Was ist der Unterschied zwischen Schamanismus und Hypnotherapie?

Zunächst einmal ähneln sich Schamanismus und Hypnotherapie in vielerlei Hinsicht. Es gibt aber auch entscheidende Unterschiede.

Der historische Ursprung der Hypnotherapie, wie überhaupt jeder Form von Psychotherapie, aber auch von Religion und Medizin liegt im Schamanismus. Schamanistische Traditionen wurden in der Vorgeschichte praktisch aller Völker der Erde nachgewiesen. Das Wort „Schamane“ bzw. „Schamanin“ leitet sich ab von dem Wort “saman“ der sibirischen Tungusen. Es bedeutet so viel wie „jemand, der erregt, bewegt oder erhoben ist. Der entsprechende Begriff bei den amerikanischen Naturvölkern ist „Medizinmann“ bzw. „Medizinfrau“ (häufig waren und sind Frauen Schamaninnen bzw. Medizinfrauen).

Zahlreiche archäologische Funde weisen darauf hin, dass es schamanischen Traditionen auf allen Erdteilen, von Sibirien über Arabien, Europa und Amerika bis Australien bereits seit zehntausenden von Jahren gab und z.T. heute noch (bzw. im Westen heute wieder) gibt. Es gibt Hinweise auf schamanischen Praktiken und Erfahrungen bereits auf den ältesten Höhlenzeichnungen aus der Zeit des Neandertalers und des Cro-Magnon-Menschen von vor 30.000 Jahren. Es wird sogar vermutet, dass die Ursprünge schamanischer Traditionen noch viel weiter zurück reichen. Sowohl die Praktiken und Rituale, als auch die subjektiven Erlebnisse und die damit verbundene Kosmologie waren und sind bei den Schamanen der verschiedenen Völker und Zeiten über Jahrtausende und große Entfernungen hinweg erstaunlich ähnlich.

Schamanischen Praktiken waren und sind vor allem bei Nomadenvölkern verbreitet, also bei nativen Sammler- und Jägerkulturen, die in kleinen Stammesgemeinschaften leben, keine komplexe gesellschaftliche Schichten, ökonomische Klassenunterschiede oder bürokratisch-politische Organisationen haben. Wo Nomadenkulturen sesshaft wurden, entwickelten sich aus dem ursprünglichen Schamanentum eine Reihe spezialisierter Funktionen: Heiler (später Ärzte), Ritualisten (später Priester) Besessene (Medien) und Spezialisten für dunkle, böse Magie (Zauberer und Hexen). Seltsamerweise wird keinem der späteren Spezialprofessionen die Fähigkeit zu außerkörperlichen Bewusstseinsreisen zugeschrieben (siehe unten). Diese scheint spezifisch für die Schamanentradition zu sein. Warum das so ist, ist ein Rätsel.

Als Schamane gilt ein Mensch, der in der Lage ist, sich willentlich in einen veränderten Bewusstseinszustand zu versetzen, und in diesem in verschiedene „Geisterwelten“ zu reisen und mit „Geistern“ zu kommunizieren und zu verhandeln. Ihm wird nicht nur die Fähigkeit zugesprochen, von den Geistern Botschaften zu empfangen (wie bei den so genannten „Medien“), sondern darüber hinaus mithilfe bestimmter Praktiken eine gewisse Kontrolle über die Geister zu haben. Da im Bewusstsein der Naturvölker praktisch das gesamte Leben und alle für den Stamm relevanten inneren und äußeren Faktoren von „Geistern“ bestimmt werden, ist der Schamane als die Person, die Kontrolle über die Geister hat, neben dem weltlichen „Häuptling“ eine zentral wichtige Machtfigur.

Im Verständnis schamanischer Kulturen sind dem Schamanen seine speziellen Fähigkeiten von Natur aus gegeben. Sie äußern sich in jungen Jahren in Form einer Initiationskrise, die in vielem einem psychotischen Schub ähnelt. Schamane zu werden ist also keine individuelle Entscheidung, so wie bei uns die Berufswahl. Man entscheidet sich nicht, Schamane zu werden, vielmehr werden im Verständnis der Naturvölker die Schamanen von „den Geistern“ berufen, wobei der werdende Schamane selbst sich oft heftig gegen diese Berufung wehrt, weil sie mit erheblichen psychischen und körperlichen Qualen, mit sozialer Isolation und einer Vielfalt von lebenslangen Verpflichtungen einhergeht. Schamane wird man also nicht willentlich, sondern häufig gegen den eigenen Willen.

Ein werdender Schamane wird, in der Regel als Pubertierender oder als junger Erwachsener, schwer psychisch und körperlich krank und kann von dieser Krankheit nur genesen, indem er unter jahrelanger Anleitung eines erfahrenen Schamanen zu einem Schamanen ausgebildet wird.

Die wichtigste Funktion des Schamanen ist das Heilen, wobei dieses nicht wie in der modernen Medizin und Psychotherapie primär als Einwirkung auf ein erkranktes Individuum, sondern als ein spiritueller Vorgang verstanden wird, der den gesamten Stamm und dessen Beziehung zur Natur und zum Kosmos (zur „Geisterwelt“) einbezieht.

Ein weiterer Unterschied zur modernen Psycho- und speziell Hypnotherapie ist es, dass im Schamanismus der Schamane, also der Heiler selbst in Trance geht, in der Hypnotherapie aber der Patient. Wenn man sich jedoch Aufbau und Ablauf eines schamanischen Rituals genauer anschaut, entdeckt man, dass es sich hierbei zwar explizit um die Trance des Schamanen, implizit aber um ein Gruppenphänomen handelt, bei dem nicht nur der Schamane selbst, sondern auch der ihn umringende und begleitende Stamm zumindest in gewissem Umfang mit in Trance geht und am Erleben des Schamanen imaginativ partizipiert.

Da das, was der Schamane erlebt, in den Naturvölkern nicht als Phantasie oder als Traum, sondern als unmittelbare Realität interpretiert wird, von der alle Anwesenden unzweifelhaft überzeugt sind, kann man davon ausgehen, dass es während der Schamanentrance bei allen Anwesenden Stammesmitgliedern zu intensiven psychosomatischen Resonanzprozessen sowie teilnehmenden Imaginationen kommt, in deren Verlauf es, unterstützt durch langes und intensives gemeinsames Singen, Trommeln und Tanzen sowie gemeinsames Einnehmen hochaktiver psychotroper Substanzen (siehe unten) zu einer Kollektivtrance kommt, aus der die Effekte der schamanischen Heilungsrituale erklärbar werden.

Schamanische Bewusstseinszustände werden als „ekstatisch“ bezeichnet in dem Sinne, dass der Schamane das subjektive Empfinden hat, sich während des Rituals aus seinem Körper zu lösen und in die Welt der Geister zu reisen (in der modernen Hypnotherapie würden wir von einem dissoziativen Bewusstseinszustand sprechen, in dem der Patient in Trance innerlich beispielsweise an einen „sicheren Ort“, einen „Heilungs“- oder „Entspannungsort“ orientiert ist).

Die Geisterwelt der schamanischen Kosmologie unterteilt sich im Wesentlichen in zwei Bereiche: Himmel und Unterwelt. Der Bereich des Himmels wird eher positiv konnotiert. Dort befinden sich schützende und Rat gebende Geister (in der Psychotherapie würden wir von „unbewussten Ressourcen“ sprechen). Die Unterwelt dagegen ist ein bedrohlicher Ort voller Gefahren, die mithilfe der schamanischen Rituale mühsam besänftigt bzw. in schwierigen Verhandlungen zum Einlenken gebracht werden müssen (in der Psychotherapie würden wir von „abgewehrten Persönlichkeitsanteilen“ sprechen). Die Naturvölker verstehen diese „anderen Welten“ jedoch nicht als innerpsychische Regionen, sondern als real existierende Orte, zu denen allerdings nur der Schamane mit Hilfe von Trance-Ritualen Zugang hat.

Die Bewusstseinsveränderung des Schamanen wird vorbereitet durch verschiedene Methoden der Einstimmung wie Hunger, Isolation, Gebet, Müdigkeit, Schlafentzug, Hitze/Schwitzen, Kälte, sexuelle Enthaltsamkeit, Dunkelheit u.ä. Im eigentlichen schamanischen Ritual werden langes, intensives, rhythmisches Trommeln oder Rasseln (mit einer Frequenz von ca. 200 Schlägen pro Minute), andere Formen von Musik, rhythmische Bewegungen, Tanzen, Gesänge in Verbindung mit Hyperventilationstechniken, rhythmische verbale Autosuggestionen, Imaginationen, Anrufungen und/oder verschiedene Arten von Räucherwerk verwandt, um einen Übergang in einen veränderten Bewusstseinszustand zu bewirken. In vielen schamanischen Ritualen werden (zum Teil hochaktive) bewusstseinsverändernde Drogen verwandt, zum Beispiel Cannabis, Peyote, Ayahuasca, Stechapfel, Fliegenpilz oder Psilocybin.

Schamanismus und Hypnotherapie – Ähnlichkeiten und Unterschiede:

Schamanismus

Hypnotherapie

Ursprung vermutlich Jahrzehntausende alt, eine der ältesten Traditionen der Menschheit ab Anfang des 20. Jahrhunderts, also relativ jung
v.a. in nativen Nomadenkulturen ohne differenzierte soziale Schichtungen, Klassenunterschiede oder politische Organisationen v.a. in westlichen Industriestaaten mit hochdifferenzierter Sozialstruktur, urbaner Kultur, großen Klassenunterschieden, komplexen bürokratischen Organisationen
in Trance geht der Schamane in Trance geht der Patient
der Stamm erlebt das Trance-Erleben des Schamanen durch psychovegetative Resonanz in gewissem Umfang imaginativ mit („spontane Co- bzw. Gruppentrance“) der Therapeut erlebt das Trance-Erleben des Patienten in empathischer psychovegetativer Resonanz in gewissem Umfang mit („therapeutische Co-Trance“)
der Schamane wird als ambivalente Machtfigur verehrt und zugleich gefürchtet der Hypnotherapeut wird als professioneller Heiler anerkannt und wertgeschätzt (heimlich aber oft auch etwas gefürchtet)
Setting: kollektives Stammesritual Setting: Einzel-, Paar-, Gruppen-, Familientherapie
Geister „das Unbewusste“, dynamische psychische Kräfte
gute Hilfsgeister, Kraft- oder Machttiere Ressourcen
böse Geister Abgewehrtes, Abgespaltenes, Traumatisches
gute Hilfsgeister lehren und unterstützen den Schamanen und den Stamm in ihrer Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Natur innere Ressourcen lehren und unterstützen den Patienten (und den Therapeuten) in der Auseinandersetzung mit den psychischen Problemen des Patienten
der Schamane identifiziert sich mit seinem Krafttier, er verkleidet, bewegt und fühlt sich als dieses ein Patient in hypnotischer Trance kann sich mit Ressourcen identifizieren, sich beispielsweise in Bewältigungsmodelle hinein orientieren
der Schamane vermittelt zwischen Diesseits und Jenseits der Hypnotherapeut vermittelt einen Dialog zwischen Bewusstsein und Unbewusstem
der Schamane hat eine gewisse Kontrolle über die Geister der Patient erlangt via (Auto-)Suggestion eine gewisse Kontrolle über sein Unbewusstes
Verhandlung mit und Besänftigung der Geister, Fürbitte Dialog mit dem Unbewussten/mit unbewussten Persönlichkeitsanteilen
der Schamane muss eine ca. 3-5jährige mühevolle Ausbildung bei einem erfahrenen Schamanen absolvieren der Psychotherapeut muss eine ca. 3-5jährige mühevolle Grundausbildung bei erfahrenen Psychotherapeuten absolvieren, danach erfolgt eine ca. 1,5jährige Weiterbildung in Hypnotherapie
der Schamane verfügt über eine spezielle persönliche Eignung, die sehr selten ist ein Psycho-/Hypnotherapeut sollte eine gewisse persönliche Eignung mitbringen, er kann aber (offiziell) alles Erforderliche in der Ausbildung lernen
die „Berufung“ zum Schamanen erfolgt oft gegen dessen Willen die Ausbildung zum Psycho-/Hypnotherapeuten erfolgt aufgrund einer willentlichen Entscheidung (aber oft aufgrund unbewusster Selbstheilungswünsche)
die „Inkubation“ als Schamane beginnt durch die „Schamanenkrankheit“ angehende Psychotherapeuten müssen (leider nur in begrenztem Umfang) eine Lehr-Eigentherapie absolvieren; für Hypnotherapeuten ist hypnotherapeutische Eigentherapie in der Ausbildung (leider) nicht vorgeschrieben
eine Trance kann angenehm bis wonnevoll oder unangenehm bis traumatisch sein eine Trance kann angenehm bis wonnevoll („Eutrance“) oder unangenehm bis traumatisch oder pathologisch („Dystrance“) sein
das Trance-Erleben wird als real interpretiert das Trance-Erleben wird als imaginativ interpretiert
die Unterwelt wird als real vorhandener Ort verstanden der „Ort“ des Abgewehrten wird als innerpsychisch verstanden (im „Unbewussten“)
die obere Welt/der Himmel wird als real vorhandener Ort verstanden der „Ort“ der Ressourcen wird als innerpsychisch verstanden (im „Unbewussten“)
die Schamanentrance wird erzeugt durch Trommeln, Rasseln, Hunger, Dunkelheit, Isolation, Gebet, Müdigkeit, Schlafentzug, Hitze/Schwitzen, Kälte, sexuelle Enthaltsamkeit, Tanzen, rhythmische Bewegungen, Gesänge, Imaginationen, rhythmische Musik, Hyperventilation, rhythmische Autosuggestionen, Anrufungen, Räucherwerk, halluzinogene Drogen die Trance-Induktion wird bewirkt durch (v.a. verbale) Suggestion bzw. Autosuggestion, v.a. durch (nonverbal markierte) Worte und Vorstellungen (Imaginationen); hilfsweise können Atem- oder Bewegungstechniken sowie (in der Regel entspannende) Trance-Musik hinzukommen
in der Ausbildung erwirbt der Schamane seine Hilfsgeister in der Ausbildung lernt der Psycho-/Hypnotherapeut, sich mit seinen Ressourcen zu verbinden
der Abschluss der Ausbildung erfolgt durch ein öffentliche Initiation mit Prüfung zum Nachweis seiner Fähigkeiten, während der der angehende Schamane von den Geistern „auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt“ wird der Abschluss der psychotherapeutischen Basisausbildung erfolgt durch die Approbation mit Prüfung zum Nachweis der Fachkunde, bei der der Prüfling sich oft „auseinandergenommen“ (aber nicht wieder zusammengesetzt) fühlt; ein angehender Psycho-/Hypnotherapeut muss Behandlungsfälle unter Supervision vorstellen
der Zweck der Schamanentrance ist die Heilung und die Nutzbarmachung der Naturkräfte, Erwerben von Wissen und Kraft sowie das Vertreiben „böser Geister“ aus dem Kranken der Zweck der Hypnotherapie ist die Heilung durch Nutzbarmachung innerer Ressourcen, durch Integration von Abgewehrtem, das Finden innerer Orientierungen sowie die Minderung des Einflusses pathogener Anteile
der Schamane hat folgende Funktionen: Kranke heilen, Geburtshilfe, Rituale um Sterben und Tod, Abwehr „böser Geister“, Wettervorhersage, Finden von Jagdwild, Weissagung, Traumdeutung, Regulierung sozialer Interaktionen, Umgang mit Geistesgestörten, Erzähler, Dichter, Sänger, Hüter der Tradition und von moralischen Normen der Psycho-/Hypnotherapeut hat folgende Funktionen: psychisch Kranke heilen (im Rahmen dessen gelegentlich Traumdeutung), Regulierung von Paar-, Familien-, Gruppen- und Teamkonflikten; als Autor: Reflexion und Schaffung von geistigen Traditionen (Psycho-Hypnotherapeuten haben vielgelesene Literatur geschrieben und Literaten sowie Wissenschaftler beeinflusst)
„Schamanenreise in die Geisterwelt“ „dissoziative Trance“, „Re-Lokation des Ich“
der Schamane darf seine Macht nicht zu persönlichen Zwecken nutzen; dies wird von Stamm streng kontrolliert und ggf. hart sanktioniert ein Psycho-/Hypnotherapeut darf seine Einflussmöglichkeiten nicht zu persönlichen Zwecken nutzen („Abstinenz“); dies wird streng kontrolliert und ggf. hart sanktioniert (z.B. durch die Kammern)
das Ritual findet an einem speziellen Ort und zu speziellen Zeiten statt (z.B. nachts im Schamanenzelt) die Psycho-Hypnotherapie findet an einem speziellen Ort und zu einer speziellen Zeit statt (in der Praxis des Therapeuten, zu vereinbarten Terminen)
das Ritual dauert viele Stunden, eine Nacht oder mehrere Tage und wird regelmäßig wiederholt die Sitzungen dauern in der Regel 50 Minuten, sie werden über einen längeren Zeitraum wiederholt
der Schamane macht sich z.B. durch Bemalung oder durch Masken für die „bösen Geister“ unkenntlich der Psycho-/Hypnotherapeut wahrt gegenüber seinen Patienten Anonymität, er gibt z.B. keine Details aus seinem privaten Leben preis
um veränderte Bewusstseinszustände zu erreichen werden Drogen verwendet wie z.B. Cannabis, Peyote, Ayahuasca („Yagé“), Stechapfel, Fliegenpilz, Psilocybin um Symptome zu lindern werden Drogen verwendet, z.B. Antidepressiva, Tranquillizer, Neuroleptika, Schlafmittel, Amphetamine (die Anwendung von halluzinogenen Drogen wie LSD, Mescalin oder Psilocybin zu therapeutischen Zwecken ist nur in wenigen Ländern zu experimentellen Zwecken erlaubt)
der Schamane versetzt sich willkürlich mit Hilfe von Ritualen in Trance und reist dann willentlich in „andere Welten“ der Patient wird suggestiv in Trance geführt oder versetzt sich nach Anleitung durch den Therapeuten selbsthypnotisch in Trance und kann sich dann in ressourcenvolle Szenerien hinein dissoziieren („Fantasiereise“)
der Schamane spürt spontan keine Schmerzen mehr in einer hypnotischen Trance kann Schmerzfreiheit („Hypno-Anästhesie“) suggeriert werden
der Schamanismus ist eine Methode (eine Handlungsanweisung, ein Set von Techniken), die bestimmte Anschauungen impliziert, aber keine vollständige Religion oder Weltanschauung die Hypnotherapie ist eine Methode, die bestimmte Anschauungen impliziert, aber kein vollständiges Therapiekonzept, kein „Verfahren“
der Schamane versetzt sich auto-imaginativ durch die Weltenachse, den Weltenbaum oder ein vorgestelltes Loch in der Erde in die Geisterwelt der Patient geht (selbst-)hypnotisch mithilfe von verbalen und nonverbalen Kommunikationstechniken (Suggestionen) in Trance, häufig mit Hilfe von Vorstellungen des Eintauchens oder Versinkens z.B. im Meer
die Geisterwelt beeinflusst die reale Welt, insbesondere in Form von Krankheiten und Naturwidrigkeiten; die Stammesmitglieder haben über diese keine Kontrolle das Unbewusste beeinflusst das alltägliche Leben des Patienten z.B. in Form von psychischen und psychosomatischen Störungen; der Patient hat über dies keine Kontrolle
nur der Schamane kann Geister sehen nur der Psycho-/Hypnotherapeut kann psychische Krankheiten korrekt diagnostizieren
der Schamane hat Visionen, in denen ihm tieferliegende Wahrheiten gezeigt werden der Patient in Trance kann sich mit intuitiven Fähigkeiten verbinden, durch die er tiefere Wahrheiten erfahren kann
die Schamanentrance verläuft in 3 Phasen: 1.) Vorbereitung, 2.) Herbeiführung eines veränderten Bewusstseinszustandes, 3.) eigentliche schamanische Reise eine hypnotherapeutische Sitzung verläuft in 3 Phasen: 1.) Setting einrichten, 2.) Induktion der Trance, 3.) Anwendung/Nutzung der Trance
in der „Unterwelt“ beschafft der Schamane Informationen von den Geistern oder besänftigt sie in Trance schöpft der Patient aus seiner „inneren Weisheit“ und integriert bzw. moderiert zwischen Persönlichkeitsanteilen
Leid entsteht durch Geister, die wegen Tabu-Übertretungen erbost sind oder durch „Seelenverlust“ psychisches Leid entsteht durch intrapsychische Konflikte aufgrund biografischer Traumata oder Beziehungskonflikte, die häufig aus der Verletzung sozialer Regeln bestehen – aktuell durch Dissoziation/mangelnde Präsenz/Verwurzelung im eigenen Selbst/Körper (z.B. bei Depressionen, Ängsten oder Selbstunsicherheit)
ein relevanter Wirkfaktor ist der Placebo-Effekt ein relevanter Wirkfaktor ist der Placebo-Effekt
der Schamane erhält ein Honorar

der Psycho-/Hypnotherapeut erhält ein Honorar

 Werner Eberwein

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