Prinzipien meiner therapeutischen Orientierung

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist für mich

  • eine Einladung, kooperativ und intensiv an der nachhaltigen Überwindung dessen zu arbeiten, was psychisches Leid verursacht und aufrechterhält,
  • ein Ort, um Vitalität und Lebensfreude aus den Fesseln übertriebener Angepaßtheit oder blinder Rebellion zu befreien,
  • eine Möglichkeit, archaische Gefühle und Impulse zu kultivieren, also spürbar, kontrollierbar und dadurch erlebbar zu machen,
  • ein Raum, um sich in seinen Bedürfnissen und Grenzen zu finden und zu definieren,
  • die Suche nach einem authentischen, erfüllten Lebensweg.

Wozu Psychotherapie?

Der Sinn von Psychotherapie besteht für mich darin, die Themen und Probleme der Klientin/des Klienten tiefer und aus neuen Perspektiven erlebbar zu machen, damit sie verstehbar und für Wandlung zugänglich werden.

In der Psychotherapie kann die Klientin/der Klient

  • ihre/seine eigenen Wege, Gefühle, Standpunkte, Lebensperspektiven und Handlungsmöglichkeiten entdecken,
  • Möglichkeiten erarbeiten um innere und äußere Konflikte zu verstehen und mit Klarheit und Respekt für alle beteiligten Personen und Anteile zu handhaben,
  • erkunden, wer sie/er ist, auch in Bereichen, die ihr/ihm nicht ohne Hilfe zugänglich sind,
  • Möglichkeiten von tieferem Kontakt und von klarerer Abgrenzung erproben,
  • ihre/seine eigenen Grenzen definieren, schwache Grenzen stärken und schützen und einengende Grenzen ausweiten,
  • eine Balance zwischen Freiheit und Autonomie einerseits, Bindung und Sich-Einlassen andererseits erarbeiten.

Psychotherapie als Kooperation

Ich verstehe Psychotherapie als einen Prozeß der Zusammenarbeit, in dem meine Aktivität als Therapeut und die Aktivität der Klientin/des Klienten Hand in Hand gehen.

Dabei ist das, was innerlich, auf der Ebene der Erfahrungen, der psychischen Muster und der körperenergetischen Prozesse geschieht, oft wichtiger und langfristig wirkungsvoller als das, was gleich verstandesmäßig begriffen und nach außen hin sichtbar ist.

Worum geht es in der Psychotherapie?

Oft geht es in der Therapie darum

  • alte Verletzungen zu verarbeiten,
  • sich angemessen abgrenzen zu lernen,
  • sich tiefer einlassen zu lernen,
  • Bedürfnisse klar zu formulieren und respektvoll zu vertreten,
  • auf Unerreichbares verzichten und Frustrationen ertragen zu lernen,
  • sich Begehrtem schrittweise anzunähern,
  • das eigene Selbstbild zu differenzieren, zu vertiefen und zu erweitern,
  • aus kindlichen Wunsch- und Angstphantasien herauszufinden,
  • Lebensziele zu klären und zu verwirklichen,
  • existenzielle Entscheidungen verantwortlich zu treffen.

Ansatzpunkte der Therapie sind stets die Themen, die die Klientin/der Klient in die Sitzung einbringt. Sie werden wann immer möglich in Körperarbeit umgesetzt. Auf sanfte (oft unmerkliche) Weise werden veränderte Bewußtseinszustände (Trance) herbeigeführt und die besonderen Möglichkeiten des Dialogs mit dem Unbewussten (Hypnose) genutzt.

Das innere Kind

Für viele PatientInnen ist es wichtig, in der Psychotherapie einen Gefühlskontakt zu einem Anteil ihrer Persönlichkeit zu finden und sich mit ihm auseinanderzusetzen, den man als „das innere Kind“ bezeichnen kann. Es handelt sich um leib-seelische Kontakt-, Beziehungs- und Bedeutungsmuster, die in der (frühen) Kindheit entstanden sind, und die nur als kindliche Formen des Erlebens und Verhaltens vor dem Hintergrund der damaligen Lebensumstände verstanden werden können.

In der Therapie kann die Klientin/der Klient Zugang zu ihrem/seinem verletzten, enttäuschten, verwirrten, wütenden oder hilflosen inneren Kind finden, das sich z.B. nach grenzenloser Freiheit, bedingungsloser Geborgenheit, endloser Zuwendung und vollkommener  Aufmerksamkeit sehnt, dies im Alltag aber  nicht findet.

Die Suche nach Verständnis und Vermittlung zwischen dem lebensererfahrenen (aber manchmal verknöcherten) Erwachsenen und dem bedürftigen (und lebendigen, aber manchmal auch tyrannischen) inneren Kind ist ein wesentlicher Aspekt meiner psychotherapeutischen Arbeit.

Für wen ist meine Art der Psychotherapie geeignet?

Die Form der Therapie, die ich praktiziere, ist geeignet für Menschen mit

  • Ängsten, Abhängigkeiten, Orientierungsmangel,
  • Depressionen, Hemmungen, Zwängen,
  • Selbstwertstörungen, chronischen Konflikten, Mangel an Standpunktfestigkeit,
  • Kontaktstörungen, Einsamkeit, sexuellen Problemen,
  • Schwierigkeiten mit der Identität als Frau/als Mann,
  • Schwierigkeiten mit Selbstbehauptung und Aggression,
  • psychosomatischen Beschwerden,
  • Gefühlen von Unlebendigkeit, Überkontrolliertheit oder Kopfigkeit,
  • körperlichen Spannungen, innerem Überdruck, chronischer Müdigkeit,
  • Angst vor dem Überschwemmtwerden durch Gefühle,
  • Ängsten vor Auflösung, Tendenzen sich „wegzumachen“,
  • Fragen nach Sinn und Perspektive des Lebens,
  • Wünschen nach persönlichem Wachstum und Erweiterung ihrer emotionalen und Beziehungsmöglichkeiten.

Zeitrahmen

Ich arbeite mit meinem KlientInnen am liebsten längerfristig, damit sie die Möglichkeit haben, sich ihre Themen in ihren Zusammenhängen anzuschauen und auch Ebenen zu erkunden, von denen sie vielleicht zu Beginn  nichts wussten. Wie lange das dauert, kann man zu Beginn schwer sagen, das hängt davon ab, worum es sich handelt und wie weit die/der KlientIn damit gehen will. Am besten ist ein Open-End-Zeitrahmen, d.h. es dauert so lange, wie es eben dauert.

In Ausnahmefällen mache ich gelegentlich auch Kurzzeittherapien, die nur wenige Stunden dauern, z.B. um ein sehr begrenztes Ziel zu erreichen, für das nicht viel Zeit zur Verfügung steht. Kurzzeittherapie sind meiner Meinung nach aber nur für wenige Themen geeignet.