubmah says:

      Danke für die prompte Rückmeldung. Das bestätigt meine bisherigen Erfahrungen. So wie es sich entwickelt, wird er für immer bei Mama leben? Ich will ihn nicht los werden aber los lassen ist das ja auch nicht.
      lg G.

      Antworten
  24. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Ich möchte da noch vorsichtig nach dem Anteil der Eltern fragen, die das Kind vielleicht in diese Richtung führten. Es ist eben nicht alles konfliktfrei, und einen Konflikt austragen heißt, ihn nicht steuern können. Planbar ist das nicht, denn Planen und Denken sollen ihn vermeiden. Ich weiß aber nicht, ob es immer zur altersgemäßen Durchreifung kommt oder ob der Prozess nicht auch steckenbleiben kann. Aus eigener Erfahrung sage ich, es dauert lange, man muss herausgefordert werden vom Leben, und wenn man dann Licht sieht, fühlt man plötzlich, dass man keinen Defekt hat, sondern ein schöner Schmetterling ist !

    Antworten
    • Grubmah
      Grubmah says:

      Von uns kam nur Liebe und die nötige Zuwendung, er war auch ein absolutes Wunschkind. Ich will ihn auch nicht als krank betrachten, er tut es ja auch nicht. Es ist nur so schade, dass er wieder eine gute Chance gegen die Wand fährt und seine Ausbildung hinschmeißt, genau wie sein Abi vor einigen Jahren. Wenn er etwas tut, ist er immer sehr gut darin. Ich sag immer, er tut es ja für sich selber und nicht für andere. – Einerseits benimmt er sich total unabhängig und andererseits sorgt er nicht für die nötige Unabhängigkeit. Ich bin sehr traurig!

      Antworten
  25. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    :-)) ich kann das gut nachfühlen…
    Das Leben wird noch einige Blessuren bereithalten, das ist sicher. Und ich war auch oft vom Leben angewidert und enttäuscht, weil sich die Menschen so ganz anders verhielten als ich das wollte. Aber am Ende sah ich, dass es nicht um meine Anpassung an die Leute, die Bedingungen der Arbeitswelt etc geht, sondern um Verständnis von deren Sicht bei gleichzeitiger Wertschätzung meiner Bedürfnisse . Es war ein langer Weg….

    Antworten
  26. margrith 42
    margrith 42 says:

    Hallo ihr Lieben,
    Ich kenne seit einem Jahr einen Mann der eins zu eins die Symptone der Schizoiden Persönlichkeitsstörung
    aufweist!
    Ich suchte die Fehler bei mir! Nun bin ich auf diese Artikel gestossen und habe ein Schlüsselerlebnis!
    Es herrscht seitens von ihm Funkstille! Zuerst lockte er , nun blockt er!
    Ich weiss nicht so recht wie ich mich verhalten soll da ich beruflich von Zeit zu Zeit mit ihm zusammen arbeiten muss!
    Erwähnen möchte ich dass er seit 8 Jahren einen Psychologen aufsucht!
    Weiss jemand Rat?

    Antworten
  27. Tirami Su
    Tirami Su says:

    Meine Situation war ähnlich (~1 Jahr Kontakt, super Chemie, zunehmende Hoffnungen meinerseits, zunehmende Distanz seinerseits).

    Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über die schizoide Persönlichkeitsstörung nachgelesen. Ich schreibe mal meine resultierenden Gedanken zur betreffenden Person auf – natürlich kann man das nicht verallgemeinern. Menschen, ob jetzt mit SPS oder ohne, sind ja sehr unterschiedlich. Aber mir haben sie sehr geholfen, vielleicht helfen sie noch jemandem 🙂

    Natürlich möchte dieser Mensch bewundert werden. Aber irgendwann stellt er fest, dass die Gesellschaft einer Person, die ihn anhimmelt, schwierig für ihn ist, wenn/weil er merkt, dass sie etwas von ihm erhofft, was er ihr nicht geben kann (Nähe bzw. die Erwiderung ihrer Zuneigung).
    Er spürt, dass er sie verletzt (in meinem Fall ist er, auch wenn er es ein bisschen versteckt, ein sehr einfühlsamer Mensch, dem sehr wichtig ist, was andere über ihn denken – vielleicht in der Hinsicht nicht die Defintion eines Schizoiden ;)). Er möchte sie nicht verletzen.

    Aber auf der anderen Seite kann er aber auch nicht aus seiner Haut. Er hat kein Bedürfnis nach mehr Nähe zu ihr. Er möchte niemanden, der Erwartungen an ihn hat – z.B., dass er Zeit mit ihr verbringt, wenn ihm nicht danach ist. Das kann bei ihm auch einfach eine Phase sein.

    Folglich entsteht in ihrer Gesellschaft ein Zwiespalt in ihm. Er passt unheimlich auf, was er sagt, um sie nicht zu verletzen, ihr aber andererseits auch keine Hoffnungen zu machen. Das ist sehr anstrengend (erst Recht für einen Menschen, für den Konversation ohnehin nicht so einfach ist). Deshalb ist ihm ihre Gesellschaft auf Dauer nicht mehr angenehm und er distanziert sich.

    Ich habe intensiv darüber nachgedacht, was dieser liebe, eigenartige, mit der Welt manchmal etwas überforderte Mensch will. Was ich tun kann, damit ihm meine Gesellschaft wieder angenehm ist.

    Ich denke, dass ihm seine Mitmenschen wirklich nicht gleichgültig sind. Eine coole Kollegin zu haben, ist allemal ein Plus für den öden Alltag, wenn sie ihn mit seinen Eigenheiten respektiert. Keine Erwartungshaltung an ihn hat (wie: dass er sich mit ihr beschäftigt). Auch keine negative Erwartungshaltung hat („Du hast ja eh wieder keine Lust.“) und ihn nicht verurteilt/bewertet. Keine Konversation erzwingt, sondern ihn in Ruhe lässt, wenn ihm danach ist. Ihn nicht ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit rückt, sobald er den Raum betritt (es gibt Tage, an denen möchte er einfach so tun, als wäre er nicht da). Ihn nicht bemuttert. Seine Worte und Handlungen nicht überinterpretiert oder nachträgt (oder ewig darüber nachdenkt).
    Kurz: Wenn er in ihrer Gesellschaft einfach er selbst sein kann. Ohne penibel auf alles zu achten, was er sagt, weil er fürchten muss, sie zu enttäuschen.

    Das hieß für mich: Akzeptieren, dass er meine Gefühle nicht erwidern kann und es aller Wahrscheinlichkeit nach niemals wird. Auch wenns weh tut. Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem der Verstand, wenn man diesen Menschen nicht verlieren will, wieder die Zügel übernehmen und den Karren wieder aus der schrecklich schönen Traumwelt rausbuchsieren muss.
    Mit einer guten Ausrede meinerseits vorübergehend auf Abstand gehen, um meine Gefühle in den Griff zu kriegen. Mir all die Zeit geben, die ich dafür brauche. Viel.
    Aufhören, über ihn nachzudenken. Daran muss ich noch arbeiten, wie man sieht^^.
    Und, schlussendlich, mich darauf freuen, bald eine coole Kollegin zu sein anstatt ein naives Mädchen! Und zum Liebhaben jemanden zu finden, dem Zweisamkeit auch ein Bedürfnis ist wie mir 🙂

    Antworten
  28. margrith 42
    margrith 42 says:

    Vielen Dank für das ausführliche Mail von Tirami Su!
    Ich befinde mich bereits in der Mitte des „Lebens“ und verfüge schon über recht viel Lebenserfahrung!
    Diese Situation ist für mich neu und sehr schmerzvoll!
    Mein Verstand sagt mir dass ich mich distanzieren muss von diesem Mann – mein Herz ist aber noch nicht dazu bereit!
    Ich denke es kann sich auch keine Freundschaft ergeben, obwohl er mir sein ganzes Leben erzählt hat!
    Das Vertrauen beiderseits ist voll da!
    Ich kann das alles noch nicht richtig einordnen!

    Antworten
  29. AKP1972
    AKP1972 says:

    Hallo margrith42,
    ich war 13 jahre lang mit so einem Mann zusammen. Nach ca. 3 Jahre der Ehe bin grau geworden und meine glaenzende Augen sind auch nicht mehr da…. willst du mehr erfahren?

    Antworten
  30. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Hallo,
    ich bezeichne mich als ehemals schizoiden Menschen mit genügend Sensibilität, um durch einen sehr langen Dreh- und Wendeprozess mit viel Beobachtung (und Leid) dem ganzen Spuk ein Ende bereitet zu haben.

    Ich möchte unbedingt einen Aspekt reinbringen, den ihr vielleicht nicht kennt. Nämlich den Grund vielleicht, warum wir schizoid wurden. Ich behaupte, es gibt eine Art des Erlebens, die nur sehr selten geteilt wird, nämlich die Wahrnehmung, dass die Welt eins ist und der Beobachter das Beobachtete ist. Dies führt dazu, dass Individualität in frage gestellt wird. Und damit auch die Bindung an EINE Person.
    Was bei mir sicher nachreifen musste, war die Entwicklung eines Persönlichkeitskerns mit eigenem Lebensantrieb. Ohne den geht nichts. Dennoch bleibt die o.g. universale Lebenssicht, was zu Erfahrungen führt, die von anderen nicht geteilt werden. DIESE Erfahrungswelten möchte ich hier zumindest VERBAL einführen, wohl wissend, dass sie nicht leicht nachzuvollziehen ist. Insofern werde ich anderen Welten eröffnen, wenn ich meine Verantwortung annehme und entsprechend einheitlich handle. Die Welt ist ich und ich bin die Welt.

    Antworten
    • hlshls
      hlshls says:

      darf ich eine kleine Frage stellen. Kennen sie oder kennst du Jiddu Krishnamurti? Ich binde mich zwar nicht an solche Personen, aber habe mich dennoch in Ihm wiedergefunden wenn du /sie verstehen/verstehst. Deine Texte erinnern mich an ihn bzw eckart tolle oder eben bereich mystik, welchen ich von allen bereichen noch am aktzeptabelsten empfinde, neben meinem eigenen.

      Antworten
  31. margrith 42
    margrith 42 says:

    Hallo zusammen,

    Ich frage mich ob ein schizoider Mensch zu einer Freundschaft (ohne Körperkontakt,da läuft von seiner Seite mit mir gar nichts mehr) fähig ist?

    Auch hat er mir gesagt dass er im Internet sein Profil aufgeschaltet hat da er sich nach einer Beziehung sehne!
    Er rät mir auch dasselbe zu machen, er würde mich dann ankllicken!

    Es ist alles sehr widersprüchlich und verwirrend!

    In nächster Zeit haben wir beruflich über Tage miteinander zu tun – es graut mir davor!
    Ich bin verunsichert, verletzt ,ratlos und sehr traurig!

    Seit 2 Wochen hab ich nichts mehr von ihm gehört , ich hab mich auch nicht bei ihm gemeldet!

    Antworten
    • Mühchen
      Mühchen says:

      er würde sich bestimmt freuen wenn du dich meldest aber lass ihn führen wenn es um treffen oder so geht …. sowas braucht einfach den richtigen zeitpunkt also wenn er bereit dafür ist mehr musst du nicht wissen!

      Antworten
  32. Lara
    Lara says:

    wichtig ist zu wissen, dass schizoide Menschen nichts böswillig machen!
    Das Verhalten, dass du beschreibst kann ich 1:1 in meine „Beziehungen“ übernehmen.

    Ich kann jetzt nur von mir sprechen:

    Also wenn ich mich auf jmd einlasse und es auch zu körperkontakt kommt, ist es eig unmöglich im Nachhinein mit diesem Menschen eine reine Freundschaft zu führen. Bzw. vllt keine Freundschaft um die Distanz zu wahren, aber reinen Körperkontakt um das ganze zu kompensieren. Die Distanziertheit spürt man dann auch.
    Ja auch ich sehne mich nach etwas festem, aber das geht dann leider immer nur soweit wie bei euch.
    Ich will auch nie jmd verletzen, merke es auch nie und krieg das eig auch nur irgendwann im Nachhinein mit. Mir fällt aber gewiss auf, dass ich mich anders Verhalte und mir tut das dann auch nur leid wenn es erwähnt wird. Weil es keine Erklärung gibt. Viele kommen sich dann verarscht vor, denken ich wäre in einer Beziehung od sonst was.

    Melde dich nicht zu oft, und spreche ihn nicht oft oder gar nicht erst direkt auf dieses Thema an.
    Taste dich heran, wenn du es für richtig hältst, und ihr gerade ein schönes Gespräch führt… und je nach dem wie er reagiert kannst du ja dann etwas mehr bohren oder nicht. Wenn er dicht macht, wars das.

    Aber sei darauf gefasst, dass diese Sorte Mensch ungewollt und unbewusst einen unglücklich macht zum Ende hin.
    Suche den Fehler nicht bei dir, denn es liegt selten an den anderen.
    Solltet ihr jemals wieder in die Richtung gehen, musst du Ihm einfach vertrauen und akzeptieren wie er ist.
    Das er sich plötzlich zurückzieht und irgendwann wieder da ist als wäre nichts, ist leider normal.

    Antworten
  33. margrith 42
    margrith 42 says:

    Hallo Lara,
    Es ist genau wie du es beschreibst! Ich denke das wars! Er erträgt meine Gefühle die ich für ihn habe nicht, er sagt das belaste ihn !
    Er ist jeden Tag auf Partnersuche im Internet, also sehnt er sich doch nach einer Beziehung!
    Nun bin ICH soweit dass ich professionelle Hilfe brauche!
    Er versichert mir immer wieder dass er sich meldet um uns zu treffen!
    Seit drei Wochen warte ich darauf!
    Da wir uns beruflich hin und wieder sehen ist es doppelt schwer für mich!

    Antworten
  34. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Habt Bitte doch die Entwicklung eines Menschen im Blick! Ein schizoider Mensch ist schizoid, sondern er hat eine Schutzhaltung entwickelt, die sich bei neuen Erfahrungen auch wieder ändert! Wir sind alles Menschen und keine Krankheitsträger. Diese Haltung im Übrigen schmerzt den verletzten Menschen viel mehr als den normalen. Der „Normale“ ist mit seiner Schablonenhaftigkeit oft ebenso krank.

    Antworten
  35. Leonie
    Leonie says:

    Hallo, ich habe eine diagnostizierte emotional instabile Persönlichkeitsstörung aber irgendwie, nach einigen Jahren und einigen Psychopharmaka und Neuroleptika habe ich das Gefühl, die schizoide Persönlichkeitsstörung würde ehr auf mich zutreffen. ich habe einen eigenen Blog, auf dem ich etwas über mein Leben schreibe und freue mich über neue Leser der Link ist http://leben-mit-persoenlichkeitsstoerung.de/

    lg. Leonie

    Antworten
  36. David
    David says:

    Hallo allerseits,

    es ist „schön“ nicht so allein zu sein und endlich mehr über sich selbst zu erfahren.
    Ich bin 28 Jahre ALT (ja, ich fühle mich zu alt, dafür dass ich noch zu wenig erlebt und erreicht habe) und bin auch in einer Psychotherapie. Laut meiner Therapeutin und Eigenerfahrung kann man sagen, dass ich sehr viele Züge einer SPS habe. Wobei in der Vergangenheit noch mehr.

    Die Verangenheit war nicht sehr schön. Um es kurz zu fassen: ich war jahrelang immer allein, hatte keine oder wenig Freunde und abgesehen von einer mehrmonatigen Affäre und einer kurzen Affäre vor ein paar Wochen hatte ich auch noch nie eine feste Beziehung zu einer Frau.

    Letzteres ist es, das mich momentan nagen lässt. Ich höre oft, dass ich attraktiv sei – ich bin relativ groß, muskulös und sportlich und bekomme oft Blicke… aber ich fühle mich wie ein Ausserirdischer, den keine so richtig will. Zumindest keine, die ich auch will.

    Jetzt ist es so, dass ich meine letzte Affäre zu meiner Freundin haben wollte. Sie hat es abgelehnt und wir haben den Kontakt abgebrochen. Auf einer Hochzeit konnte ich mich zum Glück ablenken und lernte eine Andere kennen – wir haben Kontakt, aber sie ist in einer Beziehung (in der es nicht gut läuft) und wir schreiben und treffen uns auch bald wieder. Jedenfalls gehe ich nicht davon aus, dass ich Erfolg haben werde, auch wenn wir viel Blickkontakt auf der Hochzeit hatten.

    Kurzum – ich sehe mich in meinem Leben allein und kann mir nicht vorstellen, diese Störung je wieder wegzubekommen.
    Im Gegensatz zu der Beschreibung sehne ich mir regelrecht nach Nähe, nach Zärtlichkeiten… ja, LIEBEN und GELIEBT zu werden. Nur kommt mir vor, dass ich das als Mann nur in mir tragen, aber nie, nie nie eine Frau sagen darf. Nur bin ich sehr sehr offen und ehrlich und trage mein Herz offen vor mir her.
    Das verletzt und je mehr ich mich öffne, desto mehr Schusswunden der Zurückweisung kommen auf mich zu.
    Alle meine Kontakte sind momentan am Heiraten bzw. Kinderkriegen und ich habe noch nichtmal erlebt, wie es ist mit einer Frau, die ich liebe und die mich liebt, ein paar schöne Tage miteinander allein zu verbringen.

    Klar, das hört sich alles an, als ginge es „nur“ um Beziehung, aber ich fühle mich in dieser Krankheit so allein. Kaum jemand versteht es: ich habe doch sonst „alles“ bzw. keine Problem

    Ja, ich habe einen Job und bin dort auch gefragt und habe etwas zu sagen – – aber ich fühle mich auch, als könnte ich es nicht wirklich gut.
    Zum einen sehr perfektionistisch, zum anderen chaotisch, zerstreut und unordentlich…

    Was ist es, was man als SPS am besten in den Griff bekommen muss?
    Ich denke nicht, dass sich meine Probleme lösen, wenn ich Liebe erfahre, auch wenn es das ist, wonach ich mich sehne. Geld, Autos… all das interessiert mich nicht im Vergleich.

    Liebe Grüße,
    David

    Antworten
  37. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Hallo David,

    Was ist es, was man bei einer SPS in den Griff bekommen muss.
    Es ist kein Müssen, Gott sei dank, es ist das Annehmen dürfen seines selbstverständlichen Platzes in der Welt. Warum geht das nicht? Warum ist man stattdessen perfektionistisch? Weil man nicht gelernt hat, für sich selbst zu sorgen. Die daraus entstehende Unordnung wird ausgleichsweise mit Disziplin kompensiert – sehr anstrengend. Warum ist man lieber allein? Weil man Angst hat, dass das Geheimnis herauskommen könnte, dass man kein eigenes Selbst hat, das sich um sich selbst kümmern kann. Warum sind da diese Defizite in Selbstwertgefühl und Selbstorganisation? Das ist völlig egal, deine Erinnerung wird von Zeit zu Zeit immer mal wieder einen Hinweis in der Vergangenheit finden, wichtig ist aber doch, dass du dich MIT alldem neu organisieren darfst, und das Ergebnis wird sein ein innen reicher Mensch, der durch seine Leiden viel fester im Leben steht und tolerant wird. Aber der vor allem ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt und zukünftig sagt:“Das geht mit mir, und das geht nicht mit mir“.
    Und wenn du mal über der persönliche Ebene hinaus schaust, die Gesellschaft ist in weiten Teilen dermaßen oberflächlich geworden, dass man das gar nicht mehr haben will. Wir sind existentiell allein. Richtige Beziehung ist das A&O, denn der Mensch ist nach meinem Dafürhalten kein Individuum, sondern Teil des Ganzen. Sag mir, welche Freunde du hast, und ich sage dir, wer du bist.

    Antworten
  38. David
    David says:

    Hallo Marvingainsborough,

    Danke für die Antwort.
    Ja, die Gesellschaft als Solches ist ja nicht „normal“ bzw. was ist „normal“
    Jedenfalls unterscheidet man sich als SPS von den anderen – und das tut weh, wenn man sich sozial integrieren will; anerkannt werden will und geliebt werden will.

    Was ist es, was andere an einem SPS problematisch finden? Was ist es, was sie abschreckt?
    Ich weiss es leider immer noch nicht… bzw. ist es bei mir einfach anders…
    Meine Therapeutin sagt mir, Geduld zu haben und dass ich liebenswert sei. Aber Geduld habe ich schon lange keine mehr.

    lg David

    Antworten
  39. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    David,
    SPS steht dir oder mir doch nicht auf die Stirn geschrieben – das ist doch nur ein Etikett. Die Frage ist doch eher, wie du dich anders fühlst. ..und warum. Nein?

    Antworten
  40. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    David,
    SPS steht dir oder mir doch nicht auf die Stirn geschrieben – das ist doch nur ein Etikett. Die Frage ist doch eher, wie du dich anders fühlst. ..und warum. Nein?
    LG Marv

    Antworten
    • David
      David says:

      Marv,
      ja, aber mit einem „Etikett“ findet sich doch leichter eine Anleitung, die Probleme zu lösen, finde ich. Ich suche nach einer Erklärung für meine Probleme; für meine Psyche um davon dann Lösungen und Wege abzuleiten.
      Einfach abstrakt zu sagen „sei du selbst, sei glücklich“ ist viel zu allgemein als dass ich es in den vielen Jahren je geschafft hätte.
      Vor allem interessiert mich eben, was einen potentiellen Partner an einem SPS abschreckt (wobei ich selbst viel auch mit einer depressiven Persönlichkeitsstörung gemein habe…)

      Verlange ich da zu viel von der Welt?
      LG

      Antworten
  41. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    David, lass dir mal sagen, dass du wunderbar reflektiert über das alles schreibst :-). Was einen abschreckt? Die Abschreckung kann sich ja erst nach und nach im Kontakt ergeben. Erzähl nicht, du hättest gar keine Ahnung, was das sein könnte. Die Situationen müssen dir das ja gezeigt haben…
    ähm, und „sei du selbst“ ist natürlich insofern kein Rezept, weil es normal nicht gibt: Wie BIN ich denn „ich selbst“. Vielleicht eher: Ich stehe hinter allem, egal was ich mache.
    Marv.

    Antworten
    • David
      David says:

      Marv, Danke – ich beschäftige mich auch schon sehr lange damit (mit mir) ohne jedoch sichtbar voranzukommen. Zumindest fühlt es sich so an.
      Naiv zu glauben, es gäbe ein Allheilmittel für alles, wenn man die Diagnose denn nur treffend beschreiben würde. In jedem Fall tut ein Austausch immer gut.
      Was andere abgeschreckt hat? Die vielen und frühen Emotionen, die „Andersartigkeit“ ….

      Antworten
  42. Alex
    Alex says:

    Hallo,

    spannend hier mitzulesen. Und ich finde mich hier endlich mal gesehen 🙂
    Ich bin nach der Geburt direkt adoptiert worden und war dann als doch ein eigenes kam zum fuenften Rad am Wagen geworden.
    Ich bin nun also mein ganzes Leben ohne Familie und jetzt seit 4 1/2 Jahren auch noch alleinerziehende Mutter eimer grossartigen Tochter.
    Da ich jetzt allerdings wirklich nur noch minimal Zeit fuer Rueckzug und Sammlung habe, sowie zu sozialen Kontakten gezwungen bin, musste ich nun doch mal etwas tun.
    Jetzt nehme ich seit 1 1/2 Jahren ssri und habe seit 1 Jahr die Diagnose schizoide Persoenlichkeitsstoerung.
    Ich fuer mich alleine komme ganz gut mit meiner Rolle als „schraeg“ zurecht, allerdings wollte ich fuer mein Kind keine Nachteile und moechte, dass sie bestmoeglich ins Leben startet.

    Nun lerne ich Stueck fuer Stueck soziale Kontakte und mich damit besser kennen: Aushalten, Reflektieren, kommunizieren. Und so akzeptiert zu werdem wie ich bin. Ich habe besonders grosse Probleme Gefuehle zu kommunizieren und fuehle mich staendig unverstanden :-). Entweder ich wirke eiskalt oder sie platzen aus mir heraus und ich zerfliesse darin…

    Ich glaube meine mail hier ist auch schon wieder recht kopflastig^^ bitte entschuldigt! Ich glaube ich kann nie lange bei meinem Bauch(gefuehl) bleiben 🙁 es ist wie verhext.

    LG, Alex

    Antworten
  43. marvingainsborough
    marvingainsborough says:

    Hallo,

    kurz aus meinem Nähkästchen geplaudert: Wenn ich Schwierigkeiten hatte, Gefühle zu kommunizieren, dann war das auch darin begründet, dass die Gefühle, die ich hatte, eben nicht angenehm waren !!
    Es war nicht immer der arme schizoid veranlagte Mensch, der sich nicht ausdrücken kann, sondern es waren einfach oft Neidgefühle etc., die ich verständlicherweise nicht zeigen WOLLTE. Wo andere passendere Gefühle hatten, war bei mir oft der Wunsch, den anderen zu dominieren z.B. Na und zeige das mal dem anderen – der wird sich freuen.
    Insofern: Wenn man von Heilung spricht, muss mit in Betracht, dass der „schizoide“ Mensch letztlich verantwortlich für seine Gefühle ist. Natürlich hat er sie in einer damals ungünstigen Entwicklungsphase aufgebaut, aber wenn man „normal“ werden möchte, muss man auch die Kraft entwickeln, Verantwortung für diese Gefühle aufzubringen – das tut jeder andere auch.

    Antworten
  44. Dani
    Dani says:

    Hallo,
    Ich hab sowohl eine emotional instabile sowie schizoide Ps. Ich hab mir immer eine eigene kleine Familie gewünscht, genauso wie Freunde und das ich irgendwo dazu gehöre. Meine Partnerschaften hielten nie sehr lange. Sobald mein Partner fast tgl bei mir war brach alles auseinander. Ich hab ein Bindungsproblem und bin nicht in der Lage dauerhaft tragfähige Beziehungen zu irgendjemanden einzugehen. Nicht einmal zu meinen eigenen Kindern. Viele sehen mich als emotionslos. Dieses Verhalten hat mich meine ganzen Kinder gekostet. Die wohnen jetzt alle bei ihnen Vätern. (Entscheidung vom Jugendamt und per Gericht und das NUR aufgrund meiner Ps)
    Ich soll meine Kinder regelmäßig sehen und mich darüber freuen das sie nicht mehr bei mir wohnen, aber für mich gibt es nur“entweder sie wohnen bei mir oder ich hab keine mehr“dazwischen gibt es für mich nichts. In meinem Umfeld kann das natürlich keiner verstehen da eine Mutter ja ihre Kinder zu lieben hat und sich zu freuen hat wenn sie zu besuch kommen. Ich hab nur leider keine Bindung mehr zu ihnen sobald sie mir weggenommen wurden. 🙁
    Mein Freundeskreis lässt auch sehr zu wünschen übrig. Ich hab zwar n paar“Freunde“, aber keinem von denen vertraue ich wirklich. Ich bin nur da wenn die was wollen, aber wehe es ist anders rum. Ich bin von je her ein sehr zurückhaltender Menschen der nicht viel redet und wenn man mal unter Leuten war, dann stets nur Mitläufer und das 5.Rad am Wagen. Auf der einen Seite will ich mehr Kontakt und Nähe, aber auf der anderen Seite kommt es dann zu „Kurzschluss Reaktionen“ und ich ziehe mich zurück und werde unter Umständen auch aggressiv und verletze meine Mitmenschen verbal. Ich bin sehr kreativ und mache meine Arbeit sehr gewissenhaft ohne auf die Uhr zu schauen. Das macht mir leider keine Freunde in der Firma wenn es nach Zeit bezahlt wird. Ich arbeite auch lieber alleine als in ner Gruppe und hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Dann schieb ich sozusagen Panik. Ich hatte es mein ganzes Leben lang schon so schwer mit meinem Umfeld klar zu kommen. Mit meinem Problem steh ich hier so ziemlich alleine da.Meine Therapeuten haben es heute versucht dem Jugendamt und Betreuern zu erklären was in mir vorgeht, aber haben denen auch erklärt das es chronisch ist und man bei mir nicht mehr sehr viel machen kann weil es zu massiv ist. Selbst Tagesklinik und stationäre Therapie rechnen nicht mehr damit. Und ich hab mir freiwillig Hilfe gesucht und wollte endlich lernen damit umzugehen und bekomme dann diese Diagnose. ..die wollen mich jetzt stabilisieren und versuchen das ich skills finde die mich in Extremen Situationen wieder beruhigen sollen. Mehr können die nicht tun ;-(

    Antworten
  45. hlshls
    hlshls says:

    Schizoidie oder Schizoide Störung ist eine eine Benennung einer willenlos fügsamen Gesellschaft für einen zu eigenwilligen Charakter. Wenn ich mir die Symptome angucke oder durchgucke oder ansehe oder durchsehe, fällt mir nichts ausschließlich krankhaftes auf, wie zB Wahnvorstellungen oder Selbstverletzung. Der stumme, schroffe Charackter ist der Spiegel der Menschlichen Welt, diese Welt die verstummt wenn einer weint, die verstummt wenn man sie ansieht, die verstummt wenn man ihnen anders begegnet und nicht angepasst. Diese Welt die schroff reagiert wenn man eigenwillig ist, die schroff reagiert und nicht hin sieht ergo ihren gefühlen verschlossen ist, das ist diese Welt. Ich meine nicht die Natur. Die Natur ist voller lebendigkeit und still zugleich, so subtil. ich meine die menschliche Welt. Die Berufe und die getrennten Bindungen und viel zu starken Bindungen an Normen, an Regeln wie Es zu sein hat. Übe einen Beruf aus und in den meisten Fällen bist du anerkannt. mache Abitur und du wirst gesehen, anerkannt. Aber du wirst nicht gesehen. Warum muss man immer etwas machen. Der Mensch an sich genügt nicht. Warum nicht? Der Mensch in seiner stillen LebEndigkeit. Die Emotionale Störung der schizoiden deckt die doch emotionale Grundstörung der Menschen auf, zeigt sie, ja konfrontiert sofort, und deshalb werden diese menschen auch so ignoriert. Das emotionale hat schlicht und dennoch ergreifend in der Technik und im Konsum von Dingen keinen Platz. In Leistung, denn leistung ist anstrengend und das emotionale ist weich, nicht anstrengend. Nun und es gibt doch nur noch Leistung im Leben, leistung für andere, für sich selbst usw. Leistung hat ein Ziel, sonst müsste man sich nicht anstrengen. Leistung hat ein Ziel und dieses ist noch nicht da, also ist es anstrengend, weil ein nicht erreichtes Ziel immer das Gefühl von Unerfülltheit mit einbezieht. Deshalb ist keine freiheit da. Und ohne freiheit, leisten wir alle so viel wie möglich um diese freiheit zu erlangen. Doch die freiheit ist keine freiheit sondern wird als festgesetztes Wort, festgesetztes Ziel Angesehen. Das Leben ist ein Labyrinth. Und durch den Weg im Labyrinth verschmelzen automatisch Start und Ziel. Die Freiheit ist da, sie ist da , einfach da wie der Mensch „an sich“. Ohne Mauern die unsensibel machen. Und das zeigt der schizoide.

    Antworten
    • Martin
      Martin says:

      @ hlshls

      Ich kann dem nur beipflichten.

      Wer entscheidet, weas gesund und was krank ist?

      Ist es nicht so, dass in der Gesellschaft die Verstellung die Norm ist, die fehlende Bereitschaft, sich mit sich selbst zu konfrontieren?

      Alles, was von der Norm abweicht, wird beargwöhnt, pathologisiert.

      Der Gipfel ist dann, Menschen, die von der Norm abweichen, eine Diagnose zu verpassen.

      Zweck der Psychotherapie ist oftmals, einen gesunden Menschen in die kranke Mainstram-Gesellschaft einzugliedern.

      Leute, akzptiert euch, so wie ihr seid, gerade wenn ihr anders seit als der Mainstream. Lebt wie ihr seid, und nicht, wie es von euch erwartet wrid. Das ist die beste Therapie.

      Antworten
  46. Sandy
    Sandy says:

    Hallo! Ich bin seit knapp einem Jahr mit einem Mann zusammen, der scheinbar die Verhaltensweisen der schizoiden Verhaltensstörung aufweist. Um meine Problematik zu erläutern möchte ich kurz aus seinem Leben berichten: er wurde als Säugling zur Adoption freigegeben. Als Erwachsener hat er versucht Kontakt zur leiblichen Mutter aufzunehmen, sie hat das abgelehnt. Er wuchs bei Adoptiveltern auf. Es war kein angenehmes Elternhaus, es gab ständig Streit, die Eltern haben sich während seiner Grundschulzeit getrennt. Er wuchs weiter bei der Mutter auf, dort ging es ihm aber auch nicht gut, so dass er auf eigenes Drängen hin mit 13 Jahren in ein Heim ging. Dort blieb er bis er eine Ausbildung abgeschlossen hatte. Zog danach allein in eine kleine Wohnung. Mit Anfang 20 lernte er seine erste Freundin kennen. Diese Beziehung hielt 3 Jahre. Danach hatte er für ca. ein halbes Jahr eine rein sexuelle Bekanntschaft. Danach war er 3 Jahre allein. Die nächste Beziehung hielt ebenfalls ca. 3 Jahre, diesmal war es aber eine Fernbeziehung. Er ist danach noch zwei mal auf Frauen zugegangen, die ihn dann seinen Worten nach nach einigen Tagen, scheinbar ziemlich brutal zu verstehen gegeben haben, nichts von ihm zu wollen. Danach ist er in eine tiefe Depression abgedriftet, und war 7 Jahre allein und hat sich damit abgefunden allein zu sein. Er war schon immer ein Einzelgänger, nach diesen Erfahrungen noch mehr. Die Depression hat ihn zwar nicht mehr im Griff, er hat sich aber von seiner Umwelt total zurückgezogen, hat nur noch zu seiner Adoptivmutter und der Freundin seines Vaters regelmäßig Kontakt. Mit anderen nur sporadisch. Sein Leben ist zwischenzeitlich das Internet. Dort verbringt er an Werktagen 5 Stunden und mehr, teilweise bis spät in die Nacht. An Wochenenden ist es sogar länger. Ein Hobby hat er noch, das ist sein Auto, er pflegt und hegt es. Macht, wenn es ihm gut geht Ausflüge oder kurze Urlaube. Ansonsten verbringt er die meiste Zeit zu Hause mit dem Computer, Fernsehen, lesen oder Phantasiereisen, wie er es selbst nennt. Ich kenne ihn schon seit ca. 2006. Er war der Arbeitskollege meines Ex-Mannes. Wir hatten hin und wieder sehr tolle Gespräche geführt. Ich muß hinzufügen, dass er sehr belesen und redegewandt ist. Zudem hat er auch ein sehr ansehliches Äusseres. Er hat sich dann während seiner depressiven Phase auch von mir zurückgezogen. Leider habe ich mich damals nur wenig damit beschäftigt, da ich selbst große Probleme hatte. Vergangenes Jahr sind wir nun wieder in Kontakt gekommen, eher zufällig. Unsere Gespräche waren wie immer sehr gut und sind diesmal sogar intensiver geworden. Wir hatten Gefühle füreinander entwickelt. Er war wie aus dem Häuschen konnte es nicht glauben, dass ich mich für ihn interessiere. Er ist so lieb, nannte mich eine Frau Kategorie 6er BMW. Er hat nie zu hoffen gewagt soetwas jemals kennenzulernen. Wir sind uns nach geraumer Zeit auch körperlich näher gekommen. Wundervoll. Und dann von einen Tag auf den anderen, hat er sich von mir zurückgezogen, mit der Begründung ich würde ihn einengen, die Luft zum Atmen nehmen. Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war geschockt und wie erstarrt. Den einen Tag ist der Himmel voller Geigen und am nächsten Tag baut er eine Festung um sich auf. Schottet sich ab. Geht nicht ans Telefon, öffnet nicht die Türe wenn man bei ihm klingelt. Natürlich habe ich nicht locker gelassen. Ich hatte tausend Fragen, und keine Antworten. Nach eingen Tagen hat er den Kontakt wieder zugelassen. Er hat mir versucht zu erklären, was in ihm vorging. Es tut ihm leid dass er mich so behandelt hat, er fühlt sich danach selbst immer schlecht. Er beschreibt dass so, dass er mit soviel Liebe die ich ihm entgegenbringe erdrückt fühlt. Er hat sein ganzes Leben lang niemals Liebe erfahren dürfen, und erhält sie nun geballt. Das macht ihm auch Angst, ich könnte ihm einerseits seine Freiräume nehmen, andererseits hat er auch Angst vor erneutem verlassen werden. Zudem ist es für ihn ein großes Problem Hilfe und Unterstützung anzunehmen. Er hat dann das Gefühl man würde ihm seine Selbständigkeit nehmen. Zwischenzeitlich läßt er es sogar zu und kann es genießen bekocht zu werden. Er äussert auch selbst Wünsche. In einem guten Moment hat er mir auch mal gestanden, dass er mehr oder weniger seine früheren Beziehungen selbst zerstört hat. Wenn er aber seine abweisende Haltung hat, dann waren es die Frauen, die sowieso alle gleich sind, und ihn nur zerstören wollen. Ich gebe ihm weiß Gott nicht dieses Gefühl. Ich versuche mit Einfühlungsvermögen und Verständnis auf ihn zuzugehen. Denn wenn es ihm gut geht, dann sagt er mir das auch und läßt es mich spüren. Wir haben wundervolle Momente miteinander. Und dann gerade wenn es am schönsten scheint, löst bei ihm ein Satz, ein Wort oder ein Blick den er falsch versteht diesen plötzlichen Rückzug aus. Nichts von dem was er mir zuvor gesagt hat existiert für ihn, oder er tut es mit einem Kommentar wie na und ab. Kalt und abweisend. Und fordert seine Einsamkeit. Das ist für mich Gefühlschaos pur. Es interessiert ihn nicht wie es mir in solchen Momenten geht, erst wenn er, ja wie soll ich es nennen, wieder zu sich kommt, seine Einsamkeit genossen hat, tut ihm sein Verhalten leid. Schlimm ist für mich auch, dass gemeinsame Zukunftspläne meist von ihm ausgehen. Ich weiß, dass sein größter Wunsch wäre mich zu heiraten, mit mir gemeinsam alt zu werden. Wie sehr wünsche auch ich mir dass, denn im Grunde lieben wir uns außerordentlich und sind glücklich miteinander. Aber wenn ihn, ich nenne das zwischenzeitlich „die dunkle Macht“ in Griff hat, ist es die Hölle, ich denke mal nicht nur für mich, auf eine gewisse Weise auch für ihn. Was haltet ihr davon?

    Antworten
  47. Themis
    Themis says:

    Ihr Lieben,

    danke für dieses interessante Forum, in Vielem erkenne ich mich sehr gut wieder. Bin mit SPS nun schon 40 Jahre alt geworden und sehe mich ähnlich wie MarvinGainsborough (s. o.) – mit einem großen Schuss Selbstironie, und durch die lange Dauer hat sich sogar ein gewisser Kampfgeist entwickelt. Zudem finde ich es eigentlich ziemlich gut, dass man mit SPS die Welt und die Menschen um einen herum aus einer gewissen Distanz heraus (und durchaus oft auch von oben herab 🙂 ) betrachten kann, während andere viel mehr emotional gesteuert werden.

    Fast leid tun mir aber alle, die hier verzweifelt in laangen Beiträgen ein „Rezept“ suchen, wie sie mit „ihrem“ SPS-Freund umgehen können. Diese Hilflosigkeit kann ich ein Stück weit nachvollziehen, da ich seit rund 4 Jahren eine Beziehung mit einem „normalen“ (na ja, was ist das schon?) Mann führe, den ich oft mit scheinbar unvermittelten Reaktionen überrasche – etwa in dem Sinne wie oben vielfach beschrieben. Von außen erscheint ihm das wie „Launen“, aber es steckt natürlich viel mehr dahinter …

    Deshalb versuche ich mal, den Rat Suchenden eine ganz grobe Orientierung zum Verständnis unserer (sofern man das verallgemeinern kann) Innenwelt zu geben. Natürlich ist das meine eigene Erfahrung, aber ich denke, viele SPS-Menschen können dem zustimmen.

    Also:

    1. Der Punkt, um den sich immer alles dreht, ist, nicht verletzt zu werden und unabhängig zu bleiben. Da das offenbar leichter geschehen kann (subjektiv natürlich, aber das ist ja schließlich das Entscheidende), fahren wir die Schutzwälle schneller hoch als andere. Uns fehlt das Grundvertrauen in andere Menschen, sozusagen der Glaube an „das Gute“ im Menschen. Sehr gerne lassen wir uns das Gegenteil beweisen, aber die Grundvorsicht bleibt immer – und wird eben oft als Ruppigkeit und unverständlicher Rückzug empfunden. Dieses fehlende Verständnis verletzt uns dann noch weiter.

    2. Zum Thema „Intimität & Körperlichkeit“, das hier mehrfach thematisiert wurde:
    Wenn wir in einer Beziehung sind und uns am Partner/der Partnerin liegt (denn sonst lassen wir uns gar nicht auf eine Beziehung ein – es muss sich nämlich „lohnen“, dazu 4. weiter unten!), möchten wir gerne Nähe und Vertrautheit, wie andere Menschen auch. Aber, und hier wird es besonders subjektiv: Ich zumindest habe die Erfahrung gemacht, dass man das entweder nur sexuell ODER nur emotional zulassen kann, zumindest auf Dauer. Zeigt man nämlich einem anderen Menschen beide Seiten zu tiefgreifend (also z. B. „Hingabe“ in der Sexualität UND enge Vertrautheit im Menschlichen), fühlt man sich schnell komplett durchschaubar. Das wiederum löst alle Alarmlämpchen aus! Notwendige Folge ist der (zeitweilige oder komplette) Rückzug, um sich wieder „sicher“ zu fühlen.
    Das hat auch gar nichts mit der Intensität des Gefühls für den Partner zu tun, sondern der „Überlebensdrang“ wird dann stärker als das Gefühl und natürlich sowieso stärker als Konventionen wie Höflichkeit usw. Gerade das ist wahrscheinlich am schwersten zu verstehen und wirkt wie Egoismus, aber davon ist es weit entfernt. Man kann sich in dem Moment bzw. in dieser Situation nicht mehr dafür „interessieren“, wie es dem anderen dabei geht, sondern alles ist auf Selbstschutz und Flucht ausgerichtet.
    Dabei registriert man aber natürlich, dass man den anderen gerade verletzt hat. Um so mehr versucht man dann später, es zu korrigieren, sobald es einem besser geht und man sich wieder ausreichend geschützt fühlt.
    Ein großer „Fehler“ des Nicht-SPS-Partners ist es aber immer, eine nur schwach oder gar nicht sexuelle Beziehung enttäuscht als „Dann ist es ja nicht mehr als eine Freundschaft“ abzutun. Doch, für uns ist es trotzdem oder gerade deshalb viel mehr, und wenn das nicht erkannt und wertgeschätzt wird, dann löst das eben wieder den Rückzug aus … und so weiter. (Für alle, die alle Forumsbeiträge gelesen haben: Das war sicher genau der Grund für den Rückzug des Partners von „prettiwummen“ – er sah, dass er auf Dauer nicht beides geben kann und entschied dann für sich, dass es das Beste sei, die Beziehung zu beenden. Das hat er sich offenbar lange überlegt, aber er entschied sich so, weil es am sichersten war – und am rücksichtsvollsten ihr gegenüber, da er ihr ja das Gewünschte (das sie offenbar auch dauernd thematisierte und ihn damit unter Druck setzte) nicht geben konnte, auch in der Zukunft nicht.)

    3. Zwischenmenschliches: Wir sehen den „Wert“ zwischenmenschlicher Beziehungen anders. Gemeinschaft ist nicht an sich etwas Positives, denn sie überschreitet ja erstmal die persönlichen Grenzen, erfordert Interaktion, Witzigkeit, Geselligkeit etc. Im Beruf ist das okay, weil man damit rechnet – das gehört sozusagen zum Dienst. Aber regelmäßige, feste private Verpflichtungen sind oft ein Horror, ebenso wie spontane Unternehmungen mit anderen. Ich z. B. muss mich da immer rechtzeitig vorher drauf einstellen und „wappnen“ können. Ist das möglich, dann läuft die Veranstaltung auch gut, so stelle ich immer wieder fest. Oberflächlichen Veranstaltungen kann ich einfach nichts abgewinnen, da ist mir schlicht die Zeit zu schade. Das gilt auch für Personen, die man mal irgendwo kennengelernt hat und die eine Freundschaft suchen: Wenn man nicht selbst das Gefühl hat, dass dieser Mensch einem auf einer tieferen Ebene etwas geben kann, stellt man den Kontakt schnell und ohne Bedauern ein. Es lohnt sich eben nicht! Wenn etwa eine Kollegin weint, ich aber ihr Problem zu „banal“ finde, berührt mich auch das Weinen nicht weiter und ich überlasse das Trösten anderen.
    Das heißt aber nicht, dass uns die Mitmenschen egal sind – sie berühren uns nur im Allgemeinen nicht so persönlich, und es dauert meist sehr lange, bis wir uns auf einen Menschen näher einlassen wollen.

    4. „Es muss sich lohnen“: Das klingt zunächst natürlich wieder sehr egoistisch. Da aber für uns persönliche Beziehungen aller Art Grenzüberschreitung und damit anstrengend sind, muss auch etwas für uns dabei „herauskommen“, und das sind unterschiedliche Dinge, z. B. interessante Gespräche mit Tiefgang oder „Verstehen ohne Worte“ oder auch guter Sex ohne weitere Bindung (die würde wieder Gefahr bedeuten). So geht es mir, und einige der Beiträge weiter oben deuten Gleiches an. Daran, andere auszunutzen, liegt uns hingegen eher nichts, denn etwas zu bekommen, bedeutet ja wieder, sich zu verpflichten, irgendwann eine Gegenleistung erbringen zu müssen.
    Aus diesem Grund sind auch Beziehungen subjektiv „gefährlich“, in denen immer wieder versichert wird, wie sehr der/die andere einen liebt. Man bekommt das Gefühl, irgendwie etwas schuldig zu bleiben, und das möchte man gar nicht. Also lieber Rückzug …

    So, nun habe ich einen langen Roman geschrieben. Ich hoffe, dass mein Eindruck den Angehörigen von SPS-Menschen ein bißchen weiterhilft! Und, wie schon oben jemand sagte: Wir machen es nicht mit Absicht, aber haben eben andere Prioritäten.

    Das Schöne ist, dass das „immer-auf-der-Hut-sein“ uns einen guten Blick für das Innenleben und die Stimmung anderer Menschen verschafft, man ist einfach viel sensiblerr, sieht sich und andere kritischer.

    Viele Grüße von

    Themis.

    Antworten
    • Jasmin
      Jasmin says:

      Liebe Themis,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag! Ich habe es nie geschafft, jemanden das so zu erklären (oder denjenigen hat es nicht interessiert) und war dann immer ganz schnell als „frigide“ und eben egoistisch abgestempelt. Ich bin froh zu lesen, dass ich nicht alleine bin!

      Viele Grüße
      Jasmin

      Antworten
      • Themis
        Themis says:

        Hallo Jasmin,

        das habe ich auch oft gehört und deshalb lernen müssen, es zu erklären. Verständnis habe ich zwar damit erreicht, aber wirkliches Verstehen, glaube ich, nicht. Ist wahrscheinlich für Außenstehende wirklich sehr schwer zu verstehen. 🙁

        Antworten
        • Jasmin
          Jasmin says:

          Ich hab es mitlerweile aufgegeben. Ich erkläre es, sollte eine Verbindung ausnahmsweise mal wieder etwas persönlicher werden, einmal oder zweimal, wenn dann beim dritten mal immer noch kein Verständnis/Akzeptanz da ist (auf ein WIRKLICHES Verstehen zähl ich gar nicht mehr) und es in weitere Vorwürfe ausartet, bin ich weg. Dafür ist mir meine Zeit und vor allem auch meine Nerven zu schade.

          Antworten
          • Tirami Su
            Tirami Su says:

            Vielen Dank für diese tolle, ausführliche Erklärung!
            Ich glaube schon, dass es für einen Nicht SPSler möglich ist, euch zu verstehen. Aber das setzt voraus, dass sich jemand schon sehr intensiv gedanklich mit euch auseinandersetzt – was vermutlich nicht oft vorkommt und euch, so wie ich es verstehe, auch gar nicht so recht wäre (jemand, der viel über euch nachdenkt, hat evtl Erwartungen, ist sensibel gegenüber Abweisung, könnte sich verletzt fühlen => Kontakt mit demjenigen wird anstrengend für euch )?
            Also habt auch Verständnis für uns – und nehmt es uns nicht übel, wenn wir eben doch doch mal enttäuscht sind oder eure Reaktionen nicht richtig einzuordnen wissen 🙂
            Die Welt wäre so einfach (bitte mit ein bisschen Ironie verstehen), wenn man einem Menschen SPS auf die Stirn stempeln und seinem Umfeld eine Anleitung dazu geben könnte^^
            Aber so ist es nicht und uns bleibt nur übrig, es selber rauszufinden. Wir behandeln euch, wie wir andere Leute auch behandeln – wollen uns mit euch anfreunden und sowas schreckliches, weil ihr eben toll und interessant seid – und müssen erst ganz allmählich verstehen, dass euer Abblocken nicht Desinteresse bedeutet.

            Es gibt noch eine Sache, die ich noch nicht richtig verstehe: Soweit ich verstanden habe, scheint es einen Zusammenhang zwischen der schizoiden Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie zu geben – z.B., dass die „Störung“ (die keine ist) häufiger in der Verwandschaft von Personen mit Schizophrenie auftritt. Ist das so? Und wenn, wie ist das zu erklären? Für mich seht das eine sehr verschieden vom anderen aus.

    • DragonAUT
      DragonAUT says:

      Hallo Themis,

      du sprichst mir mit diesem Beitrag echt aus der Seele. Als ob du genau wüsstest, wie ich mich fühle.
      Besser kann man es gar nicht erklären, denke ich. So wie du dieses Verständnis für das Problem auffasst, wünsche ich mir, dass alle die ich kenne, dieses Verständnis hätten.

      Liebe Grüße,

      Marcel

      Antworten
  48. Christian
    Christian says:

    Schizoide Neurosen sind gekennzeichnet durch ein abgeflachtes Affektleben-eine Schizophrenie, Menschen die daran leiden,
    besitzen ebenfalls nicht die Möglichkeit im zwischen Menschlichen Kontakt emphatisch zu reagieren weshalb sie auf außenstehende Menschen Roboterhaft wirken.
    Was aber dem Schizoiden vollkommen abgeht sind wahnhafte Verarbeitung-psychotisches Erleben. Diese krankhafte Verarbeitung ist dann eher einer Schizophrenie zu zuordnen.
    Meiner Erfahrung nach kann man eine SPS von einer Schizophrenie abgrenzen.
    Auf Theoretischer Ebene ist solch eine Abgrenzung wunderbar möglich.
    Am besten mal einen Fachmann dazu befragen.

    Antworten
  49. Dino
    Dino says:

    Hallo

    Tolle Seite und tolle Kommentare zum mitlesen. Langsam nehme ich auch an, dass ich eine schizoide Persönlichkeitsstörung habe. Nur hatte ich in der Schule das grosse Pech, dass ich mit 14 heftigst gemobbt wurde und mir das Leben komplett versaut hat. Dann kam dann schon die härtere Diagnose: Schizoaffektive Psychose und ich litt nicht nur an der Persönlichkeitsstörung sondern hatte heftige Depressionen und Wahnhafte Episoden. Ich denke das Mobbing mit 14 hat die Persönlichkeitsstörung zu eben dieser heftigen Diagnose ausarten lassen. Meine Kindheit hingegen war schön, aber ich war schon immer eher ein Einzelgänger und hatte mühe mit Smalltalk und allgemein störten mich Gruppensituationen. Ich vermied sie so gut es ging. War also ein glücklicher Einzelgänger. Aber dann ging alles an dem Mobbing mit 14 kaputt. Ich verfluche mich heute noch, wenn das damals nicht passiert wäre, dann wäre ich einfach eine Person mit dieser Persönlichkeitsstörung und hätte nicht noch schwere Depressionen und Psychosen. Auch hätte ich wahrscheinlich einen Job und müsste nicht von einer vollen Rente leben. Und Hobbys und Interessen. Das habe ich alles nicht mehr, ich lebe ein Leben, welches nicht mehr lebenswert ist. Keine Ziele mehr weil ich weiss, dass mich eine Ausbildung oder eine Reise nur noch kränker macht.

    Antworten
  50. Masterez
    Masterez says:

    Heute habe ich gemerkt, dass ich eine Kontaktstörung habe. Meine Umgebungsempfindung ist sehr theoretisch. Mein Dasein ist auch theoretisch. Ich fungiere als Zuschauer in dieser Welt und nehme gelegentlich als Kommentator von außen Einfluss. Alles um mich herum ist so weit entfernt. Ich bin ständig angestrengt, was an meiner Angst vor meiner Umgebung liegt. Ich habe eine Sicht von der Umwelt, die wie virtuell ist. Alles was in ihr passiert ist spielerisch und nicht so ernst. Alles ist vorausgeplant und logisch. Fast alles was in dieser Welt passiert ist logisch. Für unlogisches ist kein Platz in dieser Welt. Meine Umgebung wird genau von mir gescannt und analysiert und zu allem darin gibt es eine Erklärung. Die einfachsten Taten, die ich in dieser Welt tätige, sind sehr theoretisch und durchplant. Es gibt kaum Fehler bei meinem Agieren in dieser Welt, wo ja ja alles sinnvoll durchplant ist. Dadurch fühlt sich alles was ich tue in dieser Welt unreal an, wie in einem Computerspiel. Mit fehlt die Selbstverständnis dafür, dass ich die Macht habe gerade ein Stück Gras aus dem Boden zu ziehen, oder mir einen Schokoriegel aus dem Supermarkt zu kaufen, an dem ich gerade vorbeilaufe. Ich verspüre hat nicht das Bedürfnis dafür. Was so daran toll sein, einen Schokoriegel zu essen? Wieso tun Menschen so etwas. Darüber hinaus würde mich der Einkauf im Supermarkt so sehr anstrengen, dass ich danach kein Spaß am Schokoriegel hätte .was macht mir den den überhaupt Spaß und ist nicht von der Logik gesteuert. Ich weiß es nicht bzw ich spüre es nicht. Geht’s jemandem ähnlich?

    Antworten
  51. Ylander
    Ylander says:

    Sehr geehrter Herr Eberwein,

    die Beschreibung liest sich wie das Asperger-Syndrom.

    Wo liegen denn die äußeren und inneren Unterschiede? Selbst die Fachleute scheinen sich da nicht einig zu sein.

    Antworten
  52. Ratlos
    Ratlos says:

    Ich werde traurig und verzweifelt wenn ich die Beschreibung lese. Ich glaube, ich habe seit mehreren Jahren Kontakt zu einem Schizoiden Mann (vermutlich „covered Scizoid“) über das Internet der mir unglaublich viel bedeutet. Ich denke ständig an ihn, wie ich seinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann, wie ich ihm helfen kann, ob der Kontakt zu mir ausreicht, denn er hat zu keinem anderen mehr Kontakt. Ich glaube, dass ich in eine Abhängigkeit zu ihm gerutscht bin über die Jahre. Er ist unglaublich intelligent und vielseitig – ich wünschte, andere würden das bemerken und ihn wertschätzen. Bisher wurde er aber von jedem Menschen enttäuscht und verlassen. Ich möchte für immer für ihn da sein, aber ich weiß nicht wie ich seine Wünsche erfüllen und mich dabei nicht verlieren soll. Gibt es hier Betroffene die mir von ihrem Seelenleben berichten können, damit ich weiß was in ihm vorgeht? Oder andere die mit einem Schizoiden zusammenleben und ähnlich denken?

    Antworten
  53. Themis
    Themis says:

    Hallo Ratlos,

    warum sprichst Du nicht offen mit ihm darüber? Schizoide Persönlichkeiten sind extrem feinfühlig, er hat vermutlich ohnehin schon gemerkt, was Dich umtreibt.

    Generell ist es nicht unproblematisch, „seit mehreren Jahren Kontakt … über das Internet“ zu haben. NUR über das Internet? Ich weiß nicht, ob das eine ausreichende Grundlage ist – er könnte Dir ja sonstwas erzählt haben, und Du wälzt nun Probleme für ihn, die vielleicht gar keine sind.

    Erschwerend kommt hinzu, dass Du vermutlich als Person, die sein Vertrauen gewonnen hat (wenn auch nur aus der Ferne, was aber wiederum einer schizoiden Persönlichkeit Sicherheit bieten kann), nur seine „Schokoladenseite“ siehst. (Bei schizoiden Persönlichkeiten ist das aber natürlich in der Regel die „echte“ Seite, während das Auftreten in der Außenwelt eher gespielt ist.) U. U. verhält er sich in seinem persönlichen Umfeld wie ein Stoffel oder schlimmer, zumindest sehr verschlossen. Wenn es stimmt, dass er zu niemand anderem mehr Kontakt hat, solltest Du das nicht auf Deine Kappe nehmen. Vermutlich hat er (zu oft) überreagiert oder sich verletzt zurückgezogen. Es ist aber nicht Deine Aufgabe, ihn davon zu „heilen“! Er wird das auch gar nicht zulassen.

    Inwieweit glaubst Du, dass Du in eine Abhängigkeit von ihm geraten bist? (Wobei ich sagen muss, das beherrschen wir Schizoiden offenbar meisterhaft, ohne es zu wollen – enge Kontakte emotional von uns abhängig zu machen.) Wenn es sich auf o. g. Gefühl von „Verantwortung“ für ihn bezieht, solltest DU schleunigst Hilfe suchen oder mit jemand Kompetentem darüber sprechen. Er ist ein erwachsener Mensch und wird auch nicht zulassen, dass Du ihn zu irgendwelchen Aktivitäten, Kontakten etc. drängst. Wichtig ist, dass Du Dich schützt und einen klaren Kopf bewahrst!

    Mein Tipp aus eigener Erfahrung:
    – Prüfe genau, was Du für ihn empfindest und ob es vielleicht überwiegend ein „Helfersyndrom“ aus Mitleid ist. Das können wir nämlich gar nicht leiden.
    – Sei immer ganz offen, aber nicht aufdringlich. Er durchschaut Dich vermutlich ohnehin. Versuche nicht, ihn zu manipulieren, das verärgert nur und zerstört Vertrauen.
    – Versuche auf gar keinen Fall krampfhaft, „Wünsche zu erfüllen“ oder „seinen Ansprüchen gerecht zu werden“! Das setzt ihn nur unter Druck und schafft Distanz. Sei wie Du bist, am besten eine starke, eigene Persönlichkeit. Dann bist Du das richtige Gegenüber für einen schizoiden Mann. Was man nämlich keinesfalls möchte, sind Spielchen und auch, immer für den anderen mit- bzw. vorausdenken zu müssen. Und da wir ja Angst vor Nähe und Verpflichtung haben, ist nichts schlimmer als bemuttert zu werden.

    So, dies war eine kurze „Bedienungsanleitung“ von einer schizoiden Frau. Du solltest diesen Persönlichkeitstyp auch nicht als Krankheit ansehen.
    Weitere Einblicke kann es Dir verschaffen, diesen Thread ganz zu lesen. Kostet etwas Zeit, aber in vielen Beiträgen findest Du wertvolle Einzelberichte und Infos.

    Viele Grüße und schöne Osterfeiertage,

    Themis.

    Antworten
    • Ratlos
      Ratlos says:

      Hallo Themis,

      danke für deine ausführliche Antwort und den Ostergruß!

      Ich habe deinen Text und auch viele andere hier gelesen und versuche die Ratschläge zu beherzigen.

      Wir haben uns auch schon persönlich getroffen und reden sehr offen über alles. Ich bin allerdings auch nicht frei von Problemen und kann mit diesen weniger pragmatisch umgehen, so dass sich daraus häufiger Reibungspunkte ergeben. Diese dann anzusprechen „nervt“ dann auch, da sie immer wiederkehrend sind. Ich versuche sie mit fachlicher Hilfe in den Griff zu bekommen.

      Abhängigkeit insofern, als dass ich sehr viel an ihn denke und wie ich Sinnvolles und Positives zu unseren Aktivitäten beitragen kann. Das ist schwer, da er sehr intelligent und anspruchsvoll ist, und so sind eigentlich alle Themen von ihm inspiriert. Dieses Gefälle ist mir sehr bewusst und ich setze mich deswegen unter Druck.

      Wir sind schon ein sonderbares Gespann.

      Ratlos

      Antworten
  54. LukeLaser
    LukeLaser says:

    Servus Comunity und Ratlos,

    ich bin selber (vermutlich) eine Schizoide Persönlichkeit und bin auf ein winziges Detail mit einer riesigen wirkung gestoßen. Das stichwort „sensibel“ oder „Hochsensibilität“, damit ist nicht nur die emotionale sensibilität gemeint (Ein kleiner Link dazu, der sich mit diesem Menschentypus und den Umgang beschäftigt: http://www.hochsensibilitaet.ch/ ). Sensibilität ist eine Charakter eigenschaft die oft unterbewertet wird.

    Ich empfinde Menschen als Belastung, zum einen weil fremde eine potentielle Bedrohung darstellen. In meinem Speziellem fall halte ich es immer für möglich das Menschen mich irgendwann mal Mobben werden, egal wie lieb sie eigentlich sind und je höher die Bindung desto größer die Angst. Ebenso verursacht Zwischenmenschlicher Kontakt eine äußerst schnelle überreizung, was sich darin äußert das ich unruhig werde oder mich vollkommen ausklinke.
    Nach 3-4 Jahren Desozialisation durch Mobbing kann mir das wohl auch keiner verdenken.

    Nichts desto trotz Wünschte auch ich mir eine Beziehung mit einer Verständnisvollen Person, die mir den nötigen Freiraum gibt und geben kann. Allerdings die Erwartungshaltung der „normalen“ Gesellschaft gegenüber Beziehungen ist mir äußerst zuwider, es wäre sogar nicht untertrieben zu sagen das ich quasi Angst davor habe Geschlechtsverkehr auszuüben. Dabei spielen dann so gedanken wie „Ich weiß zwar dass DER, DA reingehört, aber wie mache ich es das es ihr Befriedigend wird?“ oder „Was ist wenn sie nur Sex anbietet, damit sie etwas zu lachen hat“.
    Mit anderen Worten: Es geht darum Geduld zu haben und niemals zu lügen.

    Apropos lügen, ich will immer den Erwartungen meiner Menschen gerecht werden. Wenn ich z.b. was geschenkt bekomme, wäre die Erwartung meiner Mitmenschen zumindest ein Aufrichtiges Dankeschön… welches ich dann immer künstel und mich zurrück ziehe, weil ich etwas getan habe was ich überhaupt nicht ab kann…. lügen.

    Zur Zeit hänge ich selbst in einer Krise, bin nämlich bald 20 hocke Zuhause bei Mutti habe FOR und 3Jahre 11. Klasse Fachabi richtung IT hinter mir und bald ein vollständiges Leeres Jahr.
    Doch… flüchtiger Kontakt mit Menschen ist ein NoGo auf dauer. Schule ist ebenfalls stress pur bei ständiger analyse nach möglichen Gefahren. Am liebsten würde ich ja gerne schön zuhause bleiben, evtl. Projekte anfangen die ich eh nie fertig machen würde (^^).
    Also, was soll ich machen? Ich habe ja auch probleme mit diesen dämlichen Krawatten leuten die „Professionell“ aussehen wollen/sollen aber eigentlich nur wie von ’nem Roboter Fabrik Fließband stammend.
    apropo Roboter, mein Interesse ist Robotik wobei ich mich gezwungener Maßen mich damit nicht beschäftigen kann.

    Mit (gezwungenen) freundlichen Gruß
    LL

    P.s.: Viel spaß beim Entwirren… Sich so unverbindlich irgendwo zu Wort zu melden ist anstrengung genug^^

    Antworten
  55. DragonAUT
    DragonAUT says:

    Guten Tag euch allen.

    Ich denke ich habe eine Schizoide Persönlichkeitsstörung, jetzt da ich mich darüber informiert haben, treffen viele der genannten Symptome und Eigenschaften auf mich zu. Mein Name ist Marcel, ich bin mittlerweile 22 Jahre alt, wohne in Österreich.

    Ich war schon immer ein phantasievoller Mensch, beschäftige mich sehr mit dem Fantasy- und Sci-Fi Genre, bin künstlerisch gut dabei, arbeite momentan als Medienfachmann-Mediendesign Lehrling und meine Hobbies bzw. meine Leidenschaft ist das zocken von Videospielen auf Konsolen und Computer. Mein Interesse gilt zudem auch der Mythologie und Geschichte. Ich habe einige Freunde, viele Bekanntschaften, bin ein ewiger Single in etwa wie Forever Alone. Wichtige Aspekte in meinem Leben, ein Kodex zusagen sind mir: Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Gutmütigkeit, Höflichkeit.
    Aber Traditionen und Normen der Gesellschaft sind mir gleichgültig.

    Ich glaube mein Problem hängt damit zusammen dass ich vor 7 Jahren in der Schule, echt auf die schlimmste Art und Weise gemobbt wurde – und zudem zwei Jahre später zum ersten Mal ein Mädchen kennengelernt habe, in dass ich wirklich verliebt war und dann auch wirklich geliebt habe. Sie gab mir die selben Signale, so schien es, wies mich aber zurück mit lächerlichen Erklärungen die ich nie verstanden habe.
    Das tat halt ziemlich weh, doch sie gab mir ein Versprechen, welches meine Hoffnung wieder entflammen ließ. Das Versprechen hat sie gebrochen, und damit gab sie mir den Rest und brach mein Herz, nicht nur der Liebe wegen sondern auch des Vertrauens wegen.

    Meine Trauer habe ich nie jemanden gezeigt, noch jemanden davon erzählt, weil ich verwundet war, und Angst davor hatte, nochmals verletzt zu werden. Als ich nun die Trauer und den Schmerz runterschluckte, hat es mich innerlich zerrissen, zerfressen, wie auch immer. Aus Trauer und Schmerz wurde Zorn und Wut, die ich dann nach 2 Jahren vergessen oder verdrängt hatte. Ich dachte es würde mir gut gehen, bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass es mir echt schwer fällt wieder anderen Menschen zu vertrauen. Dann kam dann noch dazu, dass meine damalige Schulliebe, die mir das Herz einst gebrochen hat, mich über Facebook angeschrieben hat, und wir irgendwann zu dem Thema „Was zwischen uns war“, kamen. Wobei sie mir dann ihre Gefühle gestanden, und mir von ihrem Freund den sie schon damals hatte, erzählt hat. Vielleicht sollte das ja eigentlich helfen, zu verstehen warum sie mich verletzt hat, und es war ja definitiv nicht mit Absicht, aber es hat mir keines Wegs geholfen. Eher hat es mich noch mehr gekränkt und mich verwirrt. Seitdem habe ich ein paar Mädchen das Herz gebrochen oder sie zumindest enttäuscht, als ich nicht mehr sein konnte als ein guter Freund, was wiederum das Ende der Freundschaft war. War nicht gerade schön und hat meinem eh schon angeschlagenen Vertrauen wieder mal Schmerzen bereitet.

    Ich habe im Laufe der Zeit wieder gelernt anderen Menschen zu vertrauen und war sogar soweit wieder mehr als nur Freundschaft zu empfinden, aber das alles wurde immer nur mit Enttäuschung „belohnt“. Eine damals mir sehr wichtige Person hat beschlossen lieber unsere Beste Freundschaft auf Eis zu legen um ihr Beziehung mit einem Typen, der eifersüchtig auf mich war, weil ich mehr mit ihr unternommen habe, als er mit ihr, zu retten. Das tat ziemlich weh. Nichts davon habe ich mit anderen Menschen geteilt, was ziemlich dumm von mir war, aber zu dieser Zeit die einzige Option für mich. Zudem haben meine Eltern begonnen, jeden Tag zu streiten und schon mehrmals die Scheidung erwähnt, die sie zum Glück noch nicht durchgeführt haben. War aber auch eine Qual das mitzumachen und meine Lehre ist ein sehr schwerer, unsicherer Weg, mit vielen Zweifeln, aber der einzige Beruf, den ich mir vorstellen konnte, zu erlernen.

    Jedenfalls habe ich vor einem Jahr festgestellt dass ich eine komplette Gefühls-, Phantasie- und Kreativitätsblockade habe. Mental sind mir andere Menschen wichtig, emotional fühle ich aber keine Bindung zu ihnen, ich habe keine Angst davor ob ich sie enttäusche, verletze oder verliere. Selbst bei meiner Familie. Natürlich achte ich schon darauf dass ich niemanden absichtlich verletze. Niemand außer meinem Zwillingsbruder weiß von all dem, und selbst er versteht es nicht wirklich, oder nimmt es nicht wirklich ernst, denke ich. Bevor ich mich so verändert habe, waren mir die Gefühle und Gedanken anderer Menschen wichtig. Ich habe mir den Kummer und die Probleme angehört und war für die Menschen, die mich brauchten, da. Jedoch habe ich meinen Kummer immer für mich behalten, weil ich selbst damit klarkommen wollte.

    Äußerlich wirke ich charmant, humorvoll, selbstbewusst, zuvorkommend, höflich, freundlich, hilfsbereit, lieb, nett, süß, zum Knuddeln und einige andere Komplimente zu meinem Verhalten. Ich bin ein geselliger Mensch, rein oberflächlich gesehen. Ich empfinde Freude, kann auch lachen und lächeln, grinsen. Aber dass ist nur flüchtig. Kritik gefällt mir gar nicht, bei Lob denke ich, es sei ganz normal, als wäre es nicht den Lob wert.
    Es macht mir nichts aus allein zu sein, manchmal aber habe ich Einsamkeits-Phasen. Hier und da hab ich doch Gefühlsausbrüche von plötzlicher Trauer und Schmerz, und beim Zocken von Online Spiele bin ich grundsätzlich aggressiv. Es ist wie ein Ventil, all das Aufgestaute loszuwerden. Aber sonst fühle ich mich innerlich leer, eine dunkle, stille, kalte Leere.

    Mittlerweile habe ich ein Mädchen kennengelernt, das mir gefällt, ich habe sie sogar schon geküsst, aber nichts dabei empfunden. Beim Kuscheln empfinde ich nichts und tu mir allgemein sehr schwer den nächsten Schritt zu wagen. Ich sehne mich nach dem ganzen, aber scheue mich auch davor so sehr dass ich mich zurückziehe, wenn es zu ernst wird. Es macht mir Sorgen dass ich für Personen die mir mental wichtig sind, nichts auf emotionaler Ebene empfinde. Ich hoffe dass ich durch dass ganze Kuscheln und Küssen eine Änderung erzielen kann, dass ich auch dabei endlich was für das Mädchen empfinde. Ich habe ihr von meinem Problem erzählt, es hat sie schon geschockt und verunsichert. Diese Reaktion hatte ich auch erwartet und verstehe sie auch gut. Ich hoffe sie hat genug Geduld und auch den Glauben daran, dass ich mich wieder verändern kann.

    Freundliche Grüße

    Marcel

    Antworten
  56. Dorli
    Dorli says:

    Hallo,

    da ich immer dachte ich bin alleine mit mir selbst, habe ich mich sehr über diesen Blog gefreut und mich in so vielen Verhaltensweisen wiedergefunden.

    Ich gehe auf die 50 Jahre zu, wohne in Wien und weiß schon länger, dass ich mit dieser Persönlichkeitsstörung mein Leben meistere. Meine Beziehungen halten so 2 – 3 Jahre, aber erst meine letzte Beziehung hat mir so richtig die Augen geöffnet, wie mein Verhalten auf „Normale“ wirkt. Er hat mich verlassen, weil ich mich über „nichts“ freuen kann, egal was er macht. Hm, …….. ich hab mich sehr oft gefreut nur nicht offensichtlich gezeigt.

    Seit über einem Jahr bin ich jetzt wieder in einer Beziehung. Am Anfang sehr schwierig, da mein Freund einen so richtig großen Freundes und Familienkreis hat. War bei allen Anlässen auch schön brav immer mit, und hab meinen antrainierten Smalltalk angebracht. Eines Tages fragte er mich jedoch, was mit meinem Umfeld ist. Er kennt jetzt nur meine Tochter… Hm… also ich hatte da jetzt nicht so viel zu bieten und das verstand er einfach nicht. Obwohl ich nie jemanden von meinem „Problem“ erzählt habe (nur meine Tochter weiß es), dachte ich mir, ok ich rück mal mit der Wahrheit heraus und gab ihn den Text im Wiki zu lesen. Wenn es danach vorbei gewesen wäre, wäre es auch gut gewesen, lange hätte ich diese gesellschaftlichen Verpflichtungen von meinem Freund eh nicht mehr durchgehalten. Aber…. es dauerte ein wenig ….. dann brachte er viel Verständnis für mich auf. Ich bekomme einmal im Monat von ihm meine Blumen an dem Tag, wo wir uns kennenlernten und er weiß dass ich mich darüber freue, ohne dass ich es ihm zeigen muss. Enzwischen ist er auch der Meinung, dass mein „Pecka“, „Poscha“ oder mein „Vogel“ den irgend wie in einer Form ja jeder Mensch hat, am erträglichsten ist, als all die „Eigenschaften“, die er vor mir kennengelernt hat. (kennenlernen musste)

    Vielleicht möchte jemand versuchen, vorzugsweise aus Wien, eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen, der/die eben nicht nachtragend ist, wenn man sich Tage oder Wochen nicht meldet, oder das Handy auf lautlos geschaltet ist. Jemand der so wie ich, damit umgehen kann.
    Meine E-Mail Adresse lautet: LaD1va@gmx.at.

    Antworten

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