Was ist Trancekörperarbeit?

Veränderte Bewusstseinszustände (genannt „Trance“) entstehen häufig beiläufig in der Körper- und Bewegungsarbeit. Wenn man sie als solche erkennt und weiß, was in Trance-Zuständen möglich ist, wie man Menschen gezielt in eine Trance hinein- und sicher wieder herausführt, wie man mit Menschen in Trance kommuniziert ohne dass sie „aufwachen“, wie man sie in ihrem Trance-Erleben begleitet, und wie man Trance-Zustände therapeutisch nutzen kann, entsteht eine fruchtbare integrative Arbeitsweise: Trancekörperarbeit. Weiterlesen

Wie wirkt sich Migration auf psychische Probleme aus?

Eine junge Frau, 22 Jahre, kommt zum ersten mal in eine psychotherapeutische Sprechstunde. Sie ist Migrantin der 3. Generation, ihre Großeltern kommen aus dem Iran. Sie hat bis vor kurzem Englisch und Geschichte für das Lehramt studiert. Sie war ein Jahr lang mit einem Iraner zusammen. Vor drei Monaten haben die beiden begonnen, ihre Hochzeit vorzubereiten. Das Brautkleid wurde gekauft, die Lokalitäten wurden reserviert. Plötzlich und für sie völlig unerwartet sagte der Mann, dass er sie doch nicht heiraten wolle, weil sie ihm »zu schwierig« sei.  Seitdem ist sie am Boden zerstört. Weiterlesen

Vortrag „Wie funktioniert Hypnose?“, 17.5.2017, 18.30 Uhr

Ist das alles Humbug oder eine seriöse Wissenschaft? Möchten Sie wissen, wie Hypnose funktioniert? Würden Sie vielleicht auch gern hypnotisieren können? Am Mittwoch, dem 17.5.2017, 18.30-21.30 Uhr halte ich einen Einführungsvortrag mit Demonstrationen und praktischen Übungen zum Thema „Was ist, was kann, wie funktioniert Hypnose/Hypnotherapie?“ An dem Vortrag kann jede/r teilnehmen. Der Teilnahmebeitrag beträgt 8,- €, für StudentInnen 4,- €.

>>>Hier finden Sie detaillierte Informationen über den Vortrag und können sich anmelden.

Werner Eberwein

Wie kann man Kränkungen verarbeiten?

Ich stehe im Wald. Auch im übertragenen Sinn, aber auch ganz real. Bin gerade beim Joggen im Grunewald. Nach der Hälfte der Zeit mache ich meistens eine Pause, setzte mich auf einen Stein und genieße die Natur. Diesmal ist allerdings nicht viel los mit Genießen. Mich beschäftigt ein Konflikt mit einem Kollegen, mit dem ich in einem bestimmten Zusammenhang zu tun habe, und von dem ich mich ziemlich mies behandelt fühle. Weiterlesen

Wie funktioniert hypnotische Konfliktmoderation?

Dialogische Hypnotherapie Dialogische Hypnotherapie ist keine Technik, sondern ein Paradigma, also ein grundlegendes Verständnis des hypnotherapeutischen Prozesses. Im naiven, traditionellen Verständnis ist Hypnose eine Einbahnstraße: Der Patient schildert kurz seine Probleme, dann setzt er sich entspannt hin, der Therapeut versetzt ihn in Trance, suggeriert ihm seine Probleme weg und weckt ihn wieder auf. Beeinflusst durch […]

Wie kann ein Psychotherapeut seine PatientInnen verstehen?

In vielen Formen von Psychotherapie geht es ganz zentral um Verstehen. Patienten kommen zur Therapie, weil etwas mit Ihnen los ist, das sie nicht verstehen. Sie fühlen sich ihren eigenen Gefühlen und Reaktionen ausgeliefert, ihrer Angst, ihrer Eingeengtheit, ihrer Niedergeschlagenheit, ihrem Schmerz. Sie verstehen nicht, was mit Ihnen los ist und finden keinen Ansatzpunkt, um ihrem Leid zu entkommen. Psychotherapie ist Verstehen und Veränderung, ja Veränderung durch Verstehen und durch Hilfe zum Selbstverstehen. Weiterlesen

Wie können wir uns mit unserer Intuition verbinden?

In ihrem Buch „Die Kunst des Annehmens – Leben und Arbeiten mit Focusing“ (Books on Demand 2013) hat die 1949 geborene US-amerikanische Linguistin und Focusing-Ausbilderin Ann Weiser-Cornell, Präsidentin der Accociation for Humanistic Psychology, eine fortgeschrittene Variante des Focusing vorgestellt, die in ihrer zugrundeliegenden Philosophie und in der praktischen Anwendung über das Konzept des Focusing-Erfinders Eugene Gendlin hinausgeht. Weiterlesen

Was verändert sich für die Psychotherapeuten ab 1.4. 2017?

Aktualisierung, Stand: 4.3.17. Informationen ohne Gewähr. Bei Unklarheiten oder für aktuelle Informationen bitte bei der KV oder den Verbänden nachfragen. Vorgeschichte der Reform der Psychotherapie-Richtlinie Die alte Psychotherapierichtlinie gibt es seit 1967. Es gab seitens der Kassen und angeblich der Patienten Vorwürfe, die Psychotherapeuten würden nicht genug arbeiten, daher die langen Wartezeiten, die Kontingente würden […]

Wie funktioniert Hypnose und Selbsthypnose bei Krebs?

Hypnotherapie ist Psychotherapie in Trance mit Hilfe von suggestiver Kommunikation. Wir unterscheiden drei Bewusstseinszustände, die jeder Mensch kennt und täglich erlebt: den normalen Wachzustand, den Schlaf und ein Bündel von veränderten Bewusstseinszuständen, die wir als „Trance“ bezeichnen. Weiterlesen

Was ist humanistische Psychotherapie?

Humanistische Psychotherapie versteht sich in der Terminologie des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) als viertes Verfahren neben dem Cluster der Psychodynamischen Psychotherapie mit ihren insgesamt 22 Methoden, der Verhaltenstherapie mit ihren 55 Techniken und der Systemischen Therapie.

Die wichtigsten Quellen der Humanistischen Psychotherapie sind: Weiterlesen

Was ist Resonanz?

„Resonanz ist das Versprechen der Moderne – Entfremdung ist ihre Realität.“
Hartmut Rosa

Resonanz

In seinem aktuellen Buch „Resonanz – eine Soziologie der Weltbeziehung“ (Suhrkamp Verlag Berlin 2016) beschreibt der Jenaer Professor für allgemeine und theoretische Soziologe Hartmut Rosa Resonanz und Entfremdung als allgemeine Formen der Weltbeziehung. Weiterlesen

Audio-Vortrag von Werner Eberwein: „Was ist, was kann, wie funktioniert Hypnose und Hypnotherapie?“

In einem 100minütigen Vortrag erkläre ich Grundbegriffe und Methoden der klassischen und modernen Hypnose und Hypnotherapie und beschreibe praktische Erfahrungen in der therapeutischen Anwendung.

Was ist Ideomotorik?

Unter Ideomotorik versteht man in der Hypnotherapie die Arbeit mit suggerierten Körperbewegungen. Der Begriff Ideomotorik ist im Grunde irreführend. Es geht eigentlich nicht um motorische Bewegungen aufgrund von Ideen, also von Gedanken, sondern vielmehr um körperliche Bewegungen als Reaktion auf hypnotische Suggestionen, unabhängig davon, ob diese bewusst (als „Ideen“) wahrgenommen werden oder nicht. Der korrekte Begriff wäre eigentlich „Hypnomotorik“. Weiterlesen

Wie ist der Stand und was sind die Hintergründe des Antrages der Humanistischen Psychotherapie an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie?

Zurzeit wird in Deutschland intensiv über die Neuregelung der Ausbildung der Psychotherapeuten diskutiert. Konkret soll das Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) von 1999 novelliert werden. Im Zuge dessen wird es künftig eine Direktausbildung zum Master-Psychotherapeuten mit Approbation geben (anstelle der bisherigen zweistufigen Ausbildung: zuerst Psychologie- oder Medizinstudium, anschließend Psychotherapie-Ausbildung zur Approbation). Weiterlesen

Wer war Albert Pesso?

Am 19.5.2016 starb Albert Pesso, der Begründer des Pesso Boyden System Psychomotor, einer integrativen Variante der Körperpsychotherapie. Ich habe ihn auf dem 2. AGHPT-Kongress 2014 kennengelernt, sowohl persönlich im Gespräch als auch seine warmherzige und einfühlsame therapeutische Arbeit im Seminar. Unten ein Nachruf von Prof. Jürgen Kriz.

Werner Eberwein

Albert-Pesso_Nachruf

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Was ist das Selbst?

„Das Selbst“ ist ein Begriff, der in der Psychologie mit vielen, teilweise unterschiedlichen Bedeutungen verwandt wird. In der Regel ist damit gemeint, dass und wie ein Mensch „sich selbst“ als einheitliches, autonom denkendes und handelndes Wesen wahrnimmt, also als ganze Person, als Persönlichkeit.

Von dem US-amerikanischen Psychologen William James stammt die Unterscheidung zwischen dem „Ich“ und dem „Mich“. Diese Unterscheidung wird deutlich z.B. in dem Satz: „Ich nehme mich wahr“. Weiterlesen

Sind die populären Interpretationen der Ergebnisse der Hirnforschung bloße Neuromythologie?

Beruht die Faszination für das, was uns in den letzten Jahren in diversen populären Veröffentlichungen und Kongressvorträgen als „Ergebnisse der Hirnforschung“ offeriert wurde möglicherweise auf einem grundlegenden und letztlich banalen Fehlschluss? Können Hirnforscher wirklich „dem Gehirn beim Denken zusehen“? Weiterlesen

Wozu dient Achtsamkeit in der Psychotherapie?

Achtsamkeit ist nicht alles, aber ohne Achtsamkeit ist alles nichts. So könnte man das Buch „Wirkfaktoren der Achtsamkeit: Wie sie die Psychotherapie verändern und bereichern“ (Schattauer-Verlag Stuttgart, 2015) zusammenfassen, in dem Michael Harrer und Halko Weiss die Achtsamkeit und ihre Anwendungen in der Psychotherapie unter praktisch allen nur erdenklichen Gesichtspunkten ausloten.

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Was ist Akzeptanz- und Commitmenttherapie? (Teil 2 von 2)

Psychische Flexibilität Ziel der ACT ist es, die „psychische Flexibilität“ des Patienten zu stärken im Sinne einer flexiblen Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick („Hier und Jetzt“), für selbstgewählte Werte und engagiertes Handeln und einer Flexibilisierung des Selbstkonzepts, damit der Patient „psychische Rigiditäten“ überwinden und sich besser an „innere oder äußere Kontexte anpassen“ könne. „Das Modell […]

Wie findet man einen geeigneten Psychotherapeuten?

Einen geeigneten Psychotherapeuten zu finden ist nicht einfach. Vor allem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sind in aller Regel sehr überlaufen. Viele von ihnen führen Wartelisten, so dass Patienten mit längeren Wartezeiten (in der Größenordnung von einigen Monaten) rechnen müssen. Diesen Beitrag als 15minütigen Audio-Podcast anhören:

Welche Verfahren der Psychotherapie gibt es?

Das ist ein ziemlich umfassendes Thema, das ich in Kürze nur ansatzweise darstellen kann, aber ich versuche es mal. (Die KollegInnen der entsprechenden Verfahren mögen mir meine Vereinfachungen verzeihen und sich melden, falls sie grobe Fehler entdecken.) In Deutschland sprechen wir zur Zeit von vier großen „Verfahren“ der Psychotherapie, die sich in ihrer Herkunft, ihren […]

Wie kann man Prüfungsängste mit Hypnose behandeln?

Paul hat Angst. In zwei Wochen steht bei ihm das Physikum an, die ärztliche Vorprüfung seines Medizinstudiums. Er hat die Prüfung schon einmal „versiebt“, obwohl er gut vorbereitet war. Nun büffelt er Tag für Tag mit unzähligen Tassen Kaffee bis spät in die Nacht. Wenn er an die Prüfung denkt, wird ihm richtig schlecht. Vor […]

Warum braucht gelingende Bindung einen Körper?

Ich freue mich über einen Gastbeitrag von Thomas Harms über seine Erfahrungen in der Arbeit mit Säuglingen und ihren Familien. Werner Eberwein. Thomas Harms ist Diplom-Psychologe, er arbeitet seit über 25 Jahren im Feld der Krisenintervention und bindungsbasierten Körperpsychotherapie mit Säuglingen, Kindern und Erwachsenen. Zentrale Themen seiner Arbeit sind die körperpsychotherapeutische Arbeit mit Eltern und […]

Was ist Körperpsychotherapie?

Körperpsychotherapie ist eine Richtung der Psychotherapie, die auf den Arbeiten von Wilhelm Reich aufbaut. Reich war Psychoanalytiker und Schüler von Sigmund Freud in Wien; daher sind viele Konzepte der Körperpsychotherapie ursprünglich aus psychodynamischen Ansätzen heraus entwickelt worden. In der Körperpsychotherapie wird mit aktivierten Gefühlen gearbeitet. Durch Körperarbeit können die Gefühle des Patienten mobilisiert, aber auch beruhigt werden.

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Was ist das Unbewusste?

In der psychodynamischen Psychologie und Psychotherapie versteht man unter dem Unbewussten einen Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist, aber diesem zugrundeliege, also etwas inneres, das wirkt, aber bewusst nicht unmittelbar erfahrbar oder kontrollierbar ist. Die Hypothese, dass das menschliche Seelenleben aus einem – wie auch immer verstandenen – Unbewussten heraus dominiert wird, ist das Fundament der Psychoanalyse. Weiterlesen

Was ist der Unterschied zwischen Psychoanalyse/Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie und Humanistischer Psychotherapie?

Zuerst muss man dazu sagen, dass die Begriffe „Verfahren“, „Methode“ und „Technik“ 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie in seinem umstrittenen „Methodenpapier“ definiert wurden. Diese Begriffe sind spezifisch deutsche Konstrukte. Schon im europäischen Raum und erst recht in der internationalen Diskussion spielen diese Unterteilungen keine Rolle. Leider hat der Wissenschaftliche Beirat – Arm in Arm mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss – hier ein bürokratisches Raster beschlossen, dem sich die psychotherapeutischen Ansätze in Deutschland ob sie wollen oder nicht unterwerfen müssen. Weiterlesen

Warum gehört die Körperpsychotherapie zur Humanistischen Psychotherapie?

In einem 9-minütigen Kurzvortrag habe ich (Werner Eberwein) auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK) 10.-13.9.2015 ausgeführt, warum die Körperpsychotherapie trotz ihrer historischen und konzeptuellen Bezüge zu psychodynamischen Richtungen ein humanistischer Ansatz ist:

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Was ist humanistische Hypnotherapie?

Der Begriff „humanistische Hypnotherapie“ erscheint zunächst paradox: Im traditionellen Verständnis arbeitet Hypnotherapie mit bewusstseinsferner suggestiver „Einflussnahme“ in einem Zustand der Versenkung. Humanistische Psychotherapie hingegen betont achtsames Gewahrsein, Wahlfreiheit, Gestaltungskraft und Selbstverantwortung des Patienten. Wie geht das zusammen? Ich praktiziere Hypnotherapie auf der Basis einer humanistischen Grundhaltung. Das ist eine besonders wirkungsvolle Arbeitsweise für existenziell wirksame und nachhaltige psychotherapeutische Transformationsprozesse. Weiterlesen

Wie funktioniert Hypnose bei Phobien?

Phobien sind umgrenzte Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen mit klar definierbarem Auslöser. Verbreitete Phobien sind zum Beispiel:

  • Flugangst,
  • Angst vor Konflikten oder vor Reden in der Öffentlichkeit (soziale Phobie),
  • Angst vor weiten Plätzen oder vor Menschengedränge (Agoraphobie),
  • Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie),
  • Angst vor Spinnen, Hunden, Pferden, Bienen o.ä. (Tierphobien),
  • Spritzenphobie.

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Was ist Mentalisierung?

Mentalisierung oder Mentalisieren ist ein in den letzten Jahren besonders unter Psychiatern und Psychoanalytikern häufig verwendeter abstrakter Begriff für eine Reihe psychischer Tätigkeiten bzw. Fähigkeiten. Er entspricht weitgehend dem, was der 2015 verstorbene Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall Rosenberg, als „Empathie und Selbstempathie“ bezeichnete, sofern man den Begriff „Empathie“ weit fasst und darunter nicht nur das Einfühlen in Emotionen, sondern auch das Reflektieren bzw. das Sich-Hineinversetzen beispielsweise in Einstellungen, Überzeugungssysteme und subjektive Bedeutungen versteht.

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Was ist Körperpsychotherapie?

Körperpsychotherapie ist eine Richtung der Psychotherapie, die auf den Arbeiten von Wilhelm Reich aufbaut. Reich war Psychoanalytiker und Schüler von Sigmund Freud in Wien; daher sind viele Konzepte der Körperpsychotherapie ursprünglich aus psychodynamischen Ansätzen heraus entwickelt worden. In der Körperpsychotherapie wird mit aktivierten Gefühlen gearbeitet. Durch Körperarbeit können die Gefühle des Patienten mobilisiert, aber auch beruhigt werden.

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Welche Formen von Psychotherapie werden von den Krankenkassen übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen zur Zeit leider nur die Kosten für zwei Richtungen von Psychotherapie, und zwar für Verhaltenstherapie und für psychodynamische Psychotherapie; die psychodynamische Psychotherapie untergliedert sich dann noch mal in Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

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Was ist Phänomenologie?

Als Phänomenologie wird eine der maßgeblichen philosophische Strömungen des 20. Jahrhunderts bezeichnet, die vor allem von Edmund Husserl (1859-1938) ausgearbeitet wurde. Bekannte Phänomenologen sind z.B. Max Scheler, Martin Heidegger, Jean-Paul Sartre, Maurice Merleau-Ponty, Emmanuel Lévinas, Paul Ricoeur und Jaques Derrida.

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Wer darf, wer kann Hypnose anwenden?

Die Frage, wer Hypnose bzw. Hypnotherapie anwenden darf bzw. kann, ist etwas kompliziert. Man muss unterscheiden zwischen der berufsrechtlichen Erlaubnis (wer darf Hypnose/Hypnotherapie anwenden?) und der fachlichen Kompetenz (wer kann Hypnose/Hypnotherapie anwenden?). Außerdem muss man unterscheiden zwischen dem Begriff „Hypnose“, dem Begriff „Hypnotherapie“ und der Bezeichnung „Hypnotherapeut“. Weiterlesen

Was ist Hermeneutik?

Unter Hermeneutik versteht man seit dem 17. Jahrhundert in der Philosophie eine Theorie des Verstehens und Auslegens menschlicher Ausdrucksformen (z.B. von Texten, Kunstwerken, wörtlicher Rede usw.). Der Begriff Hermeneutik leitet sich von dem griechischen Wort hermeneuein = erklären, auslegen, übersetzen ab sowie vom Namen des griechischen Götterboten Hermes, der die Beschlüsse des Zeus verkündet und die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt führt. Die philosophische Hermeneutik geht zurück auf Schleiermacher und Dilthey sowie auf Heidegger und vor allem Gadamer und dann auf Habermas. Im Rahmen der Psychotherapie meint der Begriff Hermeneutik das Verstehen und Interpretieren der verbalen und nonverbalen Äußerungen des Patienten sowie der Interaktionen zwischen Patient und Therapeut im therapeutischen Prozess. Weiterlesen

Was ist hypnotischer Ressourcentransfer?

Ein relativ einfaches und häufig angewandtes Paradigma der kurzzeitpsychotherapeutischen Anwendung von Hypnose ist der hypnotische Ressourcentransfer. Das Grundprinzip dieser Methode besteht darin, eine oder mehrere starke emotionale Ressourcen des Klienten zu identifizieren, die ihm helfen können, sein Problem zu bewältigen, und diese in Trance auf das zu bearbeitende Problem zu applizieren. Die Technik erfolgt in folgenden Schritten: Weiterlesen

Wie funktioniert Hypnotherapie?

Hypnose hat ja den Ruf, praktisch universell und sehr einfach anwendbar zu sein und sehr schnell und zuverlässig zu funktionieren. Allerdings wird genau das auch heftig bezweifelt, oder es macht sogar Angst, weil man befürchtet, einem so „mächtigen“ Instrument willenlos ausgeliefert zu sein. Hypnotherapie ist ein Set von Konzepten und Techniken, die in Verbindung mit anderen Betrachtungsebenen und Kommunikationsformen einen psychotherapeutischen Prozess effektiver und sanfter machen können. Weiterlesen

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung?

  • Eine „Ausbildung“ ist die Vorbereitung auf einen staatlich geregelten und geschützten Ausbildungsberuf. Sie umfasst eine breit angelegte Grundbildung und die curriculare Vermittlung der für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang (Curriculum). Auch die Ausbildungen selbst sind in Aufbau und Inhalten staatlich geregelt. In diesem Sinne spricht man z.B. von der „Ausbildung“ zum Diplom-/Master-Psychologen, Verhaltenstherapeuten, Psychoanalytiker oder Tiefenpsychologen.

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Was ist körperpsychotherapeutische Atemarbeit?

Körperpsychotherapeutische Atemarbeit ist eine Arbeitsweise bzw. eine Facette innerhalb der Gesamtheit der Arbeitsweisen der Körperpsychotherapie, in der der Fokus auf dem Atemmuster des Patienten liegt. Körperpsychotherapeutische Atemarbeit kann auf vielfältige Weise zur Selbsterfahrung, zur Körper-Diagnostik oder als Intervention eingesetzt werden. Weiterlesen

Inwiefern ist die Körperpsychotherapie ein Teil der Humanistischen Psychotherapie?

Was wissenschaftliche Psychotherapie ist und welcher psychotherapeutische Ansatz zu welchem Verfahren zuzurechnen ist, entscheidet auf der bürokratischen Ebene zur Zeit der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP), der mit je 6 Vertretern der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer besetzt ist. Wenn ein Psychotherapieverfahren vom Beirat als wissenschaftlich anerkannt ist, kann es Approbationsausbildungen zum Psychotherapeuten anbieten. Wenn man die Terminologie des Wissenschaftlichen Beirats zugrunde legt, gibt es zur Zeit in Deutschland vier psychotherapeutische „Verfahren“:

  • das Psychodynamische,
  • das Behaviorale,
  • dass Systemische und
  • das Humanistische Verfahren.

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Was ist Biodrama?

Für die Arbeit mit äußeren und inneren Konflikten hat sich in der humanistischen Körperpsychotherapie die Arbeit mit dem Biodrama, also mit körperorientierten Rollenspielen bewährt. Das Biodrama ist dem Psychodrama verwandt, im Unterschied zu diesem aber weniger strukturiert, spielerischer und vielfältiger in Aufbau und Anwendungen, und der Schwerpunkt liegt stärker auf dem körperlichen Ausdruck von Emotionen in Mikro-Interaktionen, während er beim Psychodrama eher auf dem spielerischen Ausdruck von komplexeren Interaktionsszenen liegt. Weiterlesen

Was ist Intersubjektivität?

In seinem interessanten und kompakten Band „Der Andere in der Psychoanalyse. Die intersubjektive Wende“ (Kohlhammer Verlag Stuttgart, 2014,144 Seiten) beschreibt der Psychoanalytiker und emeritierte Professor für psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München Michael Ermann die Quellen, Entwicklungen und Grundkonzepte der intersubjektiven Psychoanalyse. Weiterlesen

Was ist Bewusstsein?

Im Jahre 1974 schrieb der 1937 in Belgrad geborene US-amerikanische Philosoph Thomas Nagel in der Zeitschrift Philosophical Review einen viel beachteten und häufig nachgedruckten Aufsatz mit dem Titel „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?“. In diesem Aufsatz tritt er reduktionistischen Erklärungen des Bewusstseins entgegen, die Erlebensprozesse auf physikalische Hirnzustände, also neuronale Korrelate zurückzuführen versuchen. Dieser Aufsatz löste in der Philosophie des Geistes eine jahrzehntelange Diskussion aus, die so genannte „Qualia-Debatte“. (Mit dem Begriff Qualia [von lat. qualis: „wie beschaffen“] sind die subjektiven Erlebnisgehalte mentaler Zustände gemeint.) Weiterlesen

Was ist Dialog?

In seinem 1996 posthum erschienenen Buch „Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussion“ (7. Auflage Klett-Cotta-Verlag 2014) stellt der Londoner Professor für theoretische Physik David Bohm (1917-1992) seine Vorstellung von einem konstruktiven zwischenmenschlichen Dialog dar, die er in intensivem persönlichem Austausch mit Jiddu Krishnamurti entwickelt hat. Seine Konzepte haben Eingang in verschiedene Methoden z.B. der Mediation und des Businesscoaching gefunden. Ich möchte hier besonders die Aspekte herausarbeiten, die für eine humanistisch verstandene Psychotherapie von besonderer Bedeutung sind. Weiterlesen

Wie läuft eine hypnotherapeutische Sitzung ab?

Eine hypnotherapeutische Sitzung läuft – vereinfacht – in fünf Phasen ab:

  1. Hypnosuggestive Kommunikation: Zuerst etabliert der Hypnotherapeut mit dem Patienten eine Ebene der hypnosuggestiven Kommunikation. Diese besteht nicht aus einer “Einbahnstraße” – der Therapeut “verabreicht” also nicht nur dem Patienten Suggestionen, sondern vielmehr schwingt er sich mit dem Patienten gemeinsam auf eine Ebene der Kommunikation ein, die mehr und mehr auch Grenzbereiche des Gewahrseins und schließlich einen Zugang zu unbewussten Bereichen beinhaltet. Die vielfältigen Ebenen der Beziehungsgestaltung, die hierbei zu berücksichtigen sind, sowie die vielfältigen Techniken, die hierfür entwickelt wurden, können hier nicht im Einzelnen behandelt werden. Weiterlesen

Was ist humanistische Hypnotherapie?

Humanistische Hypnotherapie ist ein Stil oder eine Anwendungsweise von Hypnose bzw. Hypnotherapie, bei der der Respekt vor der Autonomie und der Freiheit des Patienten sowie die Idee der Anregung eigener Fähigkeiten und Gestaltungskräfte des Patienten im Zentrum steht.

In der Humanistischen Hypnotherapie wird grundsätzlich keinerlei Druck auf die Patientin oder den Patienten ausgeübt. Sie oder er wird nicht gedrängt, etwas bestimmtes zu tun oder nicht zu tun, zu erleben, zu denken oder zu fühlen. Es wird keinerlei Zwang ausgeübt. Die Erfahrungs- und Entscheidungsmöglichkeiten des Patienten werden in keiner Weise eingeschränkt oder begrenzt. Es wird auch keine Manipulation ausgeübt; der Patient wird auch nicht auf raffinierte Weise zu irgendetwas gebracht oder von etwas abgehalten. Weiterlesen

Buch "Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit"

Soeben ist das Buch „Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit“ erschienen, herausgegeben von Manfred Thielen und mir. Es enthält Beiträge von prominenten Vertretern aller Humanistischer Richtungen sowie von integrativen Ansätzen und empirische Belege der Wirksamkeit der Humanistischen Psychotherapie.

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Wie arbeitet man Humanistisch mit Depressionen?

… auf dem 2. AGHPT-Kongress 2014, 25.-28.9.2014 in Berlin.

Werner Eberwein

Was sind die Grundgedanken der Körperpsychotherapie?

Spannend ist die Körperpsychotherapie schon deswegen, weil das Spüren des eigenen Körpers uns ganz grundlegend ein Gefühl der zweifelsfreien Sicherheit im subjektiven Erleben der eigenen materiellen Existenz vermitteln kann (sofern es nicht durch Dissoziationsprozesse abgespalten ist). Diese „Seinsgewissheit“ durch die Leiberfahrung ist die zuverlässigste Basis des Realitätsbezuges, was insbesondere für strukturschwache und von emotionalen Überflutungen bedrohte Patienten zentral wichtig ist. Das leibliche Befinden ist nichts statisches sondern wird in Form von vitalen Grundrhythmen erlebt: Einatmen – Ausatmen, Anspannung – Entspannung, Kontraktion – Expansion, Aktivität – Ruhe usw. Weiterlesen

Wie wird die "Wissenschaftlichkeit" von Psychotherapieverfahren geprüft?

In einem 1stündigen Vortrag beschreibt Prof. Jürgen Kriz, ehemaliges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie, wie eine Prüfung der „Wissenschaftlichkeit“ von
Psychotherapieverfahren nach international anerkannten Standards eigentlich aussehen müsste und wie die Realität der „Wissenschaftlichkeitsprüfung“ tatsächlich aussieht:

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Werner Eberwein

Wie arbeitet man mit „Schreibabies“?

In seinem Buch „Emotionelle Erste Hilfe: Bindungsförderung – Krisenintervention – Eltern-Baby-Therapie“ (Leutner-Verlag 2008) beschreibt der Bremer Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms die Theorie und Praxis des „Rebonding“ zur Arbeit mit „Schreibabies“ und deren Eltern. Thomas Harms ist Leiter des Zentrums für primäre Prävention (ZePP) in Bremen und Vorsitzender der Wilhelm-Reich-Gesellschaft. Er hat den Sammelband „Auf die Welt gekommen: Die neuen Baby-Therapien“ (Leutner-Verlag, 2000) herausgegeben. Weiterlesen

Was ist die Bindungstheorie?

Die Bindungstheorie ist eine entwicklungspsychologische Theorie, die sich mit den Eigenarten, Ursachen, und Folgen frühkindlicher Bindungsprozesse beschäftigt. Sie geht davon aus, dass Kleinkinder ein angeborenes Bedürfnis haben, dauerhafte, enge und emotional intensive, Sicherheit gebende Beziehungen („Bindungen“) zu ihren primären Bezugspersonen aufzubauen. Die Bindungstheorie untersucht die Wirkungen des Interaktionsverhaltens der Bindungsperson/en auf die kindliche Entwicklung sowie die generationsübergreifende Weitergabe von Bindungsmustern. Weiterlesen

Was ist die Februarmann-Technik?

Die Februarmann-Technik ist eine hypnotherapeutische Methode, die von dem US-amerikanischen Psychotherapeuten Milton Erickson entwickelt und in seinem erstmals 1989 bei Brunner & Mazel erschienenen Buch „The February Man – Evolving Consciousness an Identity in Hypnotherapy“ beschrieben und in ausführlichen Gesprächen mit seinem Schüler Ernest Rossi kommentiert wurde. Weiterlesen

2. AGHPT-Kongress "Zeitkrankheit Depression", 25.-28.9.2014 in der FU Berlin

Am 25.– 28. September 2014 findet in der Freien Universität Berlin der 2. AGHPT-Kongress zum Thema „Zeitkrankheit Depression Aktuelle Perspektiven der Humanistischen Psychotherapie“ statt. Die Depression ist weltweit die mit Abstand häufigste psychische Erkrankung. Jeder fünfte Mensch erkrankt mindestens einmal im Leben daran, Frauen etwa doppelt so oft wie Männer. Weiterlesen

Was ist normal?

Es ist überaus selten, dass ein Wissenschaftler von höchstem internationalem Rang sich im fortgeschrittenen Alter von 70 Jahren dazu aufrafft, seiner eigenen Zunft kräftig den Marsch zu blasen. Genau das hat der US-Amerikaner Allen Frances mit seinem 2013 im DuMont Verlag erschienenen, 400 Seiten starken Buch „Normal. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen“ getan. Weiterlesen

Was ist Personzentrierte Psychotherapie (Gesprächstherapie)?

In einem 70minütigen Video-Interview mit Werner Eberwein beschreibt Gerhard Stumm, Ausbilder in Personzentrierter Psychotherapie, Herausgeber und Autor von Standardwerken,
die Prinzipien und Konzepte der Personzentrierten Psychotherapie (Gesprächstherapie) nach Carl Rogers und ihre aktuellen Weiterentwicklungen:

 

Werner Eberwein

Was ist Neuropsychotherapie?

Es war ein spannendes Unterfangen, das sich Klaus Grawe in seinem Buch „Neuropsychotherapie“ vorgenommen hatte: er wollte die damals bekannten (Stand: 2004) Ergebnisse der Hirnforschung für die Psychotherapie nutzbar machen. Im ersten Teil des Buches trägt Grawe mit Akribie die Ergebnisse der Hirnforschung für die Psychotherapie zusammen. So scheint es laut Grawe heute beispielsweise relativ gut gesichert zu sein, dass bei depressiven Patienten bestimmte Hirnregionen (präfrontaler Cortex, Hippocampus) „durch mangelnde Benutzung“ im Volumen geschrumpft sind. Nach einer erfolgreichen Therapie nehmen diese Hirnregionen dagegen an Volumen und an Synapsendichte zu (Grawe 2004, S. 150 ff). Dies wäre der Nachweis dafür, dass sowohl psychische Störungen als auch psychotherapeutische Prozesse mit strukturellen Hirnveränderungen einhergehen. Psychotherapie kann also die Struktur des Gehirns verändern. Das ist interessant und stärkt die Reputation der Psychotherapeuten gegenüber den Medizinern. Weiterlesen

Was ist Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit?

Dialogische Trance-Begleitungs-Arbeit (DTBA) ist ein von mir (Werner Eberwein) entwickeltes Modell für eine humanistisch geprägte Anwendungsweise von Hypnotherapie. In der DTBA bleiben Patient und Therapeut auch während der Trance/Hypnose weitgehend in verbalem Kontakt, sprechen also (zeitweise) miteinander, obwohl der Patient in einer (eher leichten bis mittleren) Trance ist und der Therapeut ein Stück weit mit ihm in eine Co-Trance geht. Weiterlesen

Was heißt „Begegnung“ in der Psychotherapie?

Im dritten Band seines 1993 erschienenen Buchs „Integrative Therapie“ hat Hilarion Petzold, der Begründer der Integrativen Therapie, einen Vortrag aus dem Jahre 1988 veröffentlicht, in dem er seine Erfahrungen in der Arbeit mit schwer- und todkranken Patienten reflektiert (die erweiterte 2. Auflage erschien 2003). Er untersucht darin verschiedene Aspekte des Begriffes und Prozesses der Begegnung in seiner psychologischen und philosophischen Einbettung. Weiterlesen

Was ist Humanistische Psychotherapie?

Humanistische Psychotherapie (HP) versteht sich als wissenschaftlich begründetes und evaluiertes Heilverfahren für psychische Störungen.

Psychotherapeutisch behandlungsbedürftige psychische Krankheit wird verstanden als gravierende und sich über einen gewissen Zeitraum hin erstreckende Dysregulation der biopsychosozialen Interaktion, die mit einem subjektiven Empfinden von psychischem Leid und mit Erfahrungen multipler Entfremdung einhergeht, z.B. einer Entfremdung vom Körper, von den eigenen Gefühlen, vom sozialen Miteinander, von den eigenen Fähigkeiten, Grenzen, Strukturen oder Bindungen. Weiterlesen

Stimmt es, dass in Kliniken häufig Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA's) als PsychotherapeutInnen eingesetzt werden?

Ja, leider ist das so. Im Spiegel Nr. 45/2013 erschien der Artikel

„Therapie beim Praktikanten“.

In dem Beitrag wird beschrieben, wie psychotherapeutische AusbildungspraktikantInnen (sogenannte „PiA’s“) in Kliniken ohne zureichende Ausbildung und oft ohne zureichende Anleitung und Aufsicht als PsychotherapeutInnen eingesetzt werden. Weiterlesen

Was ist Humanistische Psychotherapie?

Wenn man den Verfahrensbegriff des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie und des Gemeinsamen Bundesausschusses zugrunde legt, gibt es vier „Verfahren“ der Psychotherapie, von denen in Deutschland aber nur die ersten beiden mit den Krankenkassen abgerechnet werden können:

Mit welchen Methoden und Techniken wird in den psychotherapeutischen Verfahren gearbeitet?

Hier eine Liste von Methoden und Techniken, die im psychodynamischen, behavioralen und humanistischen Verfahren der Psychotherapie angewandt werden (die Zusammenstellung erfolgte nach dem Antrag der AGHPT auf wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie, Autor: Prof. Jürgen Kriz): Weiterlesen

Wie können chronische Depressionen behandelt werden?

Der amerikanische Professor für Psychologie und Psychiatrie James McCullough Jr. (*1942) hat unter der Bezeichnung CBASP aus der kognitiven Verhaltenstherapie heraus eine Methode zur Behandlung chronischer Depressionen entwickelt (ausgesprochen heißt CBASP „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“, also Kognitiv Behaviorales Analyse-System der Psychotherapie). Er hat die Methode detailliert beschrieben in seinen Büchern „Psychotherapie der chronischen Depression“ (Urban & Fischer 2006) und „Therapeutische Beziehung und die Behandlung chronischer Depressionen“ (Springer 2011). Weiterlesen

Welche Formen von Depression gibt es?

Früher unterschied man

  • endogene Depression (auch „Major Depression“), angeblich aufgrund von Stoffwechselstörungen im Gehirn, gedacht als Form einer affektiven Psychose,
  • neurotische Depression, verstanden als Erschöpfungszustand durch anhaltende belastende Erfahrungen und
  • reaktive Depression als akute Reaktion auf ein aktuelles belastendes Ereignis. Weiterlesen

Was ist dialogische Psychotherapie?

Der dialogische Ansatz ist eine humanistische Orientierung in der Psychotherapie, die auf den Philosophen Martin Buber zurückgeht. Es handelt sich nicht um eine bestimmte Schule der Psychotherapie, sondern um eine Art und Weise, Psychotherapie zu verstehen und zu praktizieren, die aber in den humanistischen Richtungen der Psychotherapie seit 60 Jahren besonders gepflegt wird. (Erst in den letzten Jahren sind auch z.B. in der Psychoanalyse unter dem Begriff „interpersonelle“ oder „relationale Wende“ ähnliche Entwicklungen zu verzeichnen, wobei praktisch nie auf die wesentlich älteren Schriften von z.B. Roger, Perls oder Moreno verwiesen wird.) Weiterlesen

Was ist Existenzanalyse?

In einem >>>72minütigen Video-Interview mit Werner Eberwein beschreibt Prof. Alfried Längle (Wien), Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE) die Grundprinzipien und Anwendungen der Existenzanalyse (starten mit Klick auf das Bild):

Werner Eberwein und Alfried Längle

Werner Eberwein und Alfried Längle

Werner Eberwein

In welchen Anwendungsbereichen muss ein Psychotherapieverfahren seine Wirksamkeit nachweisen?

Nach den Kriterien des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie muss ein psychotherapeutisches Verfahren, um als „wissenschaftlich“ im Sinne des Beirats anerkannt zu werden, seine Wirksamkeit mittels RCT-Studien in mindestens fünf der folgenden 18 „Anwendungsbereiche“ nachweisen (die Zahlen beziehen sich auf die Diagnosen-Nummern im ICD-10): Weiterlesen

Warum kann Gesprächspsychotherapie nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden?

Hier ein Text von Prof. Jürgen Kriz, ehemaliges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) und Karl-Otto Hentze, ehemaliger Bundesgeschäftsführer der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG), in dem beschrieben wird, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Anerkennung der Gesprächspsychotherapie (GT) für die Abrechnung über die Krankenkassen verhindert hat: Weiterlesen

Was ist die humanistische Mailingliste?

Die Humanistische Mailingliste der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) ist ein fachliches und politisches Diskussionsmedium in Form eines E-Mail-Verteilers. In der Humanistischen Mailingliste können Sie Psychotherapie-technische oder -politische Fragen in Bezug auf Humanistische Psychotherapie an eine Vielzahl von TherapeutenkollegInnen stellen. Sie können Anfragen beantworten, und Ihre Antworten werden per E-Mail an alle anderen TeilnehmerInnen der Humanistischen Mailingliste versandt. Weiterlesen

Ist Hypnose Manipulation?

Diese Frage wird von Patienten und Kollegen manchmal, von Pressevertretern in Interviews fast immer gestellt. Dahinter verbirgt sich die Unsicherheit, ob es mit Hypnose bspw. möglich sei, jemandem Geheimnisse zu entlocken, die er im Wachzustand nicht preiszugeben bereit wäre, oder ihn zu Handlungen zu verleiten, die im kontrollierten Zustand seinem moralischen Empfinden widersprechen würden. Weiterlesen

Wie kann man in Hypnose mit dem Unterbewusstsein kommunizieren?

Patienten, die mit dem Wunsch nach einer Psychotherapie unter Verwendung von hypnotischen Techniken einen Psychotherapeuten aufsuchen, leiden in der Regel unter spezifischen Problemen, mit denen sie alleine nicht weiterkommen. Diese Probleme definieren sie für sich selbst in der Regel in Form von Vermeidungszielen, z.B.: „Ich möchte diese Angst/Unsicherheit/Depression/Abhängigkeit/psychosomatische Störung … loswerden“. Weiterlesen

Was ist Narzissmus?

Narzissmus ist eine Störung der Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen, die sich vor allem als Störung des Selbstwertgefühls äußert. Narzisstische Menschen leiden unter einer psychischen Spaltung zwischen

  • einem „Größenselbst“ – einem übersteigerten perfekten, grandiosen, makellosen Bild und
  • einem „entwerteten Selbst“ – einer wertlosen, minderwertigen, verachteten, verachtungswürdigen, mickrigen Vorstellung

von sich selbst, von anderen, von Beziehungen und von der Welt. Weiterlesen

Wie kommen beim Menschen Entscheidungen zustande?

Menschen, die man als „verkopft“ bezeichnet, versuchen, Entscheidungen allein mit dem Verstand zu fällen, oder sie gehen davon aus, dass sie das fast immer täten. Sie glauben, auf einer rein rationalen Ebene durch Abwägung von Für und Wieder zu einer „vernünftigen“ Entscheidung kommen zu können.Rein rationales Entscheidung ist jedoch unmöglich. Computer beispielsweise können Entscheidungen nur auf Basis vorgegebener Entscheidungsroutinen fällen. Wie könnte ein Computer beispielsweise entscheiden, ob ihm ein Salat, ein Steak, ein Glas Wasser oder ein Stück Kuchen „lieber“ wäre? Das kann er nur, wenn ihm eine Bewertungsroutine einprogrammiert ist. Weiterlesen

Welche Rolle spielen Sinnfragen in der Psychotherapie?

In seinem Buch „Sinnvoll leben – Eine praktische Anleitung der Logotherapie“ (Residenz-Verlag 2007) beschreibt der 1951 geborene österreichische Psychotherapeut Alfried Längle die Grundprinzipien der Existenzanalyse nach Viktor Frankl und zugleich die existenzphilosophischen Grundlagen der Humanistischen Psychotherapie. Weiterlesen

Was weiß die Hirnforschung wirklich?

In seinem jüngst erschienenen Buch „Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung“ (2012) kritisiert der Berliner Pharmakologe und kritische Neurowissenschaftler Felix Hasler die übertriebenen Ansprüche mancher in der Presse und im Fernsehen in den letzten Jahren sehr präsenter, biologistisch orientierter Hirnforscher. Hasler stellt eine „schier unglaubliche Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den empirischen Daten“ (1) fest. (Die Zahlen im Text beziehen sich auf das Buch von Hasler.) Weiterlesen

Was ist das Menschenbild der Humanistischen Psychotherapie?

Hier ein Vortrag zum Thema „Das Menschenbild der Humanistischen Psychotherapie“, den ich am 12. Oktober 2012 in der URANIA Berlin im Rahmen des AGHPT-Kongresses „Humanistische Psychotherapie – Einheit und Vielfalt“ gehalten habe. Um die Dateien klein zu halten, ist der Vortrag in 5 MP3-Dateien à ca. 10 Minuten aufgeteilt, er ist also insgesamt ca. 45 Minuten lang:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Werner Eberwein

Warum will die Humanistische Psychotherapie jetzt als ein Verfahren gelten?

Hier ein Vortrag von Jürgen Kriz, Prof. em. für Psychologie und Psychotherapie, Unversität Osnabrück, den eram 12. Oktober 2012 in der URANIA Berlin im Rahmen des AGHPT-Kongresses “Humanistische Psychotherapie – Einheit und Vielfalt” gehalten hat.

Um die Dateien klein zu halten, ist der Vortrag in 5 MP3-Dateien à ca. 9 Minuten aufgeteilt – er ist also insgesamt ca. 45 Minuten lang:

Jürgen Kriz: Die Humanistische Psychotherapie als Verfahren

Teil 1
Teil 2

Teil 3
Teil 4
Teil 5

Wie schafft es die Verhaltenstherapie, alle anderen Verfahren aus der Psychotherapielandschaft zu verdrängen?

Das folgende ist das Manuskript eines Workshops von Prof. em. Dr. Jochen Eckert auf dem 9. Hamburger Symposion Persönlichkeitsstörungen „Von Verdammen und Versöhnen“, 7. und 8. September 2012.

Prof. Eckert war 1998-2012 Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie (WBP). Er war Präsident der Deutschen Psychologischen Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (DPGG) und stellvertretender geschäftsführender Direktor des Instituts für Psychotherapie der Universität Hamburg. Weiterlesen

Welche Folgen hat ein Trauma?

Trauma

Von einem psychischen Trauma sprechen wir, wenn ein vorher relativ stabiler Mensch Erfahrungen mit massiver körperlicher oder psychischer Gewalt oder Bedrohung macht, die seine Verarbeitungsmöglichkeiten überfordert, die er daher nur mit Abwehrprozessen bewältigen kann, und die dadurch seine psychische Struktur destabilisieren oder verzerren. Traumata bringen einen Menschen in einen Zustand überwältigender Hilflosigkeit, weil seine körperliche oder psychische Integrität oder die von ihm nahestehenden Personen existenziell bedroht ist. Weiterlesen

Wie versteht ein Humanistischer Psychotherapeut seine Funktion?

Ein Humanistischer Psychotherapeut hat ein bestimmtes Verständnis davon, welche Rolle er im psychotherapeutischen Prozess spielen möchte, und welche Funktionen er sich zu erfüllen bemüht. Das Selbstverständnis des Humanistischen Psychotherapeuten besteht aus einer Reihe von Facetten, die in ihrer Gesamtheit die Humanistische Psychotherapie tendenziell (nicht absolut) von anderen psychotherapeutischen Richtungen unterscheidet: Weiterlesen

Wie ist die Atmosphäre in einer Humanistischen Psychotherapie?

Psychotherapeuten, die sich der Humanistischen Orientierung zurechnen, bemühen sich um eine bestimmte Art der Beziehungsgestaltung zum Patienten, die eine spezifische Atmosphäre zwischen Therapeut und Patient erzeugt, das Humanistische “Ambiente”. Eine Humanistische Atmosphäre ist durchaus auch bei Angehörigen anderer Therapieschulen anzutreffen, vor allem wenn sie von Humanistischen Grundgedanken beeinflusst sind. Weiterlesen

Hat die Hirnforschung bewiesen, dass wir keinen freien Willen haben?

Wenn wir uns für etwas entscheiden, zum Beispiel wohin wir in Urlaub fahren, ob wir uns eine Einbauküche zu legen, eine Psychotherapie machen oder welche Partei wir wählen, ist unser Wille dann frei, können wir entscheiden was wir wollen, oder ist unser Wille durch irgend etwas vorherbestimmt (determiniert), so dass wir gar nicht anders können, als genau so zu entscheiden wie wir eben entscheiden und dies dann nur im Nachhinein als Willensfreiheit empfinden? Weiterlesen

Wie sieht das Menschenbild der humanistischen Psychotherapie aus?

In der humanistischen Psychotherapie gehen wir davon aus, dass der Mensch nicht nur motiviert wird durch seine homöostatischen Grundbedürfnisse wie z.B. das Bedürfnis nach Schlaf, nach Essen und Trinken oder nach Temperaturregulation, die sich einregulieren um einen bestimmten Zielwert herum, sondern dass wir als Menschen vor allem durch sogenannte Wachstumsbedürfnisse motiviert sind, die auf fortgesetzte Weiterentwicklung hin ausgerichtet sind, z.B. das Bedürfnis nach Wissen, nach Selbstverwirklichung oder nach Sinn. Weiterlesen

Was unterscheidet Gruppenpsychotherapie von Einzelpsychotherapie?

Aus meinen Erfahrungen in nunmehr fast 30 Jahren der Leitung einer wöchentlichen körperorientierten Therapiegruppe kann ich sagen, dass die Prozesse in solchen Gruppen derart vielfältig, vielgestaltig und komplex sind, dass es mir unmöglich wäre, sie systematisch unter einem oder wenigen Gesichtspunkten zu beschreiben. Daher möchte ich hier eine Reihe von Betrachtungsebenen auffächern, also Sichtweisen darauf, was eine Therapiegruppe im Unterschied zu einer Einzel-Psychotherapie bzw. darüber hinaus sein kann. Weiterlesen

Ist die Humanistische Psychotherapie wissenschaftlich?

Prof. Jürgen Kriz, emeritierter Professor für Psychotherapie und Klinische Psychologie an der Universität Osnabrück und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der AGHPT erläutert in einem 5minütigen Kurzinterview, warum die Humanistische Psychotherapie als wissenschaftlich anerkannt werden sollte und was die Probleme dabei sind.

Werner Eberwein

Wie funktioniert Selbsthypnose bei Krebs?

Selbsthypnose ist eine effektive Methode um das Gesamtbefinden eines Krebspatienten zu verbessern und – unterstützend für bestmögliche medizinische Behandlung – positive psychische Einflüsse auch auf das Krebsgeschehen selbst auszuüben. Weiterlesen

Was ist MBSR?

MBSR (engl. Mindfulnes Based Stress Reduction: Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung) ist ein ab 1979 von dem US-amerikanischen ehemaligen Molekularbiologen John Kabat-Zinn, Ph.D. (*1944) entwickeltes Gesundheitsprogramm zur Stressbewältigung durch erweiterte Achtsamkeit und zur Unterstützung bei der Entwicklung einer gesundheitsfördernden Lebensführung. Weiterlesen

Was ist Gesprächstherapie?

Als Gesprächstherapie werden landläufig alle Formen der Psychotherapie bezeichnet, in denen nur oder überwiegend gesprochen wird. Es gibt aber auch eine spezifische Methode, die unter diesem Titel bekannt geworden ist: “Gesprächspsychotherapie” (GPT) nach Carl Rogers, auch als “Klient-zentrierte Psychotherapie” oder international üblich als “Personzentrierte Psychotherapie” bezeichnet, ist eine Therapieform der humanistischen Psychotherapie. Sie geht auf den amerikanischen Psychologieprofessor Carl Rogers (1902-1987) zurück. In Deutschland wurde sie in den 1960er Jahren v.a. durch den Hamburger Psychologieprofessor Reinhard Tausch und dessen Frau Anne-Marie bekannt gemacht. Weiterlesen

Was ist Transaktionsanalyse?

Transaktionsanalyse (TA) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das in den 1950er Jahren von dem kanadischen Psychiater Erik Berne (1910-1970) begründet wurde. TA integriert Gedankengut aus der Tiefenpsychologie, Gestalttheorie, Verhaltenstherapie und aus systemischen Ansätzen und ist vom Menschenbild her der Humanistischen Psychotherapie zuzuordnen.

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Wie funktioniert Selbsthypnose und Imagination für Krebspatienten?

Ein Selbsthypnose-Ritual beginnt mit vertiefter Entspannung durch innere Sätze (Autosuggestion), innere Bilder (Imagination) und Gefühls-Vorstellungen (Zustandsimaginationen), die den Übenden helfen, in einen vertieften Entspannungszustand und zu einer meditativen Haltung des Geschehenlassens zu finden. Weiterlesen