Interview über Hypnose

Fragen von Luise (15), die eine Präsentation über Hypnose machen will:

 

„Wie verändert sich das Gehirn während der Hypnose?“

Die Hirnforscher erklären das z.B. sowohl der präfrontale Kortex (der mit dem kritischen Verstand und dem Ich-Bewusstsein zusammenhinge) als auch der Pränuncus als auch der Gyrus cinguli in Trance heruntergefahren seien. (Es gibt noch weit mehr Erklärungen von Hirnforscher über Hypnose und Gehirn.)

 

„In welchem Zustand befindet man sich?“

Das geht vom

– Wachzustand (da findet eine Wachsuggestion statt) über in eine
– leichte Trance mit gesteigerter Fantasietätigkeit und suggerierbarer Amnesie (Gedächnisverlust) über in eine
– mittlere Trance mit in verstärkter Suggestibilität, spontanen hypnotischen Träumen und partielle spontane Amnesie bis zur
– Tieftrance, die als Schlaf erlebt wird mit dissoziativer (vom Bewusstsein abgespaltener) Suggestibilität und komplett spontaner Amnesie.

 

„Welche Rückmeldungen hast du von deinen Klienten bekommen?“

Dass die Trance schön und entspannend war. Von den Suggestionen haben die meisten wenig mitgekriegt.

 

„Welche Gefühle können bei der Hypnose hochkommen?“

Alle Gefühle – aber kontrollierbar. Wenn es indiziert (angezeigt) ist, können mit Hypnose die Gefühle auch vermindert oder gar ausgeschaltet werden.

 

„Welche Situationen gab es, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?“

Da war eine Situation, wo ich in Bali auf der Veranda saß und Selbsthypnose praktiziert habe. Meine damalige Freundin setzte sich zu mir. Nach schätzungsweise einer Minute stand sie wieder auf und ging. Ich habe noch circa eine halbe Stunde Selbsthypnose geübt. Anschließend habe ich meine Freundin gefragt, was denn denn los sei. Sie hat gesagt, dass sie mindestens eine zwanzig Minuten neben mir saß: Ich hatte einen Filmriss.

 

„Selbsthypnose, Autogenes Training, Meditation: Worin siehst du Unterschiede und Gemeinsamkeiten?“

– Autogenes Training ist eine einfache, traditionelle Form von Selbsthypnose.
– Meditation ist in einen spirituellen Kontext eingebunden, da geht es vor allem um Wachheit.
– Selbsthypnose ist in einen medizinisch-therapeutischen Kontext eingebunden, da geht es vor allem um einen Trancezustand.
Die Techniken, die beide benutzen, haben aber weitgehende Übereinstimmung.

 

„Inwieweit ist Hypnose heilsam?“

Das hat der Wissenschaftliche Beirat (der zusammengesetzt ist aus sechs Professoren von der Psychotherapeutenkammer und sechs Professoren von der Bundesärztekammer) mit einem Gutachten zur Wissenschaftlichen Anerkennung der Hypnotherapie nachgewiesen:

 

„Inwieweit kann Hypnose von Süchten befreien?“

Schweizer und Revenstorf haben an der Uni Tübingen 2004 z.B. eine Untersuchung mit 149 Patienten gemacht zum Thema Nikotinsucht und Nikotinabstinenz unter Hypnose. Die Ergebnisse waren drastisch: 27,3 % der vormals rauchenden Probanden waren nach drei Monaten mit Verhaltenstherapie plus Nikotinpflaster noch abstinent. 66,3 % (!) der vormals rauchenden Probanden waren nach drei Monaten mit Hypnose und OHNE Nikotinpflaster nach drei Monaten noch abstinent. Solche Untersuchungen gibt es viele.

 

Werner Eberwein