Sind wir alle krank?

Im Heft Nr. 4 vom 21.1.2013 titelt der Spiegel „Was ist noch normal? Die Psychofalle – Therapeuten streiten über die Grenze zwischen Gesundheit und seelischer Erkrankung“. In der Titelgeschichte wird eine drastische Ausweitung der Kriterien für psychische Störungen und – in der Folge – eine ebenso drastische Ausweitung der Verschreibung von Psychopharmaka festgestellt. Weiterlesen

Wie wirken Antidepressiva?

Die am häufigsten angewandten Antidepressiva sind die sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). SSRI blockieren im Gehirn die Prozesse, die für die Wiederaufnahme des Botenstoffes Serotonin zuständig sind, wodurch sich die Konzentration von Serotonin erhöht. Dahinter steht die Hypothese, dass eine verminderte Serotoninkonzentration im Gehirn für Depressionen verantwortlich ist. Bekannte SSRI-Antidepressiva sind z.B. Fluvoxamin, Fluoxetin (Prozac), Citalopram, Escitalopram, Sertralin und Paroxetin. Das bekannteste Antidepressivum ist wohl Prozac, das weltweit von über 45 Millionen Menschen geschluckt wird. Weiterlesen

Kann man nur von Licht leben?

Das australische „spirituelle Medium“ Ellen Greve, geb. 1957, genannt „Jasmuheen“, eine ehemalige Bankangestellte, behauptet in ihrem Buch „Lichtnahrung – die Nahrungsquelle für das kommende Jahrtausend“ (Koha Verlag 1998), wie auch in ihrem Film „Am Anfang war das Licht“ (mit Rüdiger Dahlke, Alive Verlag 2011), sie ernähren sich seit 1993 nur von Licht, ja „Lichtfaster“ wie sie bräuchten darüber hinaus lebenslang keinen Tropfen Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Jasmuheen preist ihre Licht-Nulldiät sogar als Patentrezept gegen den Hunger in der Welt an. Sie leitet seit Jahrzehnten Seminare mit esoterischen Inhalten, die sie angeblich als „Pressesprecherin“ der „Großen Weißen Bruderschaft“ medial von dem angeblich 1784 verstorbenen „Grafen von Saint Germain“ empfängt (Wikipedia: Jasmuheen, siehe auch http://www.agpf.de/Lichtnahrung.htm#focus). Weiterlesen

Was weiß die Hirnforschung wirklich?

In seinem jüngst erschienenen Buch „Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung“ (2012) kritisiert der Berliner Pharmakologe und kritische Neurowissenschaftler Felix Hasler die übertriebenen Ansprüche mancher in der Presse und im Fernsehen in den letzten Jahren sehr präsenter, biologistisch orientierter Hirnforscher. Hasler stellt eine „schier unglaubliche Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den empirischen Daten“ (1) fest. (Die Zahlen im Text beziehen sich auf das Buch von Hasler.) Weiterlesen