Was ist ein Convincer?

Als Convincer (von engl. to convince: überzeugen) bezeichnet man in der Hypnose eine Erfahrung, die die Patientin/den Patienten davon überzeugt, dass sie/er tatsächlich in Trance/Hypnose ist bzw. war.

Viele Patienten erleben die hypnotische Trance zunächst vor allem als einen Zustand tiefer Entspannung, manchmal auch wie eine Art Tagtraum, eine Phantasiereise oder als „vorübergehenden Schlaf“, fragen sich aber im Anschluss „War das jetzt/war ich jetzt wirklich in Hypnose?“

Ein Convincer ist ein bewusst erfahrbarer „Beweis“ für eine autonome Aktivität des Unbewussten, die wiederum den Suggestionen des Therapeuten folgt.

Ein Convincer kann
– dem Patienten (und dem Therapeuten) dabei helfen, die Wirkung von Hypnose zu erfahren und damit zu akzeptieren und andererseits
– den Therapeuten dabei unterstützen, dem (evtl. skeptischen) Klienten gegenüber das Wirkungspotenzial der Hypnose zu belegen, um den hypnotischen Rapport zu stärken.

Klassische Convincer sind die Finger-, Hand- oder Armlevitationen, bei denen die Suggestionen des Therapeuten (bzw. das Unbewusste des Patienten) partiell oder vollständig die körperliche Steuerung übernimmt, indem sich ein Körperteil des Klienten „wie von selbst“ bewegt oder unbeweglich wird.

  • Ein relativ „sanfter“ Convincer ist die Erfahrung, dass z.B. ein Arm aufgrund der Suggestionen des Therapeuten für lange Zeit „wie von selbst“ stehen bleibt.
  • Ein stärkerer Convincer sind suggerierte Bewegungen, z.B. Levitationen oder als mehr oder weniger autonom erlebte Ja-/Nein-Fingersignale in Trance.
  • Ein starker Convincer (der aber auch mit einem gewissen Misserfolgsrisiko einhergeht) ist eine „Herausforderung“, z.B.:
    „… … … Ihr Arm wird und bleibt fest und steif … wenn Sie versuchen, Ihren Arm zu bewegen, werden Sie merken, dass Sie das nicht können … versuchen Sie jetzt, den Arm zu bewegen … und Sie stellen fest, dass der Arm steif und fest bleibt.“

Werner Eberwein

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