Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH)
Fort- und Weiterbildungszentrum Berlin

Fragen zur DGH-Fortbildung Hypnose und Hypnotherapie

mit Zertifikat der DGH und KV-Abrechnungserlaubnis der EBM-Position „Hypnose“, die Zertifizierung durch die Psychotherapeutenkammer ist beantragt

Wie ist die Fortbildung aufgebaut?

Überblick über den Aufbau der Fortbildung (Video, 4 Min.)

 Die Fortbildung besteht aus

  • einem Einführungsvortrag (optional)
  • elf Wochenendkursen, jeweils Fr 14-21 Uhr, Sa 9.30-13/14.30-17.30 Uhr:
    – drei Grundkursen (G1-3)
    – vier Fortgeschrittenenkursen (F1-4)
    – vier Therapiekursen (T1-4)
  • 12 dreistündigen Sitzungen (= 48 Einheiten à 45 Minuten) anwendungsbezogene Supervision, jeweils sonntags nach den Seminaren 10-13 Uhr
  • jeweils 2 Übungsgruppensitzungen zwischen zwei Seminaren (selbstorganisiert, kostenlos, Termine n.V.)

Wer kann an der Fortbildung teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt sind nach der DGH-Satzung NUR:

  • Diplom- und klinische Master-Psycholog/inn/en,
  • Ärzt/inn/en,
  • Zahnärzt/inn/en,
  • Student/inn/en dieser Fachrichtungen und
  • Kinder-Jugendlichen-Psychotherapeut/inn/en.

Gibt es ein Zertifikat und Fortbildungspunkte?

Die Zertifizierung der Fortbildung durch die Psychotherapeutenkammer ist beantragt, sie wird von der Ärzte- und der Zahnärztekammer anerkannt. Pro Wochenendkurs werden 16 Fortbildungspunkte vergeben, pro Supervisionssitzung 4 Fortbildungspunkte. Die Teilnehmer/innen können die Übungsgruppen als Intervisionsgruppen von der Kammer zertifizieren lassen und erhalten dafür weitere Fortbildungspunkte.Insgesamt können mit der Fortbildung bis zu 304 Fortbildungspunkte erworben werden.

Nach der gesetzlichen Fortbildungspflicht müssen Psychotherapeuten und Ärzte alle 5 Jahre bei der KV 250 Fortbildungspunkte nachweisen, Zahnärzte bei KZV 125 Fortbildungpunkte.

Die Teilnehmer/innen der Fortbildungsreihe erhalten auf Antrag von der Kassenärztlichen Vereinigung die Erlaubnis zur Abrechnung der EBM-Ziffer 35120 „Hypnose“.

Die Teilnehmer/innen sind nach Abschluss der Fortbildung berechtigt, das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) zu erwerben. Voraussetzung dafür sind:

  • Teilnahme an allen 11 Kursen,
  • Teilnahme an 12 dreistündigen Supervisionssitzungen,
  • 5 dokumentierte und in der Supervision vorgestellte Hypnose-Sitzungen,
  • 2 Jahre Mitgliedschaft in der DGH,
  • die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde,
  • Entrichtung der Zertifizierungsgebühr von € 55,- an die DGH,
  • in der Folge 40 Stunden kontinuierliche Fortbildung pro Jahr.

Ob Zahnärzte den Tätigkeitsschwerpunkt „Zahnärztliche Hypnose“ auf ihr Praxisschild schreiben dürfen, entscheidet ihre Landeszahnärztekammer. Nach einer Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes drängt aber die Bundeszahnärztekammer auf eine Liberalisierung der entsprechenden Regelungen durch die Landeszahnärztekammern.

Kann man sich auch für einzelne Seminare anmelden?

Für Teilnehmer/innen ohne Vorerfahrung in Hypnose wird die Anmeldung für die komplette Serie empfohlen (bei Anmeldung für alle 11 Seminare en bloc ist die Teilnahmegebühr günstiger).

Teilnehmer/innen mit Vorerfahrung mit Hypnose können auch an einzelnen Seminaren teilnehmen (die Teilnahmegebühr ist dann etwas höher).

Was ist Hypnose?

Der Begriff Hypnose kommt von „hypnos“, dem griechischen Gott des Schlafes. Hypnose ist aber kein Schlaf, sondern ein vertiefter Entspannungs- und Versenkungszustand, in dem man stärker mit seinem Unterbewusstsein in Kontakt und empfänglicher für heilsame Suggestionen ist. Unter „Hypnose“ versteht man auch die Methode der Herbeiführung dieses Zustandes.

Detaillierte Informationen über Hypnose finden Sie in meinem Blog. Ein Zusammenfassung können Sie in einem 24minütigen Audio-Podcast hören.

Was ist der Unterschied zwischen Hypnose, Hypnotherapie, medizinischer/zahnärztlicher Hypnose, Heilhypnose und Showhypnose?

  • Unter Hypnose versteht man einerseits einen Zustand („der Patient ist jetzt in Hypnose.“), andererseits eine Methode zur Herbeiführung und Nutzung dieses Zustandes („der Therapeut arbeitet mit Hypnose“).
  • Unter Hypnotherapie versteht man die psychotherapeutische Anwendung von Hypnose.
  • Als medizinische Hypnose bezeichnet man die medizinische Anwendung von Hypnose.
  • Zahnärztliche Hypnose ist die Anwendung von Hypnose in der Zahnmedizin.
  • Die Anwendung von Hypnose durch Heilpraktiker wird als Heilhypnose bezeichnet.
  • Die Anwendung der Hypnose zur Belustigung des Publikums durch gezielte Entwürdigung von Versuchspersonen wird als Bühnen-oder Showhypnose bezeichnet. Diese Anwendung wird von seriösen Hypnotherapeuten und Verbänden strikt abgelehnt.

Wer darf Hypnose anwenden?

Die Anwendung von Hypnose zur Behandlung von psychischen Störungen oder von körperlichen Krankheiten ist Personen vorbehalten, die die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde haben. Diese kann entweder durch eine Approbation als Psychologischer Psychotherapeut oder Arzt oder durch eine Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz erworben werden.

Die Anwendung von Hypnose beispielsweise als Selbsthypnose zur Selbsthilfe bei psychischen oder körperlichen Krankheiten, zur Geburtsvorbereitung, zur Prävention, zur Burnout-Prophylaxe, zur Stärkung der Immunabwehr, zur allgemeinen Vitalisierung, im Coaching, zur Entspannung, Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung oder zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens ist berufsrechtlich gesehen jedem möglich (setzt aber von der fachlichen Kompetenz her ebenfalls eine gründliche Ausbildung voraus).

Ist Showhypnose echt?

Bei der Bühnen- oder Showhypnose handelt es sich um einen Gemisch aus Tricks, sozialer Manipulation und wirklicher Hypnose.

  • Die Verunsicherung der „Kandidaten“ durch die Bühnensituation spielt dabei eine große Rolle.
  • Auch der Spieltrieb der Versuchspersonen und ihr Wunsch, etwas Spannendes zu erleben spielt dabei mi – es ist ja erstaunlich, was Menschen beispielsweise im RTL-Dschungelcamp oder in so genannten Casting-Shows bereit sind, mit sich machen zu lassen.
  • Showhypnotiseure benutzen Manipulationsmanöver, wie sie aus sozialpsychologischen Experimenten bekannt sind (zum Beispiel dem Milgram-Experiment).
  • Sie verwenden Tricks, wie sie auch von Bühnenzauberer an angewandt werden.
  • Manchmal geben sie schlicht und ergreifend Anweisungen, denen ihre Versuchspersonen dann kooperativ folgen.
  • Eine große Inszenierung und ein selbstbewusstes, „magisches“ Auftreten des Showhypnotiseurs trägt zu dem Effekt bei.
  • Außerdem wählen Bühnenhypnotiseure sehr genau solche Versuchspersonen aus, bei denen sie merken, dass diese besonders leicht manipulierbar sind.
  • Und schließlich gibt es noch wirkliche Suggestionswirkungen, die dann ihr Übriges zu der Sache beitragen.

Für die seriösen Hypnotherapeut und ihre Verbände verstößt Showhypnose gegen die Menschenwürde: die Versuchspersonen werden in einen wehrlosen Zustand gebracht und dann zur Unterhaltung und Belustigung des Publikums absichtlich der Lächerlichkeit preisgegeben, um die „Macht“ des Hypnotiseurs zu demonstrieren. Im Grunde werden sie benutzt wie Tiere im Zirkus.

Die hypnotischen Methoden, die Showhypnotiseure anwenden, sind extrem autoritär und überaus primitiv. Showhypnotiseure sind durchweg einfach gestrickte Menschen mit einem primitiven, oft anzüglichen Humor, die sich den Ruf der Hypnose zu Nutze machen, um damit (manchmal sehr viel) Geld zu machen. Ob sie damit Schaden anrichten, was emotional in ihren Versuchspersonen geschieht und wie die sich hinterher fühlen, ist ihnen vollkommen gleichgültig (stellen Sie sich einmal eine Traumapatientin oder einen Traumapatienten auf der Bühne eines Showhypnotiseure vor).

In der psychotherapeutischen oder medizinischen Hypnose wird vollkommen anders gearbeitet:

  • stets im wohlverstandenen Interesse der Patientin/des Patienten und ausschließlich zu ihrem/seinem Nutzen,
  • respektvoll, behutsam und nicht-invasiv,
  • nach einer gründlichen Aufklärung der Patientin/des Patienten,
  • nach einer wissenschaftlichen und empirisch belegten Theorie und Methodik,
  • auf Basis eines verbindlichen, schriftlichen Behandlungsvertrages,
  • nach einer gründlichen vorherigen Anamnese,
  • mit klaren Zielvereinbarungen,
  • bei maximaler Förderung der Selbstkontrolle der Patientin/des Patienten,
  • mit speziellen Schutzmaßnahmen, damit sich die Patientin/der Patient sicher fühlen kann,
  • auf Grundlage präziser berufsethischer Regeln, um die Patienten vor Schaden zu bewahren.

All das gibt es in der Showhypnose nicht.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie meinen Blog-Artikel dazu lesen.

Was sind die Inhalte der Kurse und der Vorträge?

Einführungsvorträge: Überblick

Was ist, was kann Hypnose/Hypnotherapie?
Werner Eberwein & Reinhart Dieckmann
Überblick über die Quellen, Grundkonzepte und Methoden der Hypnose, mit Live- und Video-Demonstrationen und einfachen praktischen Übungen:
Grundbegriffe der Hypnose · Anwendungen der Hypnose in Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin · Hypnose-Anästhesie · Selbsthypnose · Showhypnose · Kinderhypnose · klassische und Erickson’sche Suggestion · hypnotische Ressourcenaktivierung · Überblick über die Fortbildungen

Grundkurse: grundlegende Konzepte und Techniken

G1 – Methoden der Trance-Einleitung
Hypnotische Gesprächsführung, Sprache der Hypnose
Indikationen und Kontraindikationen von Hypnose · ethische Fragen · autoritärer und kooperativer Ansatz · Heranführung des Patienten an Hypnose · Aufbau einer hypnotischen Sitzung · Trance-Kennzeichen · direktive Trance-Induktion · Suggestion und Nutzung von Trance-Effekten · direktive Posthypnose · sicheres Zurückholen aus der Trance

G2 – Formulierung von Suggestionen

Tranceinduktionen, Selbsthypnose
Herstellung und Stabilisierung von Rapport · die hypnotische Sprechweise · Sprechtempo · Stimmführung · Pacing und Leading · Atempacing · Zielökologie · Arbeit mit Sinnesmodalitäten · Seeding · das »Milton-Modell« der hypnotischen Sprache · suggestive Negation, Tilgung und Generalisierung · analoges Markieren · indirekte Posthypnose

G3 – Hypnotische Ideomotorik
Nutzung von Trancephänomenen, Aktivierung von Ressourcen
Nonverbale Feedbacksysteme in Trance · Armlevitation · Katalepsie · ideomotorisches Signalisieren · hypnosuggestive Ressourcenaktivierung · Dialog mit dem Unbewussten · der „innere Heiler“ · das »weise Wesen« · Zeitprogression · hypnotische Amnesie · Hypnosuggestive Behandlungsstrategien · Umgang mit Störungen und ungeplanten Reaktionen

Fortgeschrittenenkurse: weiterführende Methoden

F1 – Hypnotische Konfusions- und Vertiefungstechniken
Nutzung von Ressourcen
Vertiefung und Beschleunigung der Trance durch gezielte Verwirrung · Vertiefungsmetaphern · Überladungstechniken · Polaritätsspiele · Paradoxien · Double-Binds · Mehrfachnegationen · die Zwei-Wege-Konfusion · Doppelinduktion · naturalistische Konfusionen · Signalhypnose · Schnellhypnose · Wach-Trance-Verwischungen

F2 – Hypnotische Metaphern und Symbole
Indirekte Kommunikation 1
Individuelle und themenspezifische Metaphern · metaphorische Parallelisierung · hypnotische Geschichten · Standardmetaphern · hypnotische Umwandlung von Symbolen · indirekte Hypnose · hypnotherapeutische Veränderung begrenzender Einstellungen · eingebettete Suggestionen · die Einstreutechnik · verdeckte Hypnose · verbale Selbsthypnose

F3 – Hypnotische Anästhesie und Schmerzbehandlung
Indirekte Kommunikation 2
Ablenkungstechniken · Taubheitssuggestion · Dissoziation des Bewusstseins vom Körper · Symptomverschiebung · Zeitverzerrung · Amnesie · Hypnose bei Untersuchungs- und Behandlungsängsten, Zahnbehandlung und Operationen in Trance · Hypnotherapie bei chronischen Schmerzen · Turboinduktion · Six-Step-Reframing · Umgang mit Störreizen

anschließend:
Hypnose-Demonstration in einer Zahnarztpraxis

F4 – Körperorientierte Induktionen und hypnotische Altersregression
Arbeit mit der Vergangenheit, Neukonstruktion von Erfahrungen
Trance durch Körperhaltungen, Bewegungen, Atem, Berührung und Stille · Holding-Techniken · die therapeutische Co-Trance · Arbeit mit dem »inneren Kind« · Regressive Identifikation und Dialog · hypnotische Helfer und Hilfmittel · psychodynamische Trance-Arbeit  · Hypermnesie · Diskussion des „False-Memory-Syndroms“

Therapiekurse: fortgeschrittene Anwendungstechniken

T1 – Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen
[… … …]
oder alternativ:
T1 – Selbsthypnose

Selbsthypnose zur Tiefentspannung und für psychische und körperliche Heilungsprozesse  · Einstieg in Selbsthypnose · Achtsamkeit · Autosuggestion · Imaginationen  · kinästhetische Selbsthypnose · Evokation von Emotionen · autogene Zielorientierung · intuitive und kreative Prozesse · imaginative Transformationen von Symbolen · die Vier-Sätze-Methode · der Hypnose-Schalter · Metta-Meditation · Selbsthypnose mit Hilfsmitteln und Tonträgern · Reise in den Körper · Dialog mit erkrankten Organen · der sichere Ort · Kraftwesen · der heilende Lichtstrahl · die 3D-Selbsthypnose · Heilung des inneren Kindes · das innere Lächeln · Loslassen · Moment of Bliss · die existenzielle Perspektive · Kraft-Imagination · die Hände-Übung · Umgang mit Ablenkungen · Reorientierung aus der Selbsthypnose

T2 – Naturalistische und dialogische Hypnose bei Angststörungen
Formen und Ebenen von Angst · Kurzzeitinterventionen bei Ängsten · Phobietechniken · hypnosuggestive Begleitung von autogenen Bearbeitungsprozessen · Hände-Induktion · Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit · hypnotisches Reframing · Umgang mit emotionalen Reaktionen, Überflutungsneigungen und Gegeninduktionen in Trance

T3 – Hypnotherapie bei Persönlichkeitsstörungen (3 Tage)
Entstehung von Persönlichkeitsstörungen · psychische Struktur und Selbstgrenze · Formen und Auswirkungen von Spaltungsprozessen · Erste Hilfe bei akuten Dissoziationszuständen · Erkennen und Nutzen von Spontantrancen · beiläufige Suggestion im Gespräch · hypnotische Beruhigungsmotive · Cutting-Imaginationen · aktive Introjektion des Therapeuten · Integration gespaltener Teile · Ausarbeitung von hypnotherapeutischen Sitzungen · Anwendung von Hypnose im Rahmen verschiedener Basisverfahren · experimentelle Hypnose

T4 – Hypnose in der Psychosomatik
Fortgeschrittene Induktionstechniken · Heilungsmetaphern und -geschichten · Hypnodiagnostik · ideomotorische Hypnotherapie bei Allergien-, Schlafstörungen, Krebs, psychogenen Schmerzen, Verletzungen, Infektionen · Dialog mit erkrankten Organen · imaginative Selbstheilungstechniken · Stimulation des Immunsystems

anschließend:
Hypnose-Repetitorium

oder alternativ:

T4 – Hypnotherapie bei Traumata
[… … …]

Was sind die Ziele der Fortbildung?

Die Fortbildung qualifiziert für die eigenverantwortliche Anwendung der Hypnose/Hypnotherapie zu therapeutischen Zwecken. In der Fortbildung wird ein umfassender Einblick in die Haltungen und Methoden der modernen Hypnose gegeben. Die Teilnehmer/innen können vertiefte eigene Erfahrungen mit hypnotischer Arbeit machen und haben die Möglichkeit, im Rahmen der Seminar und der Übungsgruppen an eigenen Themen und Problemen zu arbeiten.

Allgemeines Ziel ist die Erweiterung und Vertiefung der Erlebens-, Beziehungs- und Gestaltungsfähigkeiten in der Arbeit mit Menschen und im privaten Leben.

Die vermittelten Konzepte könne gut in andere Arbeitsweisen integriert werden.

Es handelt sich nicht um ein  psychotherapeutisches Angebot mit dem Ziel, psychische Störungen zu behandeln.

Wie werden die Konzepte und Techniken vermittelt?

Die Klientin/der Klient kommt in ihrem/seinem Prozess nur so weit, wie die/der Therapeut/in mit sich selbst gegangen ist. Daher werden in der Fortbildung die hypnotischen Konzepte und Methoden aus der Eigenerfahrung heraus entwickelt, erfahrungsbezogen und mit vielen praktischen Übungen vermittelt.

Was machen wir in der Supervision?

In der Supervision werden Erfahrungen bei der Anwendungen der vermittelten Konzepte und Techniken besprochen. Im gegenseitigen Austausch und mit Unterstützung des Supervisors wird die hypnotische Praxis reflektiert, und man erhält konkrete Hilfe bei Unsicherheiten.

Die Supervision findet sonntags 10-13 Uhr nach den Seminaren statt. Bei Bedarf finden zusätzlich Supervisions-Block-Wochenenden statt.

Für das Zertifikat der DGH sind 48 Einheiten à 45 Min. Supervision ( = 12 dreistündige Sitzungen) und 5 dokumentierte und in der Supervision besprochene Falldarstellungen erforderlich. (Bei den Videoaufnahmen ist es wichtig, darauf achten, dass der Ton gut verstehbar ist. Videos, bei denen der Ton nicht klar verstehbar ist, können nicht supervidiert werden.)

Welche Stile der Hypnotherapie gibt es?

Klassische Hypnose

Die klassische Hypnose war bis etwa in die 1980er Jahre die gebräuchliche Technik der Hypnose. In der klassischen Hypnose

  • wird mit standardisierten Suggestionen gearbeitet, d.h. der Hypnotiseur verwendet bei jedem Klienten dieselben Formulierungen zur Ein- und Ausleitung der Hypnose sowie die selben Basistechniken zur Nutzung des Trancezustandes,
  • wird als wirkender Faktor lediglich die Kraft der hypnotischen Suggestionen selbst angewandt,
  • werden die Suggestionen direkt gegen das zu behandelnde Problem und für das zu erreichen Ziel eingesetzt.

Erickson’sche Hypnose

Die Erickson’sche Hypnose versteht sich als Weiterentwicklung der klassischen Hypnose. Der Name geht auf den amerikanischen Psychotherapeuten und Psychiater Milton Erickson (1901-1980) zurück, der die Hypnosetechnik revolutioniert und um eine Vielfalt von neuen, originellen Techniken bereichert hat. In der Erickson’schen Hypnose wird mit Methoden der indirekten Suggestionen, sowie mit beiläufigen Suggestions- und Konfusionsmethoden gearbeitet, und die Suggestionsweise wird auf die individuelle Persönlichkeit des Klienten abgestimmt.

Ein Erickson’scher Hypnotiseur arbeitet u.a. mit folgenden Prinzipien:

  • Er geht davon aus, dass im Unbewussten des Klienten latent alle Fähigkeiten vorhanden sind, die erforderlich sind, um die angestrebte Veränderung zu erreichen, auch wenn sich der Patient dessen nicht bewusst ist. Vorrangiges Ziel der Erickson’schen Hypnose ist es, diese latenten Fähigkeiten aus dem Unbewussten des Klienten “hervorzulocken“.
  • Den hypnotischen Prozess versteht er als ein Kooperationsverhältnis, bei dem die Aktivität des Hypnotiseurs und die des (Unbewussten des) Klienten “Hand in Hand” gehen.
  • Er arbeitet oft “indirekt“, um am problemverhafteten Bewusstsein des Klienten vorbei das Unbewusste zu autonomen Suchbewegungen und Bewältigungsprozessen einzuladen, die es dem Klienten ermöglichen, sein Ziel zu erreichen.
  • Eher “holt den Patienten ab” dort, wo der Klient gerade ist und lädt ihn auf suggestive Weise ein, dorthin zu gehen, wohin der Klient gehen möchte (“Pacing und Leading“).
  • Er führt das kontrollierende Wachbewusstsein des Klienten durch verwirrende Aussagen oder Handlungen in einem leicht instabilen Zustand, in dem der Klient empfänglicher für nachfolgende Suggestionen ist (“Konfusionstechnik“).
  • Er erzählt dem Klienten in Trance Geschichten, die auf die individuellen Interessen und Vorlieben des Klienten abgestimmt sind, die mit der angestrebten Wirkung scheinbar gar nichts zu tun haben, in die der Hypnotiseur aber Suggestionen “einwebt”, die er durch eine bestimmte Sprechweise für das Unbewusste des Klienten markiert (“Stimmführung“).

Humanistische Hypnotherapie

  • Humanistische Hypnotherapie ist ein moderner Stil der Hypnotherapie, bei der der Respekt vor der Autonomie und der Freiheit des Patienten sowie die Idee der Anregung eigener Fähigkeiten und Gestaltungskräfte des Patienten im Zentrum steht.
  • In der Humanistischen Hypnotherapie gibt man in der Humanistischen Hypnotherapie dem Patienten die größtmögliche Freiheit, einer suggestiven Einladung zu folgen oder auch nicht zu folgen oder sie innerlich so umzuinterpretieren, dass sie den Bedürfnissen des Patienten optimal entspricht. Für einen Humanistischen Hypnotherapeuten ist jede nur erdenkliche Reaktion des Patienten in Ordnung, wünschenswert und vollständig im Sinne des therapeutischen Prozesses.
  • Die hypnotischen Suggestionen des Therapeuten sind als Einladungen an das Unbewusste des Patienten zu verstehen, kreative emotionale Umlagerungen oder konkrete Lösungsprozesse für die aktuellen Schwierigkeiten des Patienten zu entwickeln.
  • Das bedeutet unter anderem, dass die Suggestionen des Therapeuten in der Regel nicht eins zu eins umgesetzt, sondern im Innern des Patienten individualisiert bearbeitet und ausgearbeitet werden und daher häufig verzögerte oder mitunter vollkommen unerwartete Lösung- und Reifungsprozesse im Patienten hervorbringt.

Sind die Wirkungen der Hypnose wissenschaftlich belegt?

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie

Am 27.3.2006 hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) der Bundespsychotherapeuten- und Ärztekammern aufgrund von 71 hochwertigen RCT-Studien mit insgesamt ca. 5000 Patient/enn/en die Hypnotherapie als Methode als wissenschaftlich belegt anerkannt.

Hirnforschung

Es gibt inzwischen vielfältige Belege für plastische und funktionelle Veränderung im Gehirn unter Hypnose, z.B. von der Neuropsychologin Prof. Ulrike Halsband v0n der Uni Freiburg.

Was kostet die Fortbildung?

  • Einführungsvortrag € 8,-
  • alle 11 Wochenendkurse bei Blockbuchung: € 3450.- statt € 4025,- (einer der Kurse dauert 3 Tage), das entspricht € 300,- pro 2-Tage-Wochenendkurs (der Rabatt für die Blockbuchung aller 11 Wochenendkurse wird bis VOR den Fortgeschrittenenkursen für die RESTLICHEN Kurse auch im Nachhinein noch gewährt)
  • 2-Tage-Wochenendkurs € 350,- | 3-Tage-Wochenendkurs € 525,-
  • 3stündige Gruppensupervision (= 4 Supervisionseinheiten à 45 Min.): € 100,-
  • Übungsgruppen: kostenlos

Ermäßigungen:

  • DGH-Mitglieder erhalten nach Zuschicken einer Kopie des DGH-Mitgliedsausweises auf die Wochenendseminare und die Vorträge eine Ermäßigung von 10%.
  • Student/inn/en erhalten nach Zuschicken der Immatrikulationsbescheinigung auf die Wochenendseminare eine Ermäßigung von 10%, auf die Vorträge eine Ermäßigung von 50%.
  • Diese Ermäßigungen gelten nicht für die Supervisionen.

Wo finden die Veranstaltungen statt?

Alle Veranstaltungen finden statt in der Praxisgemeinschaft Baruther Str. 21.10961 Berlin (Nähe U-Bahnhöfe Gneisenaustr./Mehringdamm/Hallesches Tor mit U6/7), ca. 15-20 Min. von Hauptbahnhof oder Bahnhof Zoo mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem PKW:

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