Meine Methoden – wie ich arbeite

Gesprächspsychotherapie / verstehendes Gespräch

Ich lade die Klientin/den Klienten ein, ihr/sein emotionales Erleben in Worte oder Symbole zu fassen. Ich bemühe mich, in einer akzeptierenden und empathischen Haltung zuzuhören und meine eigenen Reaktionen zu spüren und dann fragend zurückzuspiegeln, was ich wahrgenommen und verstanden zu haben glaube. Auf diese Weise kann die Klientin/der Klient allmählich lernen, sich selbst besser zu verstehen, zu akzeptieren und ihr/sein Erleben und ihre/seine Gefühle immer differenzierter mit Worten mitzuteilen.

Beispiel: B., eine 42-jährige Bauzeichnerin, verheiratet, Mutter von zwei Kindern, kommt vollkommen erschöpft in die Sitzung. Sie benennt ihren Zustand zunächst als „müde und faul“. Ich fühle mich beim Zuhören wie ausgebremst, ja erstarrt. Mir kommt die Fantasie einer Wandererin, die sich mühsam durch tiefen Wüstensand schleppt. Ich sage: „Könnte es sein, dass dir etwas fehlt, vielleicht Zuwendung oder ein fester Boden unter den Füßen?“ Sie berichtet, wie sie wenig mit ihrem Mann über sich, die Beziehung zu ihm und die Kinder reden kann, und wie sehr ihr ihre Schwester fehlt, die vor einigen Monaten in ein anderes Land ausgewandert ist.

Psychodrama / Gestalttherapie / Aufstellungen

Ich lade die Klientin/den Klienten ein, sich in der Vorstellung oder im Rollenspiel in Menschen, mit denen sie/er Schwierigkeiten hat oder von denen sie/er etwas möchte, oder auch in Anteile der eigenen Person hineinzuversetzen und einen Dialog zwischen verschiedenen Anteilen durchzuspielen. Das kann der Klientin/dem Klienten helfen, äußere und innere Konflikte zu entwirren und in konstruktive Dialoge zu verwandeln.

Manchmal lade ich die Klientin/den Klienten ein, Kontakt mit kindhaften Anteilen und den dazugehörigen Gefühlen, Bedürfnissen und Einstellungen aufzunehmen, mit ihnen in Dialog zu treten, ihr/sein „inneres Kind“ nach seinem Befinden und seinen Bedürfnissen zu befragen, es zu beruhigen oder ihm Zuwendung, Halt und Nähe zu geben.

Beispiel: M., ein 52-jähriger Koch, zur Zeit arbeitslos, Dauersingle, fühlt sich sehr einsam und unausgefüllt. Vielfache Beziehungs-Anknüpfungsversuche scheiterten in den letzten Jahren jeweils schon nach wenigen Tagen. Ich lade ihn ein, unter denen diversen Objekten in meinem Arbeitsraum ein Symbol für seine Einsamkeit zu wählen. Er wählt einen kleinen Plüschhund mit traurigen Augen. Dann solle er ein Symbol wählen für das, wonach er sich sehnt. Er wählt einen großen, zotteligen Plüsch-Affen. Ich bitte ihn, sich hinter den Plüschhund zu stellen und „als“ seine Einsamkeit zu sprechen. Daraus entsteht nach einiger Zeit ein Dialog zwischen ihm als kleinem Jungen und seiner Mutter, in dem deutlich wird, wie sehr er sich damals wie heute nach Geborgenheit, Angenommenseins und Fürsorge sehnt.

Körperpsychotherapie / Körperarbeit

Ich lade die Klientin/den Klienten ein, ihre/seine Gefühle und Bedürfnisse im Körper zu spüren und durch Körperhaltungen, Gesten, Bewegungen, Mimik oder die Stimme auszudrücken. Dabei ermutige ich sie/ihn, ihren/seinen intuitiven Impulsen zu folgen. Das kann ihr/ihm helfen, sich selbst besser zu spüren, Blockaden zu lösen und sich mit dem Fluss der Körperenergie zu verbinden.

Ich lade die Klientin/den Klienten auch ein, ihr/sein Atemmuster wahrzunehmen, Atembeschränkungen zu spüren, den Atem möglichst frei sich bewegen zu lassen und dem vollen Fluss des Atems zu folgen. Das kann manchmal sehr schnell in tiefe Ebenen des Erlebens hineinführen.

Außerdem arbeite ich mit verschiedenen Methoden der Massage sowie mit Holding- und Berührungstechniken um muskuläre Spannungen abzubauen, emotionale Stauungen zu schmelzen, der Klientin/dem Klienten zu helfen, ihre/seine Wahrnehmungsfähigkeit für ihren/seinen Körper zu stärken, Halt und Sicherheit zu geben, eingesperrte Impulse zu mobilisieren und Selbstgrenzen zu stabilisieren.

Beispiel: J., eine kleine, zierliche 24-jährige Mediendesign-Studentin, seit einigen Wochen getrennt nach einer dreijährigen Beziehung, kommt voller Wut in die Sitzung, weil ihr Exfreund sehr aussagekräftige Fotos mit seiner neuen Partnerin auf Facebook gepostet hat. „Ich könnte platzen vor Wut“, sagt sie. Ich gebe ihr ein paar Boxhandschuhe, halte ein dickes Polster vor mich hin und fordere Sie auf, dagegen zu schlagen. Nach kurzem Zögern schlägt und tritt die Klientin sehr heftig zu, sodass wir beide bald außer Atem sind. Sie verschnauft, nimmt die Handschuhe ab und beginnt zu weinen. „Warum tut er das?“, sagt sie. Ich lege meine Hand auf ihren Rücken. Sie legt sich bäuchlings über ein großes Kissen und schluchzt. Ich halte mit meiner anderen Hand ihren Kopf. Sie spricht darüber, wie unglücklich sie ist, dass sie „noch immer niemand Neues gefunden hat, während er schon mit der Nächsten glücklich ist“.

Kontaktarbeit / Abgrenzungsübungen

Ich ermutige die Klientin/den Klienten, in ihrem/seinem sozialen Umfeld zu sich selbst zu stehen, klar und authentisch ihre/seine Gefüle, Bedürfnisse  und Standpunkte zu vertreten, auch andere Personen mit Achtung und Respekt zu behandeln und auf sie angemessen einzugehen, also emotionalen Kontakt herzustellen, sich dabei klar zu definieren und abzugrenzen.

Beispiel: M., ein 32-jähriger Architekt, leidet darunter, dass er körperlich sehr klein und etwas schüchtern und gehemmt ist. Ich bemerke, dass er in den Sitzungen zunehmend zurückhaltender und schweigsamer wird und Augenkontakt zu mir vermeidet. Ich spiegele ihm diese Wahrnehmung. Er sagt: „Naja, das ist vielleicht auch besser so.“ Ich lade ihn ein, mich direkt anzusehen und auszusprechen, was er dabei erlebt. Er spricht darüber, dass er sich von mir eingeschüchtert fühlt, und wie eine Bemerkung von mir vor einigen Sitzungen ihn gekränkt hat. Ich entschuldige mich für meine damalige unbedachte Bemerkung, die mir wirklich leid tut. Er wird etwas weicher und spricht darüber, wie viel Angst ihm besonders ältere Männer machen und mit wie viel Mühe er das jeden Tag verbirgt.

Tiefenpsychologie / psychodynamische Psychotherapie

Gemeinsam erkunden die Klientin/der Klient und ich Zusammenhänge zwischen aktuellen Beziehungsmustern und biografischen (auch frühkindlichen) Erfahrungen, die z.T. im Alltag nicht bewusst erinnerbar sind oder in ihrer Bedeutung nicht erkannt werden.

Beispiel: C., eine 48-jährige Lehrerin erzählt von einem Elternabend, auf dem sie sich heftig mit der Mutter eines Schülers gestritten hat, die sie nach ihrem Empfinden „unverschämt heruntergeputzt“ hat. Sie fühlte sich von ihr in ihren Fähigkeiten als Lehrerin „komplett entwertet“. In den vergangenen Sitzungen hatten wir viel über ihre Beziehung zu ihrer Mutter gesprochen, die die Klientin als Kind brutal verprügelt und zum Teil unflätig beschimpft hat. Wir erkunden, wie sehr sie das als Kind verletzt und wütend gemacht hat, und wie sie ihre Wut damals „hinuntergeschluckt“ hat, weil sie die Erschöpfung und Überforderung ihrer Mutter spürte. Ich frage sie, ob die Aggressivität der Mutter des Schülers sie mehr an ihre Mutter oder mehr an ihre eigene Wut als Kind erinnert. „Wohl beides“, sagt sie.

Hypnose / Selbsthypnose

Ich leite die Klientin/den Klienten durch sanfte, oft kaum merkliche Suggestion oder durch unterschwellige, analoge oder symbolische Kommunikation in einen Versenkungszustand. Darin ist die Klientin/der Klient ihrem/seinem Unterbewusstsein näher, und es ist möglich, mit ihrem/seinem Inneren in Dialog zu treten.

Trance-Zustände können unter anderem dafür genutzt werden, um in die Kindheit zurückzugehen und verdrängte oder abgespaltene Gefühle oder Erinnerungen bewusst zu machen, zu verarbeiten und zu integrieren („Hypnoanalyse“).

Manchmal lehre ich die Klientin/den Klienten Selbsthypnose- und Meditationstechniken z.B. um zur Ruhe zu kommen oder um therapeutische Veränderungen leichter im Alltag umsetzen zu können.

Beispiel: H., ein 43-jähriger Arzt, Musikliebhaber und leidenschaftlicher Paddler, befindet sich in Chemotherapie und Bestrahlung nach einer Operation wegen Prostatakrebs. Er leidet unter den körperlichen Folgen der Behandlung, vor allem unter zeitweiser Inkontinenz und Schwächegefühlen, und er hat große Angst vor einem Rezidiv. Ich leite ihn in einen vertieften Entspannungszustand und lade ihn ein, sich in ein klassisches Konzert zu versetzen und zu spüren, wie die Klänge ihn tief innerlich erreichen und „stärkende Heilungswellen“ in ihm bewirken. Er „hört“ in Trance ein Konzert, das er sehr liebt, und das für ihn mit Vitalität, Lebensfreude und Vertrauen assoziiert ist. Danach suggeriere ich ihm das Bild einer Schleuse, die sich „je nach Bedarf öffnet und schließt“. Die Trance nehme ich mit einem Diktiergerät auf und überspiele sie ihm auf eine CD mit der Bitte, sie drei Wochen lang möglichst täglich vor dem Schlafengehen zu hören.

Focusing

Durch angeleitete körperorientierte Tiefenselbstwahrnehmung können unterschwellige Zusammenhänge und Prozesse zugänglich gemacht, erkundet und in Begriffe gefasst werden.

Beispiel: D., eine 36-jährige Tanzlehrerin mit drei Kindern aus zwei Beziehungen, leidet unter periodisch auftretenden Depressionen. Sie erlebt ihr Leben als mühsam und voller Widrigkeiten. Ich bitte Sie, in sich hineinzufühlen, wie sich „ihr Leben als Ganzes“ körperlich anfühlt. Nach einiger Zeit sagt sie: „Hm … schwer.“ Ich bitte Sie, zu prüfen, ob „schwer“ genau passt zu ihrem Empfinden. Sie sagt: „Vielleicht eher schleppend, als ob man eine Eisenkugel hinter sich herschleppt“ . Ich frage das Gefühl, „als ob man eine Eisenkugel hinter sich herschleppt“, was es braucht, um nicht weiter „schleppend“ sein zu müssen. Sie sagt: „Einen Bolzenschneider, um die Kette zu kappen.“ Wir sprechen über die vielfältigen Abhängigkeiten, von denen sie sich zurzeit bedrängt und eingeengt fühlt.

NLP / Imaginationsarbeit

Durch ausgefeilte Imaginationsmethoden können automatisierte Muster des Erlebens und Verhaltens manchmal relativ rasch verändert werden.

Beispiel: K., ein 39-jähriger, zur Zeit arbeitsloser Bankkaufmann leidet unter Übergewicht. Zeitweise ernährt er sich gesund und kalorienarm und treibt regelmäßig Sport, dann wieder isst er übermäßig viel und verbringt seine Freizeit weitgehend auf der Couch vor dem Fernseher. Wir erarbeiten eine realistische Zielvorstellung bezüglich seines Gewichtes und einen Ernährung- und Bewegungsplan. Dann untersuchen wir, wie K. seine Lebenszeit imaginativ repräsentiert und fügen in einer leichten Trance in diese „Timeline“ angenehme Vorstellungen von gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung ein.

Provokative Therapie

Durch humorvolles Übertreiben und Verzerren können begrenzende Einstellungen und Muster des Erlebens und Verhaltens verdeutlicht und destabilisiert werden, so dass Wandlungen erleichtert werden.

Beispiel: M., ein 33-jähriger homosexueller Sozialarbeiter ist überzeugt, dass „die Kerle alle nur Sex wollen“, statt sich auf eine Beziehung mit ihm einzulassen. Ich stimme ihm emphatisch zu und frage ihn, was sie denn auch sonst von ihm wollen könnten, wo er doch „außer einer gewissen, minimalen Attraktivität“ offensichtlich nichts zu bieten habe (tatsächlich ist er ein gutaussehender, sehr gepflegter, vielseitig interessierter und liebenswerter Mensch). Er nickt zustimmend und sehr ernsthaft. Nun beginne ich, seine „leider für jeden offensichtlichen“ äußeren und inneren Mängeln mit einem Schmunzeln immer weiter zu übertreiben, bis er schließlich widerspricht: „Na, so schlimm bin ich nun auch wieder nicht.“ Ich bedaure, ihm sagen zu müssen, dass er sich leider irrtümlich zu positiv sieht und fahre fort mit immer drastischeren Übertreibungen seiner angeblichen Mängel. So geht es eine Weile weiter, bis wir beide prusten vor Lachen, weil die Absurdität seiner Selbstabwertung nicht mehr zu übersehen ist. Im folgenden Gespräch wird deutlich, dass seine Komplexe vor allem daher rühren, dass er sich immer mit den Schönsten und Besten („der Nummer 1“) vergleicht.

Dialog / Begegnung

Durch authenisches Feedback, Spiegelung und konfrontative Auseinandersetzung ist eine Tiefenbegegnung mit sich selbst und mit anderen Menschen unterhalb der Alltagsmasken möglich.

Beispiel: H., ein 44-jähriger Mitarbeiter in einem Callcenter, seit zwölf Jahren geschieden, Vater eines erwachsenen Sohnes, mit dem er kaum Kontakt hat, erzählt in einer Therapiegruppe auf berührende Weise, dass er „komplett desorientiert“ bezüglich seiner beruflichen Zukunft und seiner persönlichen Identität sei: „Woher weiß ich, was mir liegt und was nicht, und wer ich eigentlich bin?“ Die anderen Gruppenteilnehmer sind angerührt von seiner Offenheit. Einige spenden Trost, andere äußern Mitgefühl, wieder andere sagen ihm, wie wichtig er für sie und für die Gruppe sei. Eine Teilnehmerin reagiert verunsichert, weil sie befürchtet, es könne ihr bald ebenso gehen wie ihm. Ich als Gruppenleiter spreche über meinen Impuls, M. Orientierung geben und ihm einen Weg weisen zu wollen, obwohl ich genau wisse, dass das weder hilfreich noch möglich sei.

Katharsis / Durchfühlen

Wenn die Klientin/der Klient unter starken inneren Spannungen steht, ermutige ich sie/ihn manchmal, ihre/seine unterdrückten Gefühle und Impulse in vollen Intensität zu fühlen und auszudrücken um die Angst vor der eigenen Kraft zu verlieren und die abgespaltenen Anteile integrieren zu können.

Beispiel: S., eine 27-jährige Psychologin mit Migrationshintergrund und einem schwer drogensüchtigen zwei Jahre jüngeren Bruder berichtet in einer Therapiegruppe, wie sie mit vier Jahren von ihren Großeltern in einem arabischen Land zusammen mit ihrem Bruder tagsüber in einem Zimmer eingeschlossen wurde, während die Großeltern auf dem Feld arbeiteten, während ihre Eltern aus Deutschland nur zweimal im Jahr für einige Tage zu Besuch kamen. Die Gruppe spielt kollektiv die abgeschlossene Tür, durch die die Teilnehmerin damals erfolglos versucht hatte hindurchzukommen. Es entsteht eine für alle Beteiligten sehr emotionale Situation. Danach sagt S.: „Es war mir überhaupt nicht klar, wie verzweifelt ich damals war. Jetzt weiß ich, warum ich so oft das Gefühl habe, ‚vor verschlossenen Türen‘ zu stehen, und warum es mir so wichtig ist, mich um meinen Bruder zu kümmern.“

Verhaltenstherapie / kognitive Therapie

Gemeinsam mit der Klientin/dem Klienten untersuche ich, was ihr/ihm im Alltag schwerfällt, welche Fähigkeiten ihr/ihm fehlen und welche Einstellungen sie/ihn blockieren. Ich vereinbare mit ihr/ihm alltagspraktische Verhaltens- und Einstellungexperimente um faktische Veränderungen zu bewirken und deren Wirkungen unmittelbar zu erfahren.

Wenn die Klientin/der Klient konkrete Ängste z.B. vor U-Bahn-Fahren, vor Höhen, vor freien Flächen oder Menschenansammlungen, vor dem Fliegen o.ä. hat, gehe ich manchmal zusammen mit ihr/ihm in die entsprechenden Situationen, damit sie/er ihre/seine Angst davor verliert.

Beispiel: U., eine 23-jährige Chemiestudentin mit diversen, ständig wechselnden Internet-Affären hat große Schwierigkeiten, ihre Uni-Abschlussprüfung vorzubereiten. „Ich weiß, dass ich mich zerfleddere“, sagt sie, „aber diese Lehrbücher sind so verdammt langweilig“. Die praktischen Teile ihres Studiums machen ihr Freude, aber sie tut sich schwer vor allem mit den mathematischen Berechnungen, die dazu gehören. Die Vorstellung einer „vertrockneten Tussi mit Brille, die mit einem spitzen Bleistift akribisch Zahlenkolonnen notiert“ stimmt nicht mit ihrem Selbstbild überein. Gemeinsam entwickeln wir eine Vorstellung ihrer künftigen beruflichen Identität, die Attraktivität mit wissenschaftlicher Kompetenz verbindet. Wir erstellen zusammen einen detaillierten Plan der nächsten Woche, der realistische Lern-Zeiten, Pausen sowie Raum für ihre Kontakte und Freizeitaktivitäten vorsieht. Am Ende der Sitzung sagt sie: „So etwas brauche ich, allein schaffe ich das nicht.“ „Noch nicht“, sage ich.

Arbeit mit kreativen Medien und Instrumenten

Manchmal malen, tanzen, trommeln, singen, gestalten, fotografieren usw. wir und nutzen diese Medien für die Therapie.

Beispiel: L., ein 55-jähriger ehemaliger Heilpraktiker, Vater von sechs Kinder mit vier Frauen, ist durch eine umfangreiche Erbschaft finanziell abgesichert, weiß aber nicht recht, was er mit seiner Freiheit anfangen soll. Er sagt: „Früher habe ich viel getanzt, dabei habe ich mich immer sehr lebendig gefühlt.“ Ich lege eine CD mit Tanzmusik ein, wir tanzen eine Weile und kommen gut ins Schwitzen dabei. „Das war gut“, sagt er, „ich glaube, es es wird Zeit, dass ich wieder tanzen gehe.“

Achtsamkeit / Meditation

Ich versuche, die Achtsamkeit der Klientin/des Klienten für ihren/seinen Körper, Gefühle und Kontaktmuster zu fördern um aus unfruchtbaren Gedankenschleifen und automatisierten Verhaltensmustern herauszufinden und authentisch und feinfühlig mit sich selbst und anderen Menschen umzugehen.

Manchmal gibt es in der Therapie Phasen des Innehaltens und der Besinnung, in denen äußerlich scheinbar „nichts“ geschieht, die aber sehr wohltuend sein können, um zur Ruhe zu kommen und in die eigene Tiefe einzusinken.

Beispiel: Y., eine 35-jährige Betriebsrätin, Mutter eines Sohnes, zurzeit im sechsten Monat schwanger, kommt sehr angespannt in die Sitzung. Sie und ihr Freund sind gerade mit einem Hausbau beschäftigt, was mit viel Stress verbunden ist. „Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht“, sagt sie. Ich lade Sie ein, die Augen zu schließen, sich zu entspannen und „für eine Weile nichts zu tun“. Ich lege eine CD mit Entspannungsmusik ein, und wir tun für eine Viertelstunde „nichts“. Dann sagt sie: „Das war seit drei Wochen das erste Mal, dass ich Ruhe hatte.“